Botschaft des Staates Israel in Berlin

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Ein Marsch der Narren

30. März 2012 · 12 Kommentare · Allgemein

 

Kommentar von Ron Prosor

 

Für Freitag haben einige der übelsten Terroristen, Tyrannen und Extremisten ein Massenevent organisiert, das Israels Souveränität angreift: den „Globalen Marsch nach Jerusalem“.

Sie marschieren im Takt eines revisionistischen Geschichtsbildes, wie wir es seit George Orwell’s 1984 nicht mehr erlebt haben und beschuldigen Israel der „Judaisierung Jerusalems“. Diese Anschuldigungen kommen etwa 3.000 Jahre zu spät.

Erste Ausschreitungen beim Kalandiya-Grenzübergang, Foto: Reuters

Seit König David im 10. Jahrhundert v.d.Z. den Grundstein seines Palastes legte, ist Jerusalem die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes. Obwohl die Juden einst mit Gewalt aus der Stadt vertrieben wurden, gelang es ihnen Mitte des 19. Jahrhunderts, wieder eine klare Mehrheit der Einwohner zu stellen und dieses Verhältnis seitdem aufrechtzuerhalten.

In anderen Teilen der Welt würde eine Veranstaltung wie der geplante Marsch eher für Gelächter sorgen und keine Teilnehmer finden. Können Sie sich einen Marsch auf Capitol Hill vorstellen, der den Kongress der „Amerikanisierung“ Washingtons bezichtigt? Oder eine Kampagne gegen die „Indisierung“ des Taj Mahal?

Der Iran, die Hamas, die Hisbollah und die Muslimbruderschaft finanzieren diese Veranstaltung und sind an den Vorbereitungen beteiligt. Um die größtmögliche Medienaufmerksamkeit zu erreichen, werden sie höchstwahrscheinlich die Teilnehmer zu Gewalttaten aufwiegeln.

Es ist nicht der erste gefährliche PR-Stunt, der an Israels Grenzen aufgezogen wird. 2011 hat das Assad-Regime sogenannte „Aktivisten“ bezahlt, damit sie von Syrien aus in israelisches Gebiet eindringen. Das Ziel war klar: in Israel Gewalt anzuzetteln, um die internationale Aufmerksamkeit von den Massakern in Syrien abzulenken. Ein alter Kniff aus der Trickkiste von Diktatoren.

Die Veranstaltung am Freitag ist nur ein weiterer Akt in einem weitaus größeren Drama. Erst letzten Monat legte Mahmud Abbas, der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), auf seinem Urlaub von den Friedensverhandlungen mit Israel einen weiteren Zwischenstopp ein und reiste mit anderen arabischen Führern nach Doha zu einer Konferenz mit dem Namen „Die Verteidigung Jerusalems“. Die Konferenz war eine Tour de Force aller zentralen Motive der anti-israelischen Hetze. In seiner Grundsatzrede erklärte Abbas, dass das Narrativ der jüdischen Geschichte nicht belegbar sei, besonders die Existenz dessen, „was [das jüdische Volk) einen Tempel nennt.“

Ein Referent nach dem anderen beschuldigte Israel der „ethnischen Säuberungen“ in Jerusalem, obwohl der arabische Bevölkerungsanteil in der Stadt seit 1967 von 26 Prozent auf 35 Prozent angestiegen ist. Während die Welt von jedem einzelnen „jüdischen“ Haus Notiz nimmt, wurde erst kürzlich der Bau von 2.500 Häusern im arabischen Teil der Stadt genehmigt, zusätzlich weitere Gemeindezentren und Hotels. In der Zwischenzeit ruft die PA die arabischen Einwohner weiter dazu auf, illegale Häuser zu errichten, da sie auf Medienaufmerksamkeit zählen kann, wenn diese wieder abgerissen werden.

Die Wahrheit ist, dass Jerusalem unter israelischer Hoheit einen bisher ungekannten Wohlstand genießt und allen Einwohnern erstmals gleiche Rechte gewährt. Seit ihrer Vereinigung durch Israel 1967 gedeiht die Stadt dank der Werte von Toleranz und Freiheit.
Zum ersten Mal seit Jahrhunderten sind alle heiligen Stätten, die zuvor gesperrt waren, offen für den Gottesdienst aller Menschen – ein Prinzip, das im israelischen Recht verankert ist.

Der „Globale Marsch“ gefährdet nicht nur Leben und Eigentum, sondern auch die Aussicht auf Frieden. Mit dem Versuch, die Verbindung des jüdischen Volkes zu dem Land auszulöschen, das schon vor Jahrtausenden seine Heimat war, zerstören die arabischen Führer jede Grundlage für eine zukünftige Koexistenz. Leider sind diese destruktiven Botschaften fester Bestandteil der Lehre in ihren Moscheen, Schulen und Medien. Im ganzen Nahen Osten wird der Keim der Intoleranz bereits in der nächsten Generation gepflanzt.

Der Versuch, die Geschichte zu ändern, wird zu nichts anderem führen als zu weiteren Konflikten und Gewalt. Jerusalems verwinkelte Straßen und hügelige Anhöhen sind die Heimat der heiligsten Erinnerungen des Judentums und der Grundstein unserer blühenden Demokratie. Diese heilige Stadt ist, war immer und wird immer das Herz des jüdischen Glaubens sein.

So lange wie die arabische Welt in einer Orwellschen Illusion der verzerrten Vergangenheit zurückbleibt, wird das Versprechen einer friedlichen Zukunft zwischen Israelis und Palästinensern ein ferner Traum bleiben.

Der Autor ist der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen.

(Quelle: Jerusalem Post, 29.03.12)

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12 Kommentare bisher ↓

  • Hendrik Kretzschmar

    Guten Tag Herr Prosor, ich weiß nicht ob Sie sich noch an mich erinnern. Wir haben zusammen – als die Botschaft noch in Bonn residierte – ein israelisches Filmfestival in Duisburg organisiert und ich bin mehrmals mit israelischen Besuchergruppen(als One-Man-Team) bei Ihnen in der Botschaft gewesen als Sie dort noch als Arbeitsattache gearbeitet haben. Aber jetzt zum eigentlichen Thema. Seit ca. 2 Wochen schreibe ich mir die Finger wund mit Leserbriefen zum Thema “GMJ” – es tritt immer deutlicher zu Tage, dass ein großer Teil der linken Bewegung der Bundesrepublik Deutschland sehr starke antiisraelische Haltung einnimmt und sich häufig antisemitische Strömungen in diesen Bewegungen etablieren. Was ich allerdings als besonders schlimm empfinde ist, dass mittlerweile auch Teile der Sozialdemokratie sich diesen abstrusen Meinungen anschließen und wenn man die Äußerungen des SPD Vorsitzenden Gabriel genauer betrachtet, sagt er nichts anderes als die Linke. Allianz der Israelgegner, um nicht zu sagen Feinde, findet in der BRD leider immer mehr Anhänger und greift jede noch so abstruse Falschinformation dankbar auf, um sich als “Menschenfreund” aufzuspielen. Leider ist das auch ein Ergebnis der immer weniger werdenden Jugendbegegnungen zwischen deutschen und israelischen jungen Menschen. Ich habe in den 80 und 90er Jahren jedes Jahr mindestens zwei Gruppen sowohl deutscher als auch israelischer junger Leute betreut und zu vielen der Teilnehmer habe ich heute noch Kontakt. Keiner – ich wiederhole – keiner hat sich bisher negativ zu israelischer Politik geäußert oder sich irgendwelchen obskuren “Friedensbewegungen” angeschlossen. Daher ist meines Erachtens ein Rückschluß aus diesem momentanen Dilemma, es müssen sich mehr junge Menschen aus unseren beiden Ländern begegnen, um im direkten Dialog mit diesen üblen Fehlinformationen und diesem ideoligischen Hass aufzuräumen.
    Abschließend möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass ich mich sehr darüber gefreut habe, dass Sie jetzt Botschafter Israels bei den Vereinten Nationen sind und ich mich gerne an die Zeit zurückerinnere als wir zusammengearbeitet haben.
    Ich grüsse Sie mit einem herzlichen Shalom und würde mich sehr freuen, wenn ich einmal, wenn es Ihre Zeit zulässt, von Ihnen hören würde.
    Hendrik Kretzschmar (Duisburg)

  • Peter Schwarz

    Warum einen globalen Marsch gegen Israel? Wo waren/sind ähnliche Aufrufe gegen Diktaturen in der restlichen Welt, z. B. Syrien? Ich wünsche Jerusalem und dem jüdischen Volk von Herzen Frieden, aber selbstverständlich auch dem Rest der Welt!

  • Peter Schwarz

    Warum einen globalen Marsch gegen Israel? Israel ist eine Demokratie. Man kann nicht einfach die Grenzen eines souveränen Staates stürmen. Wo waren/sind solche Aufrufe gegen die wirklichen Diktaturen in der Welt wie z. B. aktuell in Syrien? Ich wünsche Jerusalem und dem jüdischen Volk von Herzen Frieden, natürlich auch dem Rest der Welt!

  • eddy hendrikte

    In ihrem Hass sind die antiisraelischen Kräfte nicht bereit , die Wahrheit zu ergründen ! Die Wahrheit ist nach biblischem Befund: Jerusalem ist jüdisch, war jüdisch seit 3000 Jahren und es wird jüdisch bleiben so wahr der Gott Israels lebt!! Volk Israel verteidige Dich! Du bist im Recht. EDDY

  • Hans Nabholz

    Juden und Araber sollten in Jerusalem unter dem Dach des Staates Israel friedlich und wirtschaftlich erfolgreich zusammenleben, sich gegenseitig achten und dabei Wohlstand und allseitige Zufriedenheit schaffen. Gleiches würde ich Israel insgesamt und dem noch zu etablierenden Palestinenser Staat wünschen. Voraussetzung für einen unabhängigen Palestinenser Staat ist die Anerkennung Israels als jüdischem Staat in noch auszuhandelnden sicheren und endgültigen Grenzen. Und daran wird es scheitern, weil kein namhafter palestinensischer Politiker das wagen wird. Es ist ein religiös bedingter Konflikt, der vermutlich friedlich nicht zu lösen ist. Leider!

  • Marlene

    Israel soll leben!!!!!!!

  • freily

    Ich habe meine Meinung unter dem Thread: Die Friedensbemühungen der Hamas ein gestellt.

    Viele berufen sich auf GOTT, doch die meisten können IHN gar nicht “hören”!
    Schon gar nicht die verblendeten Religionisten!

  • Karl R.

    die Muslime scheinen sich wie kleine Kinder zu verhalten;
    wer am lautesten schreit bekommt recht.
    so ist dass aber nicht; Der Gott Jakobs und Abrahams hat dem Sohn der Verheissung -> Israel <- das Land und die Stadt geschenkt. Der HERR gab die Feinde in Ihre Hand. So steht es geschrieben. Der HERR gibt und nimmt.
    Nicht der aus dem Fleisch Ismael, sondern der aus dem Geist durch Glauben gezeugt e- dem gehört nicht nur die Stadt sondern auch die Zukunft.

    /K

  • Friedel,Stefan

    Vielen Dank für diesen Artikel!
    Sie sprechen mir aus dem Herzen!

  • Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev

    [...] auf dem ‚March nach Jerusalem‘: ‚Gegen die Verjudung Jerusalems‘ – Ein Marsch der Narren – Bilanz – Das nennt man dann wohl einen Flop – aber die werden sich weiter in [...]

  • rahab

    die wahrheit nach biblischem befund?
    Jerusalem dürfte jebusitisch sein!
    und die wahrheit, wenn mann sich mal so umguckt?
    sieht auch so aus:
    http://www.juedische-stimme.de/?p=672

  • Volker Trapp

    der Artikel könnte “von Schnitzler”aus der ehemaligen DDR sein.Auch benimmt sich Israel in vielen Dingen ,wenn es um die Wahrheit geht ,wie die DDR.Nur hat die DDR nicht soviele Menschen umgebracht und keine Kriege geführt. Das Problem” DDR”haben deren Bewohner in Leipzig gelößt,in Israel wird das auch passieren,die Bevölgerung Israels will in Frieden leben,Sie wollen Reisen,Familien gründen,eine Wohnung , in Ruhe alt werden und keine Hungerrente

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