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Botschafter protestiert gegen Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler

31. August 2012 · 10 Kommentare · In eigener Sache, Stellungnahmen

Botschafter Yakov Hadas-Handelsman hat dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Peter Feldmann, einen Brief geschrieben, in dem er gegen die Verleihung des Theodor-W.-Adorno-Preises an die Philosophin Judith Butler protestiert hat.

In dem Schreiben bringt der Botschafter seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass ein Preis, der nach einem Menschen benannt ist, der unter den Nationalsozialisten wegen seiner Ansichten und seiner Herkunft verfolgt wurde, an eine Person verliehen wird, die dem Staat Israel gegenüber keine Toleranz und Liberalität erkennen lässt.

In dem Brief heißt es wörtlich:

„Ohne Zweifel mag das akademische Wirken Butlers im sozialwissenschaftlich-philosophischen Bereich außerordentlich und preiswürdig sein, jedoch verwundert es, dass die Stadt Frankfurt eine Person, die wiederholt zum kulturellen und akademischen Boykott Israels aufgerufen hat, ausgerechnet mit dem Theodor-W.-Adorno-Preis auszeichnen wird.

Das Kuratorium hat es bei seiner diesjährigen Entscheidung zur Preisvergabe leider versäumt, die Moralphilosophin an ihrer eigenen Moral zu messen – denn zwischen dem akademischen Werk Judith Butlers und ihrer persönlichen antiisraelischen Agenda, die sie nicht müde wird, in ihrer Position als international renommierte Wissenschaftlerin öffentlichkeitswirksam zu verfechten, herrscht eine groteske Diskrepanz.“

(Botschaft des Staates Israel, 31.08.12)

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10 Kommentare bisher ↓

  • mischi schaefer

    Stimme zu.
    Zum Boykott Israels aufzurufen entbehrt jeglicher logisch begründbarer Grundlage.
    Für mich hat Frau Butler nichts im öffentlichen Leben zu suchen.
    Ihr diesen Preis zu verleihen,
    zeugt u a auch von der Unfähigkeit
    der Verleihenden, Realitäten anzuerkennen
    und sich entsprechend zu verhalten.
    Eine ganz unmögliche Entscheidung.

    Peter Schaefer, Göttingen

  • David

    Bitte lesen Sie, um unsachgemäße Kommentare zu vermeiden, die Äußerungen von Frau Butler zu den Anschuldigungen in der ZEIT vom 30.August.
    http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-08/judith-butler-kritik-israel-antwort
    Inklusive aller relevanter Links zur Debatte.

  • Frankfurt – Stadt der Fehlgriffe? | Jihad Watch Deutschland

    […] [1] [2] [3] Bspw. bei B’nai B’rith- International […]

  • Norman Birnbaum

    His Excellency would have been better advised to ask himself why Prof Butler supports a boycott–and why many who might disagree do not think this anything but the exercise of political judgment re a state which seems to claim for itself exemption from criticism.

  • Joel

    An Peter Schaefer,

    Nur ungern dämpfe ich Ihre optimistische Annahme, mit der Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler würden die „Verleihenden“ ihre Unfähigkeit offenbaren, „Realitäten anzuerkennen“.

    Ich fürchte nämlich, daß „die Pussy-Philosophin“ (dixit Henryk Broder) diesen Preis bekommt, nicht obwohl, sondern WEIL sie antisemitisch ist.

    Schauen Sie, wie sich die Angriffe auf alles Jüdische in diesem Jahr gesteigert haben, wobei wir es mit einer doppelten Bewegung zu tun haben: Zu den geduldigen/ungeduldigen Bemühungen, Israels Legitimität zu erschüttern, kommen direkte Attacken auf das Judentum hinzu.

    Einen Höhepunkt in dem Versuch, Israel zu dämonisieren, setzte Günter Grass mit der Umkehrung des Täter-Opfer-Verhältnisses.

    Unter den einzelnen Höhepunkten im Kampf gegen das Judentum sind zu nennen: die Polemik des französischen Philosophen Michel Onfray gegen die Hebräer, die – kurz gesagt – den Völkermord (an Kanaanitern) als erste praktiziert hätten (weshalb sich die Nachkommen nicht beschweren sollten); die europäische Kritik an der Kaschrut im Namen der Tierliebe (doch ja zum Kochen lebender Hummer); das vorläufige Verbot der Brit Mila im Namen der Kinderliebe.

    Zwar hat sich Michel Onfray mit seiner Polemik um Josuas Landnahme nicht weniger blamiert als Günter Grass, doch seine Infamie zeugt davon, daß manches wieder möglich ist, was vor 10 Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

    Haben Sie eine gute Woche.

  • Damaris

    Ich danke für diese klare Botschaft.

  • Mimöse» Blog Archive » Der Adorno-Preis für Judith Butler

    […] gegen die Nominierung, nachlesbar z.B. in taz und FR. Die SZ lädt zur Meinungsbildung ein. Auch die jüdische Botschaft schließt sich dieser Einschätzung an Die Jüdische Allgemeine fasst verschiedene Kritiken zusammen Aus dem Anti-Deutschen-Lager hagelt […]

  • Eine skandalöse Entscheidung | faehrtensuche

    […] Datum vom 31.08.2012 ist auf dem Blog des Staates Israels zu […]

  • lukowski

    UNGLAULICH! Es ist nicht neues was diese dame sagt ,unglaublich ist dass ihre Ideen in nDeutschland anerkannt sind

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