Botschaft des Staates Israel in Berlin

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Der Gesandte der Botschaft, Emmanuel Nahshon, im Facebook-Chat

16. November 2012 · 2 Kommentare · Friedensverhandlungen, Gaza, Hamas, In eigener Sache, Interviews, Iran, Jordanien, Operation Wolkensäule, Palästinenser, Politik, Sicherheit, Terror

Am Freitag, den 16. November führten wir auf unserer Facebook-Seite einen Live-Chat mit dem Gesandten der Botschaft, Emmanuel Nahshon, zur aktuellen Situation in Israel und die Militäroperation Wolkensäule durch. Unsere Freunde auf Facebook konnten ihm Fragen stellen, die er live auf Facebook beantwortete. Dies ist ein Protokoll der Fragen und Antworten:

 

F: Wird es zu einem umfangreichen Einsatz von Bodentruppen kommen?

A: Wir hoffen, dass das nicht notwendig sein wird. Israel ist der Bekämpfung des Terrors verpflichtet und muss seine Bürger vor den Angriffen mit Raketen schützen.

 

F: Wie lange wird/werden nach heutiger Einschätzung die Militäraktion (en) dauern? Existiert ein grober Zeitrahmen, bis wann die militärischen Ziele erreicht sein sollen?

A: Wir wissen nicht genau, wie lange sie dauern wird. Das einzige, das ich Ihnen sagen kann, ist, dass es so lange dauern wird, bis sichergestellt ist, dass israelische Zivilisten nicht länger durch Raketen aus Gaza bedroht sind.

 

F: Welche Rolle spielt Ägypten?

A: In der Vergangenheit hat Ägypten eine sehr wichtige Rolle gespielt. Die neue ägyptische Führung hat sehr enge Beziehungen zur Muslimbruderschaft und der Hamas, aber wir hoffen trotzdem, dass Ägypten eine positive Rolle in dem Konflikt spielen wird und auf die Terrororganisation positiv einwirken wird.

 

F: Wie positionieren sich die arabischen Nachbarn – z.B. Jordanien – zur aktuellen Situation?

A: Wir sind Zeugen großer Veränderungen in der arabischen Welt und es ist noch zu früh, um zu wissen, ob das Potential für Frieden dadurch größer oder kleiner wird. Jordanien ist ein Freund und ein sehr wichtiger Partner in der Region und wir werden unsere engen Beziehungen zu Jordanien fortsetzen.

 

F: Woher kommen die Raketen in den Gazastreifen?

A: Wir wissen, dass die Hamas seit Jahren direkt und indirekt vom Iran viele Raketen erhält. Sie haben im Gazastreifen ihre eigene Produktion für Kassam-Raketen. Die Langstreckenraketen kommen vom Iran und mit iranischer Unterstützung. Diese Raketen wurden über Jahre in den Gazastreifen geschmuggelt und das Ziel unserer Militäroperation ist es, die Raketen und die Infrastruktur zum Raketenabschuss zu zerstören.

 

F: Wieviel Prozent der Raketen werden denn eigentlich durch das neue Abwehrsystem abgefangen?

Q: Iron Dome fängt 85 bis 90 Prozent der Raketen ab.

 

F: Wie hoch sind die Opfer unter den Zivilisten? Fördern die Angriffe nicht eher weitere Angriffe auf Israel?

A: Hamas benutzt die palästinensische Zivilbevölkerung auf sehr zynische Art und schießt Raketen von Wohnäusern, Krankenhäusern und Schulen. Trotzdem tun wir alles, um palästinensische zivile Opfer zu vermeiden. Ziel der Hamas dagegen ist es, israelische Zivilisten zu töten.

 

F: Wie beurteilen Sie die Mediendarstellung Israels in dem derzeitigen Konflikt und sehen Sie Unterscheide zu vorigen Konflikten?

A: Bis jetzt war die Medienberichterstattung in Deutschland positiv. Wir sehen viel Verständnis für Israels Position und die Notwendigkeit, auf den grundlosen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zu reagieren. Das wichtigste ist, dass wir viel Solidarität für das Leid der israelischen Bevölkerung erfahren.

 

F: Was läuft im Westjordanland anders als im Gaza-Streifen? Warum gelingt es (trotz der Siedlungspolitik!) das Zusammenleben mit den dort lebenden Palästinenser deutlich friedlicher zu gestalten? Wieso sind diese nicht so leicht radikalisierbar durch die Hamas? Warum ist es so schwer, dieses Erfolgskonzept auf den Gaza-Streifen zu übertragen?

A: Der Gazastreifen wurde von einer radikalislamischen Organisation übernommen, deren Ideologie auf Gewalt und Terror basiert. Im Westjordanland versteht die Palästinensische Autonomiebehörde die Notwendigkeit eines Dialogs mit Israel und daher ist die Situation der Bevölkerung dort viel besser.

 

F: Hat Deutschland ein starkes Unterstützungssignal nach Israel gesendet? Wie wichtig ist dies für Israel? Was können Freiwillige tun, um Israel zu unterstützen?

A: Deutschland ist einer der besten Freunde Israels. Wir haben von Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle große Unterstützung und Solidarität erfahren. Wenn Ihr Israel helfen wollt, bitte ich Euch, die israelische Position Euren Freunden, Journalisten und Politikern zu erklären.

 

F: Welche Auswirkungen haben die Militär Operationen auf die bevorstehenden Wahlen?

A: Die israelische Militäroperation hat mit den bevorstehenden Wahlen nichts zu tun. Wir haben uns den Zeitpunkt den Militäroperation nicht ausgesucht. Er wurde durch die kriminellen Raketenangriffe auf Israel durch die Hamas bestimmt.

F: Natürlich möchte jeder (?) eine Beendigung der Gewalt. Aber die hasserfüllte Erziehung in Gaza wirkt langfristig. Wie könnte ein Konzept dafür aussehen, das daraus erwachsende Denken und Handeln zu überwinden?

A: Der einzige Weg, die Gehirnwäsche mit Hass und Intoleranz zu überwinden, führt über einen echten und direkten Dialog mit Israel. Unsere Hand bleibt immer zum Frieden ausgestreckt, solange die andere Seite bereit ist, unser Existenzrecht anzuerkennen.

 

F: Wie kann die Zukunft des Gaza Streifens aussehen? Man sieht aktuell mit dem 2. Gaza-Krieg in relativ kurzer Zeit, dass die Situation so nicht tragbar ist. Wäre ein Sturz der Hamas eine Lösung?

A: Der Gazastreifen könnte das Singapur des Nahen Osten sein, ein Ort mit High Tech, Hochschulen und freiem Unternehmertum. Leider ist er heute ein Ort der Armut und des Fanatismus. Die Zukunft des Gazastreifens liegt in der Hand seiner Bewohner. Sie müssen sich entscheiden, welche Zukunft sie möchten.

 

F: Betreffend einer möglichen Beobachterrolle eines palästinensischen Staates bei der UN: Welche Gründe sprechen dagegen und wieso wird seitens Israel und den USA versucht, dies zu verhindern?

A: Wir glauben, dass der einzige Weg zum Frieden über direkte Verhandlungen führt. Durch ihre Initiative bei der UNO versuchen die Palästinenser direkte Gespräche mit Israel zu umgehen. Wir hoffen, dass sie diesen Fehler nicht machen werden.

 

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2 Kommentare bisher ↓

  • Gan-Chan

    Der Gazastreifen wird aber nie ein Singapore des Nahen Ostens sein. Derzeit haengen vermutlich ueber 90 % einem Todeskult an, von dem sie sich ohne Widerstand auch selbst terrorisieren lassen.

    Ein schoener Traum, aber fuer ein Singapore des Nahen Ostens im Gazastreifen muessten schon ueber ⅔ der Menschen dort auswandern und dann kann man den Chinesen anbieten ans Mittelmeer zu kommen.

  • Pfr.i.R. Amelung

    Wer Haß sät, wird Sturm ernten. Damit zeigt die HAMAS ihre Unfähigkeit, zum Frieden beizutragen.Wenn die UNO nur ein wenig Verstand hat, lehnt sie alle Bemühungen um Anerkennung der Hamas ab. So etwas gehört nicht in die Völkergemeinschaft. Das sollten die einzelnen Länder ihren Vertretern deutlich machen.Dahinter steckt ein radikaler ISLAM, der keine Toleranz kennt. Ob die Völker das noch mal begreifen werden??

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