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Israel übergibt ITF-Vorsitz an die Niederlande

8. März 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Der Vorsitzende der International Task Force for Holocaust Education, Remembrance and Research (ITF), Dan Tichon, hat am heutigen Dienstag im Rahmen einer Zeremonie in Berlin den Vorsitz an seinen niederländischen Nachfolger, Botschafter Karel de Beer, übergeben, der das Amt im kommenden Jahr ausüben wird.

Die Task Force ist eine intergouvernementale Organisation, die im Jahr 2000 mit der Stockholmer Erklärung in Stockholm gegründet wurde. Die Initiative dazu ging von dem damaligen schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson aus. Bis heute haben sich ihr 28 demokratische Staaten angeschlossen.

Die Mitglieder der Organisation verpflichten sich mit ihrem Beitritt zur Einbeziehung des Holocaust in die Lehrpläne der Schulen, zur Erhaltung von Gedenkstätten und Museen sowie zur Öffnung von Archivbeständen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Seit der Gründung und der Erweiterung der Organisation sind neue Herausforderungen wie die Holocaust-Leugnung, der Holocaust-Unterricht ohne noch lebende Zeitzeugen und der Einsatz der neuen Medien unter der jungen Generation hinzugekommen.

Während des israelischen Vorsitzes im Jahr 2010 wurde die organisatorische Infrastruktur für den Umgang mit der Holocaust-Leugnung in ihren unterschiedlichen Formen geschaffen. Zudem wurde das „Vorsitz-Projekt“ initiiert, in dessen Rahmen drei Experten-Teams aus den Bereichen Hochschule, Erziehung und Medien in die drei Staaten reisten, die sich im Prozess des Beitritts zur ITF befinden (Portugal, Slowenien und die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien), um die Ziele der Organisation  den Entscheidungsträgern in Politik, Medien und Erziehungswesen zu vermitteln.

Die Bewahrung des Holocaust-Gedenkens ist eines der Ziele der israelischen Diplomatie. Während des israelischen Vorsitzes wurden die Grundlagen für die Arbeit der ständigen Kommission gelegt, die sich mit dem Antisemitismus und der Holocaust-Leugnung beschäftigt. Im Zuge der Erweiterung der Task Force wurden zudem die juristische Infrastruktur zur Verankerung ihres rechtlichen Status‘ aufgebaut und eine Resolution verabschiedet, die jeden Mitgliedsstaat dazu verpflichtet, auf dieser Basis jährlich über seine Aktivitäten zu berichten. Des Weiteren wurde eine Einverständniserklärung über die Zusammenarbeit mit  dem Office for Democratic Institutions and Human Rights (ODHIR) der OSZE im Bereich der Verfolgung von Manifestationen des Antisemitismus und von Hassverbrechen unterzeichnet.

Der neue niederländische Vorsitzende, Botschafter Karel de Beer, vertritt die Meinung, dass internationale Zusammenarbeit bei der Einbeziehung des Holocaust in der Lehre, Forschung und Erinnerungskultur nicht an Relevanz verloren hat seit der Gründung des ITF. Diese Relevanz spiegelt sich auch im Zuwachs der Mitgliedstaaten wider, von drei im Jahre 1998 zu den 28 gegenwärtigen Mitgliedstaaten.

65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges befindet sich die ITF nun am ‘Scheideweg’. Überlebende des Holocaust wird es in wenigen Jahren nicht mehr geben, was unweigerlich die Frage nach der Bedeutung des Holocaust-Gedenkens aufwerfen wird. Der erste Absatz der Stockholmer Erklärung besagt, dass „der Holocaust von universeller Bedeutung ist“. Die Herausforderung der ITF ist es, diesen Ansatz national und international immer wieder zu unterstreichen. Nicht nur für die gegenwärtige, sondern auch für zukünftige Generationen.

Der Einsatz des niederländischen Vorsitzes besteht darin, die ITF dergestalt zu unterstützen, dass an der Umsetzung dieser Ziele in den kommenden Jahren entsprechend gearbeitet werden kann. Ende Juni und Ende November 2011 finden in Amsterdam beziehungsweise Den Haag ITF Tagungen zum Thema pädagogische Aufarbeitung und Holocaust-Forschung statt.

(Botschaft des Staates Israel/ Botschaft des Königreichs der Niederlande, 08.03.11)

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