Botschaft des Staates Israel in Berlin

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Berlin-Besuch von Minister Yossi Peled

20. Januar 2012 · Keine Kommentare · Bildung, deutsch-israelische Beziehungen, Holocaust


Yossi Peled, israelischer Staatsminister im Amt des Ministerpräsidenten, ist derzeit auf Besuch in Berlin.

Anlass für den Besuch Peleds ist der 70. Jahrestag der Wannseekonferenz. Gemeinsam mit Bundespräsident Christian Wulff nahm er auf Einladung von Dr. Norbert Kampe, dem Leiter der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz und Gästen an der zentralen Gedenkzeremonie teil.

Staatsminister André Schmitz begrüßte die Gäste, bevor Bundespräsident Wulff in seiner Rede der Geschehnisse in der Villa Wannsee am 20. Januar 1942 gedachte. Wulff versprach dem jüdischen Volk und dem Staat Israel die unverbrüchliche Freundschaft Deutschlands  und betonte die Verpflichtung Deutschlands für die Sicherheit Israels und der jüdischen Bevölkerung weltweit. Wulff erklärte: „Ich wünsche mir, dass sich nie wieder jemand vor seinen Nachbarn verstecken muss in diesem Land.“

Staatsminister Yossi Peled mit Bundespräsident Christian Wulff und Norbert Kampe

Peled erklärte, er wolle heute nicht als Minister oder ehemaliger General zu den Anwesenden sprechen, sondern als der kleine Junge, der er einmal gewesen war und der in Belgien den Schrecken der Shoah entkommen und schließlich nach Israel gelangt war.

„Es war mir nicht vergönnt, am Grab [meines Vaters] den Kaddisch zu sprechen“, so der Minister. Aus diesem Grund wolle er dies heute an dem Ort des Schreckens tun.

Nach seiner bewegenden Rede dankte Minister Peled Bundespräsident Christian Wulff für den Beitrag Deutschlands zur Sicherheit des Staates Israel.

Am Donnerstag war Peled im Berliner Canisius-Kolleg mit etwa 100 Berliner Schülern des Kollegs, der katholischen Liebfrauenschule und der Jüdischen Oberschule zusammengetroffen.

Minister Peled im Canisius Kolleg

Bei der Veranstaltung sprach er mit den Schülern vor allem über seine Kindheit während der Shoah.

Er schilderte seinen inneren Konflikt als ein jüdisches Kind, das in seinen ersten Kindheitsjahren als Katholik versteckt und aufgezogen wurde, während alle seine Familienangehörigen mit Ausnahme seiner Mutter vernichtet wurden.

Mit 8 Jahren war er gegen seinen Willen mit seiner – ihm fremden- Mutter nach Antwerpen gegangen und wanderte anschließend mit einer Gruppe Waisenkinder nach Israel aus – ein weiterer Bruch in seiner Kindheitsidentität.

Peled erzählte, wie er in Israel aufwuchs, unter den in Israel geborenen Sabres, wo er sich  erneut als Fremder fühlte. Der Tag, den ein jeder Israeli im Gedächtnis trägt, ist der des Eintritts in die Armee. Für ihn war es der Tag, an dem er als Jude ein Gewehr in die Hand bekam, um sein Volk zu verteidigen. Dies war seinen Eltern verwehrt geblieben.

Die Schüler zeigten sich sehr interessiert an den persönlichen Erinnerungen und stellten viele Fragen über seine Identitätsbrüche, Emotionen und Erlebnisse. Gleichzeitig waren sie auch interessiert an seinen Einschätzungen der aktuellen Lage in Nahost und stellten konkrete politische Fragen, die sich auf den heutigen israelisch-palästinensischen Konflikt bezogen.

Rede von Peled bei der Gedenkveranstaltung im Haus der Wannseekonferenz (auf Hebräisch)

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