Botschaft des Staates Israel in Berlin

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Vom Volk des Buchs zum Volk des Facebooks

4. Januar 2013 · 1 Kommentar · Gesellschaft, Vermischtes

Voller Hingabe, zu jeder Zeit und an jedem Ort frönen Israelis ihrer Sucht nach den sozialen Medien im Internet – mit teilweise beunruhigenden Auswirkungen.

Die meisten Israelis standen dem technischen Fortschritt schon immer aufgeschlossen gegenüber und schon seit vielen Jahren gehört an das Ohr eines Israelis auch ein Handy – immerhin ist Israel das Land mit der anteilig höchsten Dichte an Start-ups weltweit.  Doch durch die rasche Verbreitung von iPhone und Co. hat die Nutzung dieser Medien ungeahnte Ausmaße angenommen. Eine gerade erschienene Studie der Universität Haifa ermittelte, dass 94 Prozent der israelischen Oberschüler im Unterricht mit ihren Smartphones in sozialen Netzwerken wie Facebook oder YouTube surfen. 95 Prozent machen Fotos und Aufnahmen, die nichts mit dem Lehrstoff zu tun haben. Während des Unterrichts vergeht quasi kein Moment, an dem nicht mindestens ein Schüler mit  seinem Handy beschäftigt ist.

Angesichts dieser Zahlen überrascht es auch nicht, dass Israelis weltweit mit an der Spitze stehen, wenn es darum geht, mit einem eigenen Profil bei Facebook und anderen Netzwerken vertreten zu sein. Immerhin 90 Prozent aller israelischen Internetnutzer sind dort registriert, wie eine Umfrage von comScore ermittelte. Übertroffen wird Israel darin nur noch von den Philippinen. In den USA und Westeuropa sind es hingegen vergleichsweise geringe 60 bis 70 Prozent.

Israelis sind nicht nur zuhauf bei Facebook vertreten, sie verbringen dort auch viel Zeit – mehr als alle anderen Länder, wie The Next Web berichtete. Im Oktober 2011 waren es durchschnittlich 11,1 Stunden.  In den USA waren es zum Vergleich 6,9 Stunden.

Der Bedeutung der sozialen Netzwerke kann sich im gegenwärtigen israelischen Wahlkampf auch die Politik nicht entziehen. Die meisten Parteien sind bei Facebook präsent und alle Spitzenkandidaten der größeren Parteien sind mit eigenen Profilen vertreten. Auch auf YouTube ist der Wahlkampf in vollem Gange. Hier haben Parteien ebenfalls eigene Kanäle  und Kandidaten buhlen um Stimmen. Im Kampf um junge Wähler wird dabei auch auf humorvolle Verweise auf jüngere Internetphänomene gesetzt, wie das Gangnam-stylische Video „Elkin Style“ des Likud-Politikers Ze’ev Elkin zeigt. Stav Shapir von der Arbeitspartei setzt dagegen auf die Erinnerung an die Sozialproteste im vergangenen Sommer.

Soziale Netzwerke sind aus dem Alltag der meisten Israelis nicht mehr herauszudenken. Da das Verhalten von Familie Adler aus Tel Aviv vielleicht nur konsequent. Sie gaben ihrer neugeborenen Tochter kurzerhand den Namen Like.

(Botschaft des Staates Israel, 04.01.13)

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Ein Kommentar bisher ↓

  • Yvonne Wenderoth

    Ich finde es recht mutig, sich so gläsern zu machen. Schon in Deutschland muß man wohl überlegen welche Information ins Netz gestellt werden soll, aber bei einer Nation die sich in permanenter HabAchtStellung befindet, emfinde ich diese Offenheit zu gleich erfrischend und gewagt. Hut ab!

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