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Das Hamas-Handbuch für Entführer

3. Juli 2014 · 1 Kommentar · #BringBackOurBoys, Hamas, Terror

Hamas-Terrorist (Foto: Screenshot YouTube) Die Hamas hat drei Versionen eines Handbuchs für Entführer veröffentlicht, das praktische und ideologische Anleitungen für die Durchführung von Entführungen bietet. Die folgende Analyse der Handbücher basiert auf frei zugänglichen Quellen.

 

 

1. Am 23. Februar 2010 hat das von der Hamas geführte Palästinensische Informationszentrum über die Auslieferung der ersten Ausgabe eines 200-seitigen Buchs mit dem Titel „Eine Innenansicht des Widerstands (Al-Muqawama)“ berichtet. Das Buch beschäftigt sich intensiv mit Entführungen von Israelis als ein Mittel zur Freipressung von palästinensischen Häftlingen in israelischen Gefängnissen.

 

Ein Bericht über das Buch wurde auch am 5. März 2010 vom Islamischen Block der Al-Quds Universität in Jerusalem veröffentlicht, einer Studentengruppe, die der Hamas nahe steht.

Das Buch wurde von Mohammed  Arman geschrieben, einem ranghohen Hamas-Mitglied, das in Israel inhaftiert ist. Arman war der Kommandant der Silwan-Gruppe, die während der Zweiten Intifada schreckliche Terroranschläge verübt hat (unter ihnen der Anschlag auf das Café Moment, ein Anschlag in Rishon Lezion und der Anschlag auf die Hebräische Universität in Jerusalem). Er wurde im August 2002 festgenommen und zu 36-mal lebenslänglicher Haft verurteilt. Wegen der Schwere seiner Taten und der Gefahr, die von ihm ausging, hat Israel sich geweigert, ihn im Rahmen des Gefangenenaustauschs gegen Gilad Shalit freizulassen.

In dem Buch macht Arman detaillierte operative Vorschläge, auch zu Entführungen, und analysiert den Verlauf und die Schwierigkeiten für den „Widerstand“ (das palästinensische Code-Wort für Terrorismus). Er erläutert, wie der „Widerstandskampf“ am besten zu führen ist. Er empfiehlt zum Beispiel, Raketen und Mörser vom Westjordanland aus auf israelische Ziele zu schießen. Er erklärt auch, wie verschiedene Kommunikationskanäle (Handys, Internet etc.) mit Rücksicht auf notwendige Vorsichtsmaßnahmen genutzt werden können.

Arman geht auch näher auf die Entführung „zionistischer Soldaten“ zur Freipressung palästinensischer Gefangener ein. Seine Beschreibungen sind eine detaillierte Kampfanweisung für Entführungen. Zur Fülle der operativen Vorschläge, die er in dem Buch ausführt, gehören zum Beispiel,

–        dass es definitiv möglich ist, ein israelisches Entführungsopfer für lange Zeit im Westjordanland gefangen zu halten, solange die Entführer ihren gesunden Menschenverstand einsetzen und die Operation akribisch planen.

–        dass die Entführer Hamas-„Schläfer“ sein müssen, die unter großer Geheimhaltung seit einem jungen Alter von der Hamas erzogen werden, ohne dass sie von (palästinensischen) Kollaborateuren mit Israel entdeckt werden.

–        dass es sich lohnt, bestimmte israelische Soldaten zu entführen, um die Wirkung der Entführung zu erhöhen. Nach Arman sind folgende Eigenschaften des Soldaten besonders vorteilhaft: ein Jude europäischer Herkunft, verheiratet, Vater von Kindern, dessen Eltern noch leben.

–        dass ein geheimes Versteck vorher gut vorbereitet sein sollte (zum Beispiel eine Höhle, in der das Entführungsopfer festgehalten wird) und sich fernab von Häusern befinden sollte. Alternativ dazu wäre es möglich, das Versteck im Wohnumfeld von Menschen einzurichten, die weder bekannte Kollaborateure sind, noch unter einem Sicherheitsaspekt für den Feind (Israel) verdächtig erscheinen, so dass kein Grund zur Annahme besteht, dass sie zuhause verhaftet werden oder umliegende Gebiete durchsucht werden.

 

2. Am 28. April 2013 veröffentlichte Dr. Adnan Abu Amer, Dozent an der Al Ummah University Open Education, einen Artikel auf der Arabisch-sprachigen Webseite Al Monitor mit dem Titel „Der Countdown zur nächsten Entführung gegen die israelische Armee“. Auf der Englisch-sprachigen Version der Interseite heißt der Artikel „Plant die Hamas die Entführung weiterer Israelis?“.

 

3. Abu Amer, der auch Kommentare bei „Palestine“ – dem Sprachrohr der Hamas – veröffentlicht, schrieb in seinem Artikel, dass die Führung der Hamas – angefangen von Khaled Mashaal im Ausland bis zu den Führern der Organisation im Gazastreifen – im Jahr 2013 weitaus mehr Nachrichten als üblich an den terroristischen Arm der Organisation schickten. Den Terroristen wurde im Westjordanland und im Gazastreifen freie Hand gegeben, Israel erneut zu einem Gefangenenaustausch zu zwingen. Abu Amar nannte einige Beispiele für diese Nachrichten im Artikel:

–        Khaled Mashaal, Leiter des Politbüros der Hamas, erklärte damals, dass der einzige Weg, um palästinensische Gefangene freizubekommen, darin bestehe, Israel zum Gefangenenaustausch zu zwingen.

–        Ismail Haniya, bis vor kurzem Ministerpräsident der Hamas-Regierung im Gazastreifen, gab den Izz al-Din al-Kassam-Brigaden der Hamas zur gleichen Zeit in einer seiner Reden freie Hand, das Leiden der palästinensischen Gefangenen zu beenden. Er nannte die Entführung von Gilad Shalit als ein Beispiel.

–        Ahmad Bahar, Vizesprecher des palästinensischen Parlaments von der Hamas, rief die „bewaffneten Flügel“ auf, alles in Bewegung zu setzen, um die Gefangenen mit allen Mitteln zu befreien.

–        Atalla Abu-al-Sabah, Hamas-Minister für Gefangenenfragen, unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit, die Option des „Widerstands“ im Westjordanland und im Gazastreifen zu nutzen.

 

4. Abu Amer schreibt auch, dass die Hamas an die Izz al-Din al-Kassam-Brigaden ein 18-seitiges Handbuch mit dem Titel „Das Handbuch für Entführer“ verteilte, das Anweisungen zu Entführungen enthält.

Demnach enthält das Handbuch Anleitungen, wie Entführungen durchgeführt werden können. Zu den Empfehlungen gehören:

–        Die Entführer sollten Hebräisch lernen, bis sie es fließend sprechen können.

–        Sie sollten einen Soldaten mit schmächtiger Erscheinung auswählen.

–        Das Fahrzeug, das für die Entführung genutzt wird, sollte sofort gewechselt werden.

 

5. Es ist anzumerken, dass bereits im Jahr 2002 ein 16-seitiges Entführer-Handbuch verteilt wurde, das dem von Abu Amer erwähnten Handbuch ähnelt.

Es hat den Anschein, dass die Hamas seit Jahren systematisch an der Entführungsdoktrin arbeitet.  Dabei verbessert und vertieft sie die operativen Aspekte basierend auf den Erfahrungen aus tatsächlichen Entführungen und Entführungsversuchen. Sie weitet ihre Aktivitäten aus, um diese Kampfdoktrin ins Bewusstsein der Aktivisten zu bringen und sie, wenn nötig zum Handeln zu motivieren.

[Es sollte angemerkt werden, dass bei der Entführung der drei Israelis am 12. Juni zwei 16-jährige Gymnasiasten und ein 19-jähriger Religionsstudent entführt (und ermordet) wurden, obwohl im Entführer-Handbuch israelische Soldaten thematisiert werden. Die Hamas hat größere Anstrengungen unternommen, um diese Teenager fälschlicherweise als Soldaten darzustellen, unter anderem in einem Interview am 23. Juni mit Hamas-Führer Khaled Mashaal auf Al Jazeera.]

(Außenministerium des Staates Israel, 26.06.14)

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