Botschaft des Staates Israel in Berlin

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Rede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu vor den Vereinten Nationen am 1. Oktober 2015

2. Oktober 2015 · 1 Kommentar · Friedensverhandlungen, Iran, Palästinenser, UN

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Meine Damen und Herren,

ich bringe Ihnen Grüße aus Jerusalem. Die Stadt, in der die Hoffnungen und Gebete des jüdischen Volkes für den Frieden für die gesamte Menschheit im Laufe der Jahrhunderte widerhallen.

Vor einunddreißig Jahren stand ich zum ersten Mal als Botschafter Israels auf diesem Podium. Ich sprach an diesem Tag gegen eine Resolution zur Verbannung Israels aus den Vereinten Nationen, hervorgebracht durch den Iran. Damals wie heute war die UN zwanghaft feindselig gegenüber Israel, der einzig wahren Demokratie im Nahen Osten. Damals wie heute versuchten einige Nationen, den einzigen jüdische Staat der Welt einen Platz unter den Nationen zu verweigern.
Ich beendete diese erste Rede mit den Worten: “Meine Herren, geben Sie Ihren Fanatismus an der Garderobe ab!”

 

Mehr als drei Jahrzehnte später, als Premierminister von Israel, habe ich wieder das Privileg, von diesem Podium sprechen zu dürfen und für mich bedeutet dieses Privileg die moralische Verantwortung, die Wahrheit zu sagen.
Seit drei Tagen höre ich die Führer der Welt, wie sie das Atomabkommen mit dem Iran loben. Darum beginne ich meine heutige Rede mit den Worten: “Meine Damen und Herren, geben Sie Ihren Enthusiasmus an der Garderobe ab!”

Sehen Sie, dieses Abkommen macht Frieden nicht wahrscheinlicher. Durch das Pumpen von Abermillionen Dollar in die Aggressionen Irans und durch die Erleichterung der Sanktionen, machen Sie den Krieg sogar wahrscheinlicher. Schauen Sie sich einfach an, was der Iran allein in den letzten sechs Monaten getan hat. Der Iran hat die Lieferung von verheerenden Waffen nach Syrien erhöht. Der Iran schickte mehr Soldaten der Revolutionsgarden nach Syrien. Der Iran schickte Tausende afghanische und pakistanische schiitische Kämpfer nach Syrien. Der Iran hat dies alles getan, um Assads brutales Regime zu stützen. Der Iran verschifft auch Tonnen von Waffen und Munition an die Houthi-Rebellen im Jemen, einschließlich einer Sendung erst vor zwei Tagen.

Der Iran droht, Jordanien zu stürzen. Irans Hisbollah-Vertretung schmuggelt SA-22-Raketen in den Libanon, um unsere Flugzeuge abzuschießen und Yakhont Marschflugkörper, um unsere Schiffe zu versenken. Der Iran beliefert Hisbollah mit präzisionsgelenkten Boden-zu-Boden-Raketen und Kampfdrohnen, um punktgenau ein beliebiges Ziel in Israel treffen zu können. Der Iran unterstützt Hamas und den islamischen Jihad beim Aufbau bewaffneter Drohnen in Gaza.

Der Iran macht auch keinen Hehl um seine Pläne, zwei neue Terrorfronten gegen Israel zu eröffnen und verspricht, die Palästinenser in der Westbank zu bewaffnen und schickt seine Revolutionsgardengeneräle auf die Golanhöhen, von wo aus erst vor kurzem Raketen auf Nordisrael abgefeuert wurden.

Israel wird weiterhin mit Nachdruck auf alle Angriffe aus Syrien reagieren. Israel wird weiterhin alles tun, um die Lieferung strategischer Waffen an die Hisbollah aus und durch syrisches Gebiet zu verhindern.
Alle paar Wochen errichten der Iran und die Hisbollah neue Terrorzellen in Städten in der ganzen Welt. Drei solcher Zellen wurden erst vor kurzem in Kuwait, Jordanien und Zypern entdeckt.
Im Mai durchsuchten Sicherheitskräfte in Zypern die Wohnung eines Hisbollah-Agenten in der Stadt Larnaca. Sie fanden dort fünf Tonnen Ammoniumnitrat-Sprengmittel. Das ist in etwa die gleiche Menge an Ammoniumnitrat, das verwendet wurde, um das Bundesgebäude in Oklahoma City in die Luft zu sprengen. Und diese Durchsuchung fand nur in einer Wohnung statt, in einer Stadt, in einem Land.
Der Iran errichtet jedoch dutzende dieser Terrorzellen rund um die Welt.

Meine Damen und Herren,

diese Terrorzellen werden auch in dieser Hemisphäre errichtet. Ich wiederhole, der Iran hat all dies, alles, was ich gerade beschrieben habe, nur in den letzten sechs Monaten getan, in der Zeit, in der die Welt davon überzeugt werden sollte, die Sanktionen zu entfernen.
Stellen Sie sich nur mal vor, was der Iran erst tun wird, wenn die Sanktionen aufgehoben sind. Von der Leine gelassen und ohne Maulkorb, wird der Iran auf die Pirsch gehen und immer mehr Opfer verschlingen. In der Folge des Atomabkommens wird der Iran Abermillionen Dollar für Waffen und Satelliten ausgeben.

Sie denken, der Iran tut dies, um den Frieden voranzubringen? Sie denken, Hunderte von Milliarden von Dollar durch Sanktionserleichterung und Aufbauverträge werden den räuberischen Tiger in ein Kätzchen verwandeln? Wenn Sie das glauben, dann denken Sie noch einmal schärfer darüber nach.

Im Jahr 2013 begann Präsident Rouhani seine sogenannte Charme-Offensive hier bei den Vereinten Nationen. Zwei Jahre später hat der Iran mehr politische Gefangene hingerichtet als sonst und weitet seine regionale Aggression und sein schnell wachsendes globales Terrornetzwerk aus.

Man sagt, Taten sprechen lauter als Worte. Aber in diesem Fall des Iran, sprechen die Worte so laut wie die Taten. Hören Sie einfach mal auf den stellvertretenden Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden Quds Force. Das hier sagte er im Februar:
“Die islamische Revolution ist nicht durch geographische Grenzen beschränkt.” Er prahlte damit, dass Afghanistan, Irak, Libanon, Syrien, Palästina und Jemen zu den Ländern gehören, die “von der Islamischen Republik Iran erobert” werden.
Erobert!

Und für diejenigen unter euch, die glauben, das Abkommen in Wien wird eine Änderung in der iranischen Politik bringen, sei Irans oberster Führer Ayatollah Khamenei zitiert, der fünf Tage, nachdem das Atomabkommen erreicht war, dies sagte: “Unsere Politik gegenüber den arroganten Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird sich nicht ändern. Die Vereinigten Staaten”, schwor er, “werden auch weiterhin der iranische Feind sein.”

Den Mullahs mehr Geld zu geben, wird voraussichtlich mehr Repressionen im Iran schüren, es wird aber definitiv die Aggressionen außerhalb des Irans befeuern. Als Führer eines Landes, das sich jeden Tag gegen Irans wachsende Aggression verteidigen muss, wünschte ich, ich könnte Trost finden in dem Glauben, dass diese Transaktion Irans Weg zu Atomwaffen verhindert. Aber ich kann es nicht, weil es nicht so ist.

Dieses Abkommen legt mehrere Einschränkungen für das iranische Atomprogramm fest, und das zu Recht, denn die internationale Gemeinschaft weiß, dass der Iran gefährlich ist. Aber sehen Sie, hier ist der Haken:
Mit diesem Abkommen, wenn der Iran sein Verhalten nicht ändert, in der Tat, wenn er in den kommenden Jahren sogar noch gefährlicher wird, werden die wichtigsten Beschränkungen dennoch automatisch nach zehn oder fünfzehn Jahren aufgehoben. Ein islamisches Terrorregime wäre dann nur noch Wochen davon entfernt, spaltbares Material für ein ganzes Arsenal von Atombomben zu produzieren. Das macht einfach keinen Sinn.

Ich habe immer gesagt, wenn der Iran, wie ein normales Land behandelt werden möchte, soll sich der Iran wie ein normales Land benehmen. Mit diesem Abkommen jedoch wird der Iran wie ein normales Land behandelt, selbst wenn der Iran ein dunkler Gottesstaat bleibt, der seinen Nachbarn erobert, den weltweiten Terrorismus unterstützt und dabei singt: “Tod für Israel”, “Tod für Amerika”.
Glaubt denn jemand ernsthaft, dass die Überflutung einer radikalen Theokratie mit Waffen und Geld ihren Appetit auf Aggression Einhalt gebieten wird? Glaubt denn wirklich jemand ernsthaft, dass ein theokratischer Iran mit schärferen Krallen und schärferen Zähnen, seine Haltung ändern wird?

Also hier ist eine allgemeine Regel, die ich gelernt habe, und Sie müssen diese Lehre in Ihrem Leben auch gelernt haben: Wenn schlechtes Verhalten belohnt wird, wird alles nur noch schlimmer.

Meine Damen und Herren,
Ich sage schon lange, die größte Gefahr für unsere Welt ist die Kopplung des militanten Islams mit Atomwaffen, und ich bin sehr besorgt, dass das Atomabkommen mit dem Iran die Heiratsurkunde dieser unheiligen Anschluss sein wird.
Ich weiß, einige wohlmeinende Menschen glauben aufrichtig, dass dieses Angebot der beste Weg ist, um Irans Weg zur Bombe zu blockieren. Aber eine der wichtigsten und dennoch doch kaum verstandenen Lektionen der Geschichte ist diese: Selbst die besten Absichten verhindern nicht die schlimmsten Folgen.

Die große Mehrheit der Israelis glaubt, dass das Atomabkommen mit dem Iran ein sehr schlechter Deal ist. Und was die Sache noch schlimmer macht, ist, wir sehen, wie sie Welt diesen schlechten Deal feiert und nicht zögert, das Regime zu umarmen, das unsere Zerstörung fordert und mit ihm Geschäfte macht.

Letzte Woche verkündete Generalmajor Salehi, der Kommandeur der iranischen Armee:“Wir werden Israel mit Sicherheit vernichten. Wir sind froh, dass wir an unserer Spitze einen Obersten Führer haben, der uns befiehlt, Israel zu zerstören.”

Der Oberste Führer selbst hat ein paar Tage nach dem Atomabkommen sein neuestes Buch herausgebracht. Hier ist es. Es ist ein 400-Seiten-Machwerk mit detaillierter Beschreibung seines Plans, Israel zu zerstören.

Im vergangenen Monat betonte Khamenei wieder mal seine völkermörderischen Absichten vor Irans oberstem klerikalen Rat, eine Versammlung der Experten. Er sprach über Israel, über die Heimat von über sechs Millionen Juden und versprach: “In fünfundzwanzig Jahren wird es kein Israel mehr geben.”

Siebzig Jahre nach der Ermordung von sechs Millionen Juden versprechen iranische Herrscher, mein Land zu zerstören, mein Volk zu ermorden, und die Antwort aus diesem Haus, die Antwort von fast jeder der hier vertretenen Regierungen war nichts, absolut nichts! Völlige Stille! Ohrenbetäubende Stille.
(An dieser Stelle schwieg Netanyahu 44 Sekunden lang.)
Vielleicht können Sie jetzt verstehen, warum Israel nicht in die Begeisterung über diesen Deal einsteigen kann. Würden Irans Machthaber daran arbeiten, Ihre Ländern zu zerstören, wären sie vielleicht weniger begeistert von der Sache. Würden Irans terroristische Vertreter Tausende von Raketen auf Ihre Städte abfeuern, hielte sich Ihr Lob vielleicht in Grenzen. Würde dieses Abkommen ein nukleares Wettrüsten in Ihrer Nähe entfesseln, würden Sie vielleicht zögern zu feiern.

Aber glauben Sie nicht, der Iran sei nur eine Gefahr für Israel. Neben der iranischen Aggression im Nahen Osten und seinem Terror in der ganzen Welt, ist der Iran auch damit beschäftigt, Interkontinentalraketen zu bauen, deren einziger Zweck darin besteht, Atomsprengköpfe tragen. Denken Sie daran, der Iran hat bereits Raketen, die Israel erreichen können. Die Interkontinentalraketen, die der Iran baut, sind somit nicht für uns bestimmt. Sie sind für Sie bestimmt. Für Europa. Für Amerika. Für Massenvernichtungsregen – jederzeit und überall.
Meine Damen und Herren,
Es ist nicht leicht, sich etwas, das von den größten Mächten der Welt angenommen wird, allein zu widersetzen. Glauben Sie mir, es wäre viel einfacher zu schweigen.

Aber in unserer gesamten Geschichte hat das jüdische Volk erkannt, wie hoch der Preis des Schweigens ist. Als Ministerpräsident des jüdischen Staates, als jemand, der um die Geschichte weiß, weigere ich mich, still zu sein. Ich sage es daher ganz klar: Die Zeiten, in denen das jüdische Volk passiv blieb angesichts seiner völkermörderischen Feinde, diese Zeiten sind vorbei.

Nicht passiv sein heißt, laut über jene Gefahren zu sprechen. Wir haben das getan, wir tun das und wir werden es weiter tun.
Nicht passiv sein heißt auch, sich gegen diese Gefahren zu verteidigen. Wir haben das getan, wir tun das und wir werden es weiter tun.
Israel wird nicht zulassen, dass der Iran in den Atomwaffenclub einbrechen, sich einschleichen oder einmarschieren wird. Ich weiß, die Verhinderung, dass der Iran Atomwaffen bekommt, bleibt die offizielle Politik der internationalen Gemeinschaft. Aber niemand sollte Israels Entschlossenheit in Frage stellen, sich gegen jene zu verteidigen, die unsere Vernichtung suchen.

In jeder Generation gab es welche, die sich erhoben, um unser Volk zu vernichten. In der Antike erlebten wir die Zerstörung unseres Tempels durch Babylon und Rom. Im Mittelalter erlebten wir die Inquisition und Vertreibung, und in der Neuzeit, erlebten wir Pogrome und den Holocaust. Aber das jüdische Volk hat durchgehalten. Jetzt steht da ein neues Regime und schwört, Israel zu zerstören.
Dieses Regime ist jedoch gut beraten, dies zu berücksichtigen: Ich stehe heute hier und vertrete Israel, ein Land, 67 Jahre jung, aber der Nationalstaat eines Volkes, das fast 4.000 Jahre alt ist. Babylon und das Römische Reich sind in dieser Halle der Nationen nicht vertreten, auch nicht das Tausendjährige Reich. Diese scheinbar unbesiegbaren Imperien sind lange vorbei. Israel aber lebt. Das Volk Israel lebt!

עם ישראל חי

Die Wiedergeburt Israels ist ein Beweis für den unbeugsamen Geist meines Volkes.

Hunderte Generationen lang träumte das jüdische Volk von der Rückkehr in das Land Israel. Auch in unseren dunkelsten Stunden, und wir hatten derer so viele, auch in unseren dunkelsten Stunden haben wir die Hoffnung auf den Wiederaufbau unserer ewigen Hauptstadt Jerusalem niemals aufgegeben. Die Gründung des Staates Israel machte die Realisierung dieses Traums möglich. Israel hat uns ermöglicht, als freies Volk in unserer angestammten Heimat zu leben. Israel ermöglicht es uns Juden, von allen Ecken der Erde zu kommen, um Zuflucht vor Verfolgung zu finden. Juden kamen nach Israel aus vom Krieg zerstörten Europa, aus dem Jemen, Irak, Marokko, aus Äthiopien, der Sowjetunion und aus hundert anderen Ländern. Und heute, da eine steigende Flut des Antisemitismus wieder über Europa und anderswo fegt, kommen viele Juden nach Israel, um uns beim Aufbau der jüdischen Zukunft zu helfen.

Hier ist daher meine Botschaft an die Herrscher des Irans: Euer Plan, Israel zu zerstören wird scheitern. Israel wird sich keiner Gewalt der Erde beugen und es zulassen, dass die Zukunft Israels bedroht wird.

Und hier ist meine Botschaft an alle anderen Länder, die hier vertreten sind: Welche Resolution Sie in diesem Gebäude auch immer erlassen werden und welche Entscheidungen Sie in Ihren Hauptstädten auch immer fällen werden, Israel wird tun, was Israel tun muss, um unser Land und unser Volk zu verteidigen.

Sehr geehrte Delegierte,

Da dieses Abkommen mit dem Iran kommen wird, hoffe ich, wie soll ich es ausdrücken, ich hoffe, Sie werden es mit ein wenig mehr Strenge durchsetzen, als mit der Sie die sechs letzten Resolutionen des Sicherheitsrats durchgesetzt haben, die der Iran allesamt systematisch verletzt hat, so dass sie mittlerweile effektiv verworfen wurden.

Stellen Sie sicher, dass die Inspektoren tatsächlich inspizieren. Stellen Sie sicher, dass die möglichen Sanktionen tatsächlich wieder möglich werden können. Und stellen Sie sicher, dass Irans Verstöße nicht unter den persischen Teppich gekehrt werden. Eine Sache kann ich Ihnen nämlich versichern: Israel wird Sie beobachten, genau beobachten!

Was die internationale Gemeinschaft jetzt tun muss, ist klar: Erstens, stellen Sie sicher, dass der Iran all seinen nuklearen Verpflichtungen nachkommt. Halten Sie das iranische Regime auf Trab. Zweitens, vergessen Sie Irans regionale Aggression nicht. Unterstützen und stärken Sie jene, die gegen die iranische Aggression kämpfen, beginnend mit Israel. Drittens, nutzen Sie Sanktionen und alle zur Verfügung stehenden Werkzeuge, um das globale Terrornetzwerk Irans abzureißen.
Meine Damen und Herren,

Israel arbeitet eng mit seinen arabischen Friedenspartnern zusammen, um gemeinsamen gegen die sicherheitspolitischen Bedrohungen des Irans, des Islamischen Staates und anderer Regime anzugehen. Wir arbeiten mit Staaten im Nahen Osten, mit Ländern in Afrika, Asien und darüber hinaus zusammen. Viele in unserer Region wissen, dass der Iran und der Islamische Staat unsere gemeinsamen Feinde sind. Wir dürfen nicht einen der feinde stärken, wir müssen beide Feinde schwächen.
Gemeinsame Gefahren bringen Israel und seine arabischen Nachbarn ganz klar näher. Indem wir zusammenarbeiten, um diese Gefahren zu durchkreuzen, hoffe ich, können wir dauerhafte Partnerschaften aufbauen, dauerhafte Partnerschaften für Sicherheit, Wohlstand und Frieden.

Aber in Israel werden wir eine Sache nie vergessen. Wir werden nie vergessen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika schon immer der wichtigste Partner Israels waren, sind und bleiben werden. Die Allianz zwischen Israel und den Vereinigten Staaten ist unerschütterlich. Präsident Obama und ich sind uns über die Notwendigkeit einig, Waffen aus den Händen der iranischen Terrorvertreter fern zu halten. Wir sind uns über die Notwendigkeit einig, den Iran davon abzuhalten, die Länder im gesamten Nahen Osten zu destabilisieren. Israel schätzt Präsident Obamas Bereitschaft tief, unsere Sicherheit zu stärken und dabei zu helfen, dass Israel seinen qualitativen militärischen Vorsprung halten und so den enormen Herausforderungen, denen wir alltäglich begegnen, gewappnet sind. Israel ist dankbar, dass dieses Gefühl sowohl im amerikanischen Volk als auch bei seinen Vertretern im Kongress, weit verbreitet ist – sowohl bei jenen, die das Abkommen unterstützen als auch bei denen, die es ablehnen.

Präsident Obama und ich haben beide stets gesagt, unsere Differenzen über das Atomabkommen sind eine Meinungsverschiedenheit innerhalb der Familie. Aber wir haben keine Meinungsverschiedenheiten über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit für eine gemeinsame sichere Zukunft. Und was für eine großartige Zukunft das sein kann.

Israel ist in einer einzigartigen Position, um das Versprechen des 21. Jahrhunderts zu erfüllen. Israel ist weltweit führend in der Wissenschaft und Technologie, in der Cybertechnologie, Softwareentwicklung, Wasseraufbereitung, Landwirtschaft, Medizin, Biotechnologie und so vielen anderen Bereichen, die vom israelischen Scharfsinn und israelischen Innovationen revolutioniert werden. Israel ist die Nation der Innovation.

Israelisches Wissen findet sich überall. Es ist in den Mikroprozessoren Ihrer Computer und in den Flash-Laufwerken. Es ist in Ihren Smartphones, wenn Sie SMS senden und Ihren Navi benutzen. Es ist auf Bauernhöfen, wenn Sie Bewässerungstechnologien für Ihrer Pflanzen nutzen und Technologien nutzen, um ihr Getreide frisch zu halten. Es ist in Ihren Universitäten, wenn Sie die Entdeckungen von Nobelpreisträgern in der Chemie und der Wirtschaftswissenschaft studieren. Es ist in Ihren Medizinschränken, wenn Sie Medikamente verwenden, um Parkinson und Multiple Sklerose zu behandeln. Es ist auch Ihrem Teller, wenn Sie köstliche Kirschtomate essen. Auch die wurden in Israel vollendet, für den Fall, dass Sie es nicht wissen.

Wir sind in Israel so stolz auf die weiten Schritte, die unser Land in so kurzer Zeit gemacht hat. Wir sind stolz, dass unser kleines Land so einen großen Beitrag für die ganze Welt leistet. Die Träume unseres Volkes sind nämlich für die Ewigkeit von den großen Propheten in der Bibel verankert. Die Träume werden erst dann voll verwirklicht, wenn es Frieden gibt.

Obwohl der Nahen Osten ins Chaos gestürzt ist, bleiben Israels Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien zwei Eckpfeiler der Stabilität. Israel hält an dem Willen fest, Frieden mit den Palästinensern zu schließen. Israelis kennen nämlich den Preis des Kriegs. Ich kenne den Preis des Kriegs. Ich kam beinahe in einer Schlacht um. Ich verlor viele Freunde. Ich verlor mein geliebter Bruder Yoni.
Diejenigen, die den Preis des Krieges kennen, wissen am besten zu schätzen, dass der Frieden ein Segen ist, für uns selbst und für unsere Kinder und Enkelkinder. Ich bin bereit, sofort, unverzüglich wieder in direkte Friedensverhandlungen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde ohne Vorbedingungen einzusteigen. Leider sagte Präsident Abbas gestern, dass er nicht bereit ist, dies zu tun. Nun, ich hoffe, dass er seine Meinung ändern wird, denn ich bleibe meiner Vision von zwei Staaten für zwei Völker verpflichtet, in dem ein entmilitarisierter palästinensischer Staat den jüdischen Staat anerkennt.

Sie wissen, der Friedensprozess begann vor über zwei Jahrzehnten. Doch trotz der Bemühungen von sechs israelischen Ministerpräsidenten – Rabin, Peres, Barak, Sharon, Olmert und meiner selbst – haben sich die Palästinenser konsequent geweigert, den Konflikt zu beenden und einen endgültigen Frieden mit Israel zu schließen. Und leider hörten Sie die Verweigerungshaltung erst gestern wieder von Präsident Abbas. Wie soll Israel Frieden schließen mit einem palästinensischen Partner, der sich weigert, überhaupt am Verhandlungstisch zu sitzen? Israel erwartet, dass sich die Palästinensische Autonomiebehörde an Ihre Zusagen hält. Die Palästinenser sollten sich nicht vom Frieden entfernen.
Präsident Abbas, ich weiß, es ist nicht einfach. Ich weiß, es ist schwer. Aber wir schulden es unseren Völkern, es nochmal zu versuchen, es immer wieder zu versuchen, denn gemeinsam, wenn wir tatsächlich verhandeln und damit aufhören, darüber zu verhandeln, ob wir überhaupt verhandeln sollen, wenn wir uns tatsächlich hinsetzen und versuchen, diesen Konflikt zwischen uns zu lösen, uns einander anerkennen und einen palästinensischen Staat nicht als Sprungbrett für eine weitere islamistische Diktatur im Nahen Osten verwenden, sondern als ein Land, das in Frieden neben dem jüdischen Staat leben möchte, wenn wir das tatsächlich tun, dann können wir bemerkenswerte Dinge für unsere Völker erreichen.

Die UNO kann vorab Frieden dadurch unterstützen, dass sie direkte und bedingungslose Verhandlungen zwischen den Parteien fördert. Die UNO wird dem Frieden jedoch nicht dienen, wenn sie selbst versucht, Lösungen zu verhängen oder die Verweigerungshaltung der palästinensischen Seite belohnt. Und die Vereinten Nationen, verehrte Delegierte, sollten noch eine Sache zu tun: Die Vereinten Nationen sollten sich endlich mit dem obsessiven Verurteilen von Israel aufhören.

Hier ist nur ein Beispiel für diese absurde Obsession: In vier Jahren der schrecklichsten Gewalt in Syrien, haben mehr als eine Viertelmillion Menschen ihr Leben verloren. Das ist mehr als das Zehnfache, mehr als zehn Mal so viele Israelis und Palästinenser, die ihr Leben in einem ganzen Jahrhundert unseres Konflikts verloren haben. Dennoch verabschiedete diese Versammlung im vergangenen Jahr zwanzig Resolutionen gegen Israel, aber nur eine zum wilden Schlachten in Syrien. Was sagen Sie zu dieser Ungerechtigkeit? Was sagen Sie zu dieser Unverhältnismäßigkeit. Zwanzig. Zählen Sie! Eine gegen Syrien.

Nun, ehrlich gesagt, ich bin nicht überrascht. Um es in den Worten von Yogi Berra zu sagen, dem späten, großen Baseball-Spieler und Teilzeitphilosoph: “Wenn es um die alljährliche Israelverurteilung bei den Vereinten Nationen geht, ist es immer wieder ein Déjà Vu.”
Genug!

Einunddreißig Jahre nachdem ich hier zum ersten Mal stand, frage ich mich immer noch: Wann gibt die UN endlich ihren antiisraelischen Fanatismus an der Garderobe ab? Wann wird die UN endlich aufhören, Israel als eine Bedrohung für den Frieden zu verleumden und endlich damit beginnen, Israel zu helfen den Frieden zu schaffen? Die gleiche Frage sollte auch der palästinensischen Führung gestellt werden. Wann werden Sie beginnen, mit Israel zusammenzuarbeiten, um Frieden und Versöhnung zu fördern und damit aufhören, Israel für alles die Schuld zu geben und zu Hass und Gewalt aufzurufen?

Präsident Abbas, hier ist ein guter Ort, um zu beginnen. Hören Sie mit der Verbreitung von Lügen über Israels angeblichen Absichten auf dem Tempelberg auf. Israel ist fest entschlossen, den Status quo beizubehalten. Was Präsident Abbas hingegen ansprechen sollte, sind die Taten militanter Islamisten, die Sprengstoff in die Al-Aksa-Moschee geschmuggelt hatten und versuchen, Juden und Christen den Besuch der heiligen Stätten unmöglich zu machen. Das ist die wahre Bedrohung für diese heiligen Stätten.

Tausend Jahre vor der Geburt des Christentums, mehr als tausendfünfhundert Jahre vor der Geburt des Islam, machte König David Jerusalem zu unserer Hauptstadt. König Salomo baute den Tempel auf diesem Hügel. Israel wird immer die Heiligtümer von allen Menschen respektieren. In einer Region, die von Gewalt und unvorstellbarer Intoleranz islamischer Fanatiker geplagt ist, die alten Schätze der Zivilisation zerstören, ragt Israel als ein hoher Leuchtturm der Aufklärung und Toleranz hervor. Weit davon entfernt, die heiligen Stätten zu gefährden, ist Israel vielmehr dafür da, die Sicherheit zu gewährleisten. Denn im Gegensatz zu vielen Kräften, die in der Vergangenheit in Jerusalem geherrscht haben, respektiert Israel die heiligen Stätten anderer und die Religionsfreiheit aller, ob nun Juden, Muslime, Christen oder andere. Und das, meine Damen und Herren, wird sich nie ändern.

Israel wird sich und seinen Werten immer treu bleiben. Diese Werte sind jeden Tag deutlich sichtbar. Wenn Israels resolutes Parlament heftig debattiert über jede nur denkbare Angelegenheit unter der Sonne. Wenn Israels Oberste Richterin auf ihrem Stuhl in unserem unabhängigen Obersten Gerichtshof sitzt. Wenn unsere christlichen Gemeinschaften weiter wachsen und gedeihen von Jahr zu Jahr, wie christliche Gemeinschaften an anderer Stelle im Nahen Osten dezimiert werden. Wenn eine brillante, junge, israelische, muslimische Studentin in einer unserer besten Universitäten abschließt. Und wenn israelischen Ärzte und Krankenschwestern – Ärzte und Krankenschwestern aus dem israelischen Militär – Tausende Verwundete von den Schlachtfeldern Syriens behandeln, sowie tausende Opfer von Naturkatastrophen von Haiti bis nach Nepal.

Dies ist das wahre Gesicht Israels. Dies sind die Werte Israels.

Im Nahen Osten sind diese Werte unter wildem Angriff militanter Islamisten, die Millionen von verängstigten Menschen zwingen, in die Ferne zu fliehen. Zehn Meilen vom Islamischen Staat, ein paar hundert Meter von den iranischen Mordvertretern entfernt, steht Israel in der Bresche – stolz und mutig, um Freiheit und Fortschritt zu verteidigen. Israel ist die vorderste Front der Zivilisation im Kampf gegen die Barbarei.

Hier ist daher eine neue Idee für die Vereinten Nationen: Statt weiterhin die schändliche Leier der Israelverurteilung zu schlagen, stehen Sie gemeinsam zu Israel. Lassen Sie den Fanatismus in der Garderobe. Stehen Sie zu Israel, so wie wir stehen und verhindern, dass es der Fanatismus bis durch die Tür schafft.

Meine Damen und Herren,
Stehen Sie zu Israel, denn Israel verteidigt nicht nur sich selbst, mehr denn je, verteidigt Israel Sie!

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Übersetzt von Gerd Buurmann,
überarbeitet und autorisiert von
der Botschaft des Staates Israel,
2. Oktober 2015, Berlin

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