Botschaft des Staates Israel in Berlin

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Gerechte unter den Völkern geehrt

14. Dezember 2011 · 1 Kommentar · Allgemein, Holocaust

 

Paul und Helene Pissarius sind von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem posthum als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. In den Jahren 1943 bis 1945 rettete das Ehepaar einer dreiköpfigen jüdischen Familie das Leben, indem es die Verfolgten in seiner Berliner Wohnung versteckte und versorgte.

Bei einer Feierstunde, die am Montag in Andernach stattfand, nahm der Neffe, Werner Pissarius, die Yad Vashem-Medaille und Urkunde aus den Händen des Geschäftsträgers der israelischen Botschaft, Emmanuel Nahshon, entgegen.

Die Rettungsgeschichte

Berta und Leopold Joseph wohnten mit ihren Söhnen, Gerhard und Ernst, in Berlin. Der ältere Sohn Gerhard wanderte 1938 in die USA aus. Als Anfang 1943 die Lage für die Juden, die den Naziterror bis dahin in Berlin überlebt hatten, immer bedrohlicher wurde, begann Ernst, für seine Eltern und sich ein Versteck zu suchen. Ein Freund organisierte für ihn ein Treffen mit dem Ehepaar Pissarius.

Werner Pissarius (links) nimmt die Urkunde und Medaille von Emmanuel Nahshon entgegen. Stehend: Evelyn Joseph Grossman (Foto: Winfried Scholz)

Paul und Helene Pissarius entschieden sich, die drei Verfolgten in ihrer kleinen Wohnung zu verstecken und zu versorgen. Als am 31. Januar 1943 die Gestapo zur Wohnung der Familie Joseph kam, um sie zum Sammelplatz für die Deportation zu bringen, fand sie niemanden mehr vor. Die Bewohner waren bereits in ihrem Versteck – in dem sie über zwei Jahre bleiben sollten.

Als Leopold Joseph im Februar 1945 an einem Herzinfarkt starb, brachten sein Sohn und Paul Pissarius den Leichnam mitten in der Nacht auf einem Karren bis zur Spree und warfen ihn in den Fluss.

Diese Begebenheit prägte sich mehr als alles andere in das Gedächtnis von Paul Pissarius ein. Mit über 90 Jahren erzählte der Berliner diese Geschichte Ende der 1970er Jahre auch seiner Nachbarin, der Journalistin Waltraud Schwab, die Jahre später einen Artikel darüber veröffentlichte. Diesen Text fand die in den USA lebende Evelyn Joseph Grossman, die Tochter des geretteten Ernst Joseph, eines Tages im Internet. Das gab den Anstoß, die Ehrung von Paul und Helene Pissarius bei Yad Vashem zu beantragen.

Evelyn Joseph Grossman und ihre Mutter Elisabeth Joseph, die den Holocaust ebenfalls versteckt bei einer Berliner Familie überlebt hatte, waren extra aus den USA zu der Feierstunde in Andernach angereist.

(Botschaft des Staates Israel, 13.12.11)

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Ein Kommentar bisher ↓

  • jassir

    Ach wie schön war doch noch die Steinzeit: keine Ländergrenzen, keine Parteien, keine „Nationen“, keine „Identitäten“, kein „wir Juden“, keine „die Deutschen“, kein „unser Volk“, kein „Reich“, etc.

    Damals waren die Leute wirklich noch gigantisch und intelligent, und haben auch noch grosse Architektur gemacht (Pyramiden etc.).

    Ja, weit ist es gekommen…

    Wie mich dieser dumme Pöbel überall ankotzt….

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