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Gerhard Kurzbach posthum als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt

28. November 2012 · Keine Kommentare · Holocaust

 Gerhard Kurzbach ist von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem posthum mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. Dies ist die höchste Auszeichnung, die der Staat Israel an Nicht-Juden vergibt.

Im Rahmen des Raoul-Wallenberg-Tages am Dienstag (mehr unter http://bit.ly/nlWallenbergTag) überreichte Botschafter Yakov Hadas-Handelsman in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck Diana Knaute und Dirk Corduan, Enkelin und Enkel des Geehrten, die Yad Vashem-Medaille und -Urkunde in Berlin. Im Namen der Familie sprach Michael Scholl, Neffe Kurzbachs.

Botschafter Hadas-Handelsman übergibt den Enkeln von Gerhard Kurzbach die Auszeichnung

Gerhard Kurzbach wurde 1915 geboren. Im August 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Im Mai 1941 übernahm er in Bochnia, 45 Kilometer östlich von Krakau, die Leitung eines HKP (Heeres-Kraftwerk-Park), in dem Militärfahrzeuge repariert wurden. Nach der Eroberung der Stadt Bochnia errichteten die Deutschen im Juli 1941 ein Ghetto, in das alle Juden der Umgebung, ungefähr 5000 Menschen, gebracht wurden. Bereits im August 1941 begannen die ersten Deportationen von Juden. Viele Juden aus dem Ghetto arbeiteten im HKP. Überlebende haben ausgesagt, dass Gerhard Kurzbach zahlreichen Juden das Leben rettete. Er holte sie aus den Deportationszügen, versteckte sie bei Razzien in seiner Werkstatt oder half, sie aus dem Ghetto zu schmuggeln. Im März 1943 wurde Gerhard Kurzbach versetzt. Die letzte Nachricht an seine Familie schickte er im August 1944 aus Rumänien.

Romek Marber

Der Holocaust-Überlebende Romek Marber, der von Gerhard Kurzbach gerettet wurde, nahm ebenfalls an der sehr bewegenden Zeremonie teil. Er beschrieb Kurzbach als einen Menschen, der „viel fluchte. Aber er war der einzige Deutsche, vor dem wir keine Angst hatten.“ Er schilderte ausführlich, wie Kurzbach ihn und andere Juden, die im HKP arbeiteten, im August 1942 unter dem Vorwand eines dringenden Arbeitsauftrages in der Fabrik festhielt, nachdem er von der bevorstehenden Räumung des Ghettos erfahren hatte. Er erzählte ebenfalls von seiner Rückkehr in das Ghetto am nächsten Morgen, bei der er feststellen musste, dass seine gesamte Familie deportiert worden war. Romek Marber lebt in England und kam zum ersten Mal nach dem Holocaust nach Deutschland. Nie wieder habe er Deutschland betreten wollen, so Marber. Und nur für Kurzbach sei er hier.

(Botschaft des Staates Israel, 28.11.12)

 

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