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Wie kommt man in die Carnegie Hall? Über Nazareth.

2. Januar 2014 · Keine Kommentare · Kultur

Vor zehn Jahren gründete Duiaibis Abbou-Ashkar die gemeinnützige Organisation Orpheus, um in Nazareth klassische Musik gemeinsam mit anliegenden jüdischen Gemeinden zu fördern. Sein Sohn Nabeel, der im Alter von acht Jahren mit dem Geigen-Spiel begonnen hatte, führte die Familientradition fort und gründete die Polyphony Foundation Nazareth („Stiftung Polyphonie Nazareth“).

Diese hat zum Ziel, „die Trennung zwischen arabischen und jüdischen Gemeinden in Israel zu überwinden, indem eine gemeinsame Basis für junge Menschen auf Grundlage klassischer Musik geschaffen wird.“

Von Polyphonie spricht man, wenn mehrere Melodielinien ein harmonisches Ganzes ergeben. Das harmonische Ganze findet im Fall der Stiftung auf mehreren Ebenen statt: zu den Musikkonservatorien in Nazareth und Jaffa kommen ein Jugendorchester und verschiedene Jugendensembles, sowie das Kammerorchester Galiläa und das Alhan-Programm, benannt nach dem arabischen Wort für Melodien, das möglichst breit die musikalische Früherziehung in Schulen fördern will. Abboud-Ashkar sagt daher, das Programm sei nach der Art einer Pyramide gebaut: „Die verschiedenen Ebenen stärken und befruchten einander. Das Schulprogramm legt die Basis und ist der erste Weg, der den Kindern offensteht. Die Konservatorien sind für jene gedacht, die professionelle Musiker werden möchten.“

Das Alhan-Programm fördert mittlerweile 4000 Schüler, mehrheitlich arabische Israelis, und die Zahl der Studenten an den Konservatorien beträgt bald 150 – beide Programme wachsen stetig. In diesem Jahr wurden zwei neue Orchester gegründet: das Jugendorchester mit jeweils etwa zwanzig arabischen und jüdischen Musikern und das Kammerorchester Galiläa, das sich aus 30 professionellen Musikern – allesamt Absolventen des Programms – zusammensetzt. Zudem leitete Abboud-Ashkar zwei Seminare, im Rahmen derer die Studenten Musiker und Intellektuelle aus Israel und der ganzen Welt zum Austausch treffen konnten. Entsprechend wuchs das Budget auf nunmehr 600.000 US-Dollar.

Die Arbeit der Stiftung findet prominente Unterstützer wie Yoko Ono, die Abboud-Ashkar für seine musikalische Integrationsarbeit den Yoko Ono Lennon Courage Award for the Arts verlieh.

Das Polyphonie-Konservatorium in Nazareth hat kein eigenes Gebäude und nutzt an den Nachmittagen ein Schulgebäude. Dort läuft der Betrieb auf Hochtouren: neben privaten Unterrichtsstunden finden kleine Konzerte statt. Hebräisch und Arabisch werden gleichermaßen gesprochen und sowohl Schüler als auch Lehrer kommen aus jüdischen und arabischen Gemeinden.

Abboud-Ashkar sagt: „Polyphonie zeigte mir, wie sich eine neue Wirklichkeit schaffen lässt. Sie ermöglichte es mir, Menschen die Schönheit darin zu zeigen und sie von der Teilhabe daran zu überzeugen. Wir haben es mit einer neuen Generation zu tun… Wir sollten uns nicht länger in Streitereien über die politische Vergangenheit und soziale Missstände verwickeln, sondern sehen, wie wir stattdessen eine positive Wirklichkeit schaffen können. Um ein Wort des großen Dirigenten Sergiu Celibidache abzuwandeln, der sagte, Mittelmäßigkeit sei ansteckend: ich sage, Erfolg ist ansteckend.“

Im April wird Abboud-Ashkar ein Konzert des Jugendorchesters im Kunstmuseum Tel Aviv dirigieren. „Die Carnegie Hall ist nicht weit entfernt – sobald wir das entsprechende Niveau erreichen, wird der Moment kommen“, sagt er. „Die Reaktion auf unsere Botschaft in den USA war großartig und auf unseren Tourneen dort waren die Säle voll.“

(Haaretz, 31.12.13)

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