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Israelisches Wasser = Frieden im Nahen Osten ?

18. Februar 2014 · 3 Kommentare · Allgemein, Kommentar

BewässerungEin Kommentar von Seth M. Siegel, erschienen in der 16. Februar 2014 in der New York Times

Die Verbreitung von Kernwaffen, religiösem Fanatismus und dem Ungleichgewicht von Wohlstand sind einige der großen Bedrohungen der Stabilität im Nahen Osten. Leider ist eine neue Bedrohung hinzugekommen – die Wasserknappheit.

Die menschlichen Ursachen dafür liegen auf der Hand: das rasche Bevölkerungswachstum, eine veraltete Infrastruktur, die Übernutzung von Aquiferen, Verschwendung, ineffiziente Aufbereitungspraktiken und die Verschmutzung durch Düngemittel und Pestizide.

Dann gibt es äußere Faktoren wie den beschleunigten Klimawandel, das Verdampfen von Seen und Flüssen und verminderte Niederschläge.
Ein Land in der Region allerdings könnte eine Lösung für diesen Wassermangel darstellen: Israel. Es hat die gleichen Probleme des zu trockenen Klimas und der Wüstenbildung wie seine Nachbarn, aber es hat die Nutzung der Wasserressourcen so optimiert, dass es periodische Dürren ertragen und eine wachsende Bevölkerung versorgen kann. Israels Wassermanagement kann nicht nur ein Modell sein, sondern könnte auch die regionalen Spannungen lösen.

Verschwenderische Nutzung – insbesondere Überschwemmungen eines Feldes, um es zu bewässern – ist der größte Faktor für die regionale
Wasserknappheit. Beginnend in den 1960er Jahren haben israelische Landwirte diese Technik zugunsten der Tropfbewässerung aufgegeben, was den Verlust von Wasser durch Verdunstung und Versickerung reduziert. Wasser erreicht die Wurzeln effizienter und die Ernteerträge sind erheblich größer als die mit der konventionellen Bewässerungsmethode. Israel behandelt auch Abwässer als kostbare Ressource, die Wiederverwendung in mehr als 80 Prozent der Landwirtschaft findet. Im Iran und in vielen arabischen Ländern wird Abwasser ohne Klärung entsorgt, was die öffentliche Gesundheit durch kontaminierte Brunnen und Grundwasser bedrohen kann.

 
Es gibt einen Präzedenzfall dafür, wie Israel seinen Nachbarn mit Wasser geholfen hat. Vor 1979 – um jene Zeit begann Israel Technologien und Strategien zu entwickeln, die zu seiner aktuellen Wasserfülle führte – war Israel Partner Irans bei der Entwicklung seiner nationalen Wasserressourcen.
Diese Zusammenarbeit begann im Jahr 1962, nach einem schweren Erdbeben in der Region Qazvin im Iran, bei dem mehr als 12.000 Menschen getötet wurden. Das Erdbeben zerstörte eine Reihe von Brunnen, die Ingenieure angelegt hatten. Hunderttausende waren von akutem Trinkwassermangel bedroht. Israel flog Hilfsteams von Ingenieuren ein. Eine neue Wasserversorgung wurde hergestellt und eine Reihe von artesischen Brunnen wurde gebohrt. Die Bohrungen waren ein solcher Erfolg, dass Israels damaliges Wassertechnologie-Unternehmen, heute ein Privatunternehmen, engagiert wurde, Zugang zu unterirdischen Ressourcen an anderen Stellen in Iran zu finden.

 
Beginnend im Jahr 1968 baute ein weiteres Unternehmen der israelischen Regierung, im Besitz Entsalzungstechnologien, Dutzende von Anlagen in Iran. Diese verfallen dort nun, während Israel weiterhin innovativ ist: an seiner Mittelmeerküste ging vor kurzem eine sehr energieeffiziente Meerwasserentsalzungsanlage in Betrieb. Mehr als die Hälfte des israelischen Trinkwassers – reiner, sauberer und weniger salzig als natürliche Quellen – kommt jetzt aus dem Meer.

Tröpfchenbewässerung

Tröpfchenbewässerung

Die Zusammenarbeit mit Iran endete abrupt mit der islamischen Revolution. Die Flüge des israelischen Wasserexpertenteams war sogar einer der letzten Direktflüge aus Iran nach Israel im Jahr 1979.

Kriege um Wasser sind als eine der weltweiten Bedrohungen prognostiziert worden und die geopolitischen Risiken dürfen nicht ausgeblendet werden. Syrien, vom Bürgerkrieg zerstört, und Irak, noch immer ein Epizentrum der religiösen Gewalt, werden in Zukunft noch mehr leiden, da die Türkei in ihrer Kurzsichtigkeit die Umleitung der Flüsse Euphrat und Tigris beschleunigt, nachdem die ehemals massiven anatolischen Grundwasser übernutzt wurden. Ägypten, mit einer 10-mal größeren als der israelischen Bevölkerung, aber mit fast 50-mal mehr verfügbarem Wasser, nutzt das Wasser ineffizient, trotz der uralten zentralen Bedeutung der Landwirtschaft für seine Wirtschaft. Äthiopien beansprucht, flussaufwärts Richtung Sudan und Ägypten, Wasserrechte am Nil für seine wachsende Bevölkerung, Spannungen mit Ägypten auslösend. Jemen könnte am Schlimmsten dran sein: ohne sofortige, radikale Schritte könnte es in 15 Jahren kein Wasser mehr haben.

Aufgrund der Geographie und Hydrologie werden die Palästinenser in Bezug auf Wasser in Zukunft eng mit Israel verbunden sein. In nur wenigen Jahren, seit die Hamas die Kontrolle über den Gaza-Streifen hat, sind die Wasserbestände dort extrem verschmutzt, und obwohl ohne Israel keine Lösung für die bevorstehende Wasserkrise möglich ist, verweigert die Hamas jede Kooperation mit Israel.

 
Die Palästinenser in der Westbank erhalten bereits einen Großteil ihres Wassers von dem israelischen nationalen Wasserversorgungsunternehmen und weder eine Zwei-Staaten-Lösung noch eine Fortsetzung des Status quo werden dies ändern. Angesichts ihrer Nähe zu Israel werden die Palästinenser vermeintlich zu den wenigen Gewinnern im arabischen Rennen um Wasser gehören.

Israels Selbstversorgung mit Wasser reicht über Bewässerung, Bohrungen, Entsalzung und Abwasseraufbereitung hinaus. Es ist auch abhängig von einer komplexen Rechts- und Regulierungsstruktur, von Marktmechanismen, einer nachhaltigen öffentlichen Bildung und neben vielen weiteren Maßnahmen auch dem vehementen Schließen von Lecks und den starken Bemühungen, Regenwasser aufzufangen und die Verdunstung zu minimieren. Natürliche Pflanzenzüchtungsmethoden mit salzigem, hochmineralischem Brackwasser, welches im gesamten Nahen Osten als wertlos erachtet wird, haben die Ernteerträge erhöht. Israel hat Wasser von einem Kampf mit der Natur zu einem wirtschaftlichen Aspekt umgewandelt: alles, was man will, kann man erreichen, wenn man dafür plant und bezahlt.

Da die Wasserprobleme wachsen, bleibt zu hoffen, dass Ideologie den Weg zu Pragmatismus frei gibt und eine Tür zu einem arabischen und islamischen Zugehen auf Israel öffnet. Eine Partnerschaft, beginnend mit Ingenieuren und Landwirten, könnte dazu beitragen, dass Verständigung, wenn nicht sogar Versöhnung, auch unter den Führern möglich wird. Anstatt Israel als ein Problem, würden Israels Feinde klug sein, es als eine Lösung zu betrachten.

Seth M. Siegel ist einer der Gründer der Marken-Lizenzagentur Beanstalk und von der Investmentbank Sixpoint Partners.

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3 Kommentare bisher ↓

  • Zum israelisch-palästinensischen Wasserkonflikt | israelkompetenzkollektion

    […] * “Israel hat Wasser von einem Kampf mit der Natur zu einem wirtschaftlichen Aspekt umgewandelt: alles, was man will, kann man erreichen, wenn man dafür plant und bezahlt. Da die Wasserprobleme wachsen, bleibt zu hoffen, dass Ideologie den Weg zu Pragmatismus frei gibt und eine Tür zu einem arabischen und islamischen Zugehen auf Israel öffnet. Eine Partnerschaft, beginnend mit Ingenieuren und Landwirten, könnte dazu beitragen, dass Verständigung, wenn nicht sogar Versöhnung, auch unter den Führern möglich wird. Anstatt Israel als ein Problem, würden Israels Feinde klug sein, es als eine Lösung zu betrachten”, so Seth M. Siegel in der New York Times vom 16.02.2014 […]

  • Elisabeth Lahusen

    Jetzt müssen wir nur noch jemanden finden, der diesen Text Herrn Martin Schulz vorliest und erklärt.

  • Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] der Herr Schulz das Thema Wasser angesprochen hat: – Israelisches Wasser = Frieden im Nahen Osten? – Water for Israelis and […]

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