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Internationale Nachwuchskräfte lernen Israel kennen

26. August 2015 · Keine Kommentare · Geschichte, Gesellschaft, Humanitäre Hilfe, Jerusalem, Kultur, Palästinenser, Politik, Sicherheit, Terror, Vermischtes

Zum 15. Mal hat das israelische Außenministerium (MFA) in diesem Sommer junge Nachwuchsführungskräfte aus der ganzen Welt nach Israel eingeladen. Die erfolgreichen Bewerber nahmen eineinhalb Wochen lang an einem diplomatischen Seminar teil. Durch Vorträge, Workshops und Exkursionen lernen sie den Staat und die Gesellschaft Israels besser kennen. Aus Deutschland hat unter anderem Yael an dem Seminar teilgenommen. Hier erzählt sie, was sie in Israel erlebt hat:

Die Seminarteilnehmer (Foto: MFA)

Die Seminarteilnehmer (Foto: MFA)

Vom 5. bis 16. Juli 2015 nahm ich am „Diplomatic Seminar for Young Jewish Leaders 2015“ in Israel teil. Dafür unterbrach ich auch meine Arbeit bei Polis180 e.V., einem Grassroots-Thinktank, dessen Gründungsmitglied ich bin. Das Seminar wird jährlich vom israelischen Außenministerium (MFA) durchgeführt und zielt auf junge jüdische Männer und Frauen mit herausragendem Führungspotenzial ab. Über elf Tage hinweg sollte ich neue Einblicke in die Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur Israels erhalten.

Am 5. Juli traf ich in Jerusalem mit den TeilnehmerInnen des Seminars zusammen. Die multinationale Zusammensetzung war beeindruckend: 36 Young Professionals aus 26 Nationen, u.a. aus Bulgarien, Montenegro, Schweden, Südafrika und Uruguay, waren dabei. Die verschiedenen nationalen Hintergründe der TeilnehmerInnen machten die Diskussionen in den folgenden Tagen besonders interessant.

Die ersten drei Tage verbrachten wir in Jerusalem und setzten uns mit dem Einfluss des demografischen Wandels auf das Judentum, mit dem Verhältnis zwischen Israel und der Diaspora, dem iranischen Atomabkommen und Antisemitismus auseinander.

Am vierten Tag verließen wir die Tagungsstätte und widmeten uns einem gänzlich anderen Thema: der israelischen High-Tech-Industrie. Wir besuchten die Firma „Mobileye“, die Hard-und Software für die Fahrsicherheit entwickelt. In Holon besichtigten wir das Wolfsohn-Krankenhaus und lernten die Initiative „Save a Child’s Heart“ kennen, die herzkranken Kindern aus Entwicklungsländern hilft. Als besonders beeindruckend erwies sich, dass dort seit der Gründung 3700 Kinder unentgeltlich am Herzen operiert wurden. Die Vermutung liegt nahe, dass die kleinen Patienten hauptsächlich aus der Region kommen. Tatsächlich werden viele israelische und palästinensische Kinder dort operiert. Aber auch Kindern aus Afrika und China konnte dort schon geholfen werden.

Am 9. Juli besuchten wir die  West Bank und vor allem das Projekt „Die Hügel“. Eine neue Stadt wird hier für die palästinensische Mittelschicht errichtet, gebaut von Palästinensern für Palästinenser. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und trafen den Visionär des Projekts,  Bashar Masri.

Nach dem Schabbat beschäftigten wir uns mit der Operation „Protective Edge“, gefolgt von einem Besuch im „Academic Arab College for Education“ in Haifa und einem drusischen Dorf. Ganz besonders beeindruckte mich der Besuch der „Chavat Hashomer Educational Corps Army Base“. Hier erhalten junge israelische Männer zwischen 18 und 26 Jahren, die aus schwierigen familiären Verhältnissen stammen und oftmals Erfahrungen mit Gewalt und Drogen haben, die Möglichkeit, sich durch eine militärische Ausbildung in ihrem Leben zu festigen. In ihrer Grundausbildung – die neun statt drei Wochen dauert – werden sie von jungen Soldatinnen betreut. Diese Frauen, sechs Jahre jünger als ich und zu unserer Überraschung ohne Psychologieabschluss, verbringen Zeit mit Menschen, deren letzte Hoffnung sie alleine sind.

Der 14. Juli war der wichtigste Tag meiner Reise. Wir besichtigten ein Dorf der Beduinen und sprachen über die Probleme dieser Gemeinde. Wenige Stunden später sahen wir in einem kleinen Kino in Sderot den Film „Rock in the Red Zone“ von Laura Bialis aus den USA. Der Film spielt in Sderot, das nicht weit von der Grenze zu Gaza entfernt liegt, und zeigt das Leben im Schatten der Raketen. Er porträtiert die Musik, die dort von Musikern entsteht wie Hagit Yaso und der Band Teapack (ihr Song „Push the Button“ war der israelische Beitrag für den Eurovision Song Contest 2007), wie das Leben im Raketenschauer das Weltbild ins Wanken bringt und wie die Zeit zum nächsten Bunker das Leben diktiert. Nach der Filmvorführung sprach Kobi Aroush, der Sicherheitschef der Stadt, mit uns. Er zeigte uns die Reste der Raketen, die auf Sderot niedergegangen waren. Manche waren aus Rohren gebastelt, die von Israel für den Aufbau der Infrastruktur nach Gaza geliefert worden waren. Nach einem kurzen Moment in der Nähe des israelischen Raketenschildes Iron Dome, fuhren wir nach Jerusalem zurück.

Es waren elf spannende Tage, und wir haben alle nicht nur mehr über Israel gelernt, sondern auch über andere Länder und das jüdische Leben dort, wie z.B. in der Türkei oder Frankreich. Mir wird diese Reise noch lange in Erinnerung bleiben, auch wenn es nicht meine erste politische Reise nach Israel war. Ba’schana haba’a biruschalayim… Nächstes Jahr in Jerusalem…

 

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