Botschaft des Staates Israel in Berlin

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Der Krieg der UN gegen Israel – Ein Kommentar von Ron Prosor

1. April 2015 · Allgemein, Geschichte, Iran, Kommentar, Politik, UN

Die Vereinten Nationen feiern dieses Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum. Sie waren als Tempel des Friedens geplant, aber diese einst große globale Organisation wurde überrannt von repressiven Regimen, die Menschenrechte verletzen  und die internationale Sicherheit untergraben.

Im Jahr 1949, als die Vereinten Nationen Israel als Mitgliedsstaat aufnahmen, hatten sie 58 Mitgliedsländer. Die Hälfte davon hatte eine demokratische Orientierung. Heute hat sich die Landschaft der Organisation drastisch verändert. Von 51 Mitgliedstaaten bei ihrer Gründung im Jahr 1945 sind die UN auf 193 Mitglieder angewachsen – weniger als die Hälfte davon sind Demokratien.

Genau die Nationen, die ihren Bürgern demokratische Rechte verweigern, missbrauchen das demokratische Forum der Vereinten Nationen, um ihre eigenen Interessen zu fördern. Die größte Gruppe solcher Staaten besteht aus Mitgliedern des 120 Mitglieder starken Blocks, der als „Blockfreie Bewegung“ bekannt ist. Seit 2012 wird dieser Block von Iran angeführt, der seine Position nutzt, um seine Verbündeten zu stärken und Israel an den Rand zu drängen.

Im März beendeten die Vereinten Nationen ihre Jahrestagung der Kommission für die Rechtsstellung der Frau mit der Veröffentlichung eines Berichts, der effektiv nur ein Land verurteilt: Israel. Die Kommission hatte offenbar nichts zu sagen zu den sudanesischen Mädchen, die der weiblichen Genitalverstümmelung unterzogen werden. Sie hatte auch nichts zu sagen zu den iranischen Frauen, die für das Verbrechen des “Ehebruchs” durch Steinigung bestraft worden sind. Dies kann etwas mit der Tatsache zu tun haben, dass sowohl der Iran als auch der Sudan in der 45-köpfigen Kommission sitzen.

Dann gibt es den Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen, das Gremium, das 2006 die Menschenrechtskommission ersetzte. Zu seinen Mitgliedern zählen Saudi-Arabien, Qatar und Venezuela – Nationen, in denen Sie Leben und Freiheit riskieren, wenn Sie abweichende Meinungen zum Ausdruck bringen. Doch diese Regierungen urteilen über den Rest von uns.

Im Jahr 2007 führte der Sudan den Vorsitz über einen Ausschuss für die Überwachung der Menschenrechte – und zwar während gegen Präsident Omar Hassan al-Baschir wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur ermittelt wurde. Für diese Verbrechen stellte der Internationale Strafgerichtshof später Haftbefehle gegen ihn aus. Saudi-Arabien – ein Regime, das berüchtigt ist für öffentliche Hinrichtungen und Auspeitschungen, wie erst kürzlich die vom Blogger Raif Badawi – sitzt im Menschenrechtsrat, obwohl das Land regelmäßig vom unabhängigen Beobachter Freedom House die schlechtesten Bewertungen in den Bereichen ‚Bürgerrechte‘ und ‚politischen Rechte‘ erhält.

Im Jahr 2013 wurde der Iran in den für Abrüstung zuständigen Ausschuss gewählt – obwohl er seinen Atomprogrammausbau fortsetzt, Terrorismus unterstützt und die Zerstörung Israels zum Ziel hat. Im vergangenen Jahr war ein Iraner stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses der Generalversammlung – eine unerklärliche Wahl angesichts der Tatsache, dass iranischen Bürgern faire Gerichtsverfahren verweigert werden.

In Kenntnis dieser Geschichte sollten wir nicht überrascht sein, dass die Generalversammlung allein in der Periode 2014/15 20 Resolutionen verabschiedete, die kritisch gegenüber Israel sind, während die Menschenrechtslage im Iran, in Syrien und in Nordkorea nur je eine Verurteilung erhielten. Tag für Tag schließen die Mitgliedstaaten die Augen vor den beklagenswerten Verbrechen.

Iran? Nur eine Resolution gegen einen Staat, der im Schnitt zwei Bürger pro Tag für “Verbrechen” der Homosexualität, der Apostasie und des vagen Vergehens “Feind Gottes” zu sein, hinrichtet.

Nordkorea? Nur eine Resolution, obwohl es mehr als 200.000 Bürger inhaftiert, Kinder in Zwangsarbeitslager wirft und seine Bevölkerung Nahrungsmittelknappheit und Hunger als Folge der Regierungspolitik erleiden lässt.

Syrien? Wieder nur eine Resolution gegen eine Regierung, die einen Krieg gegen das eigene Volk führt, der den Tod von mindestens 220.000 Männern, Frauen und Kindern verursacht hat – viele davon starben durch Folter, Hunger, chemische Waffen und Bomben auf Märkte und Schulen.

Christen sind die weltweit am meisten verfolgte religiöse Gruppen in islamischen Ländern, aber diese Menschenrechtskrise wird fast vollständig von den Vereinten Nationen ignoriert. Stattdessen scheint Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten und ein Land, in dem die christliche Bevölkerung in der Region als einzige wächst, oft der einzige Staat zu sein, um den sich die Vereinten Nationen kümmern.
Nirgendwo ist anti-israelische Voreingenommenheit offensichtlicher als in dem in Genf ansässigen Menschenrechtsrat. Der Rat befasst sich mit den Menschenrechtsverletzungen in allen Ländern der Welt im Rahmen eines Programms unter dem Tagesordnungspunkt 4. Das heißt, dass alle Länder unter diesem Punkt besprochen werden bis auf eines. Israel ist das einzige Land, das isoliert wird und im Rahmen eines speziellen Programms mit Tagesordnungspunkt 7 behandelt wird. Das Ergebnis ist, laut der Genfer NGO UN Watch, dass mehr als 50 Prozent aller verurteilenden Resolutionen gegen den jüdischen Staat gerichtet sind.

Im Anschluss an den Konflikt im vergangenen Sommer in Gaza hat der Menschenrechtsrat eine Untersuchungskommission gegründet und William Schabas, einen kanadischen Rechtsprofessor, als Vorsitzenden gewählt. Im Februar musste Schabas zurücktreten, nachdem Dokumente ans Licht brachten, dass er im Jahr 2012 Beratungsarbeit für die Palästinensische Befreiungsorganisation geleistet hatte. Erstaunlicherweise hatte Schabas diese Tatsache bei seinem Überprüfungsprozess vergessen.

Von Anfang an war offensichtlich, dass Schabas kein unparteiischer Schiedsrichter war. Schließlich hatte er in einer Reihe öffentlicher Erklärungen gefordert, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der ehemalige Präsident, Shimon Peres, vor den Internationalen Strafgerichtshof gestellt werden sollten. Israel protestierte, doch die Vereinten Nationen ignorierten dies.

Ich werde oft gefragt, wie ich die Hasswelle ertrage, die sich gegen Israel richtet. Unsere Antwort auf die Anschuldigungen der Vereinten Nationen ist, unermüdlich für die zu sprechen, denen im Nahen Osten ein Mitspracherecht verweigert wird – Frauen, Minderheiten, die LGBT-Gemeinschaft – und zu kämpfen gegen die täglichen Bemühungen totalitärer Regime, demokratische Gesellschaften zu untergraben. Aufgrund der Tatsache, dass Israel eine blühende Gesellschaft ist, glaube ich, dass wir gewinnen.

Noch in diesem Jahr wird der Vorsitz der Blockfreien Staaten an Venezuela übergehen, an einen Verbündeten des Iran. Auf absehbare Zeit können wir also nichts Neues erwarten.

Das Problem mit den Vereinten Nationen besteht darin, dass die Führer vieler Mitgliedsstaaten nicht mit der Zustimmung der Regierten agieren. Stattdessen nutzen sie die Organisation als ein Forum, um die Aufmerksamkeit von ihrer eigenen rücksichtslosen Herrschaft abzulenken. Dabei verwandeln sie eine Bühne für mutige Staatskunst in ein tragisches Theater des Absurden.

Ron Prosor ist Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen.

Das Original erschien am 31. März 2015 in der New York Times als Op-ed “The U.N.’s War on Israel”.

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Solidaritätsbekundungen mit der Botschaft und Israel

5. März 2015 · Antisemitismus, deutsch-israelische Beziehungen, Gesellschaft, In eigener Sache

Vor einigen Tagen haben wir auf Facebook, Twitter und in unserem Newsletter von den Hassnachrichten berichtet, die die Botschaft Tag für Tag erreichen. In einem Videoclip der Berliner Morgenpost trug Botschafter Yakov Hadas-Handelsman einige dieser Briefe vor.

Daraufhin haben wir per Email, Facebook und per Post Solidaritätsbekundungen von Menschen aus ganz Deutschland erhalten, die ihr Erschrecken über die vorgetragenen Briefe und zugleich ihre Verbundenheit mit Israel ausdrückten. Eine Auswahl von Zuschriften wollen wir hier veröffentlichen. Damit möchten wir zugleich den Autoren danken – stellvertretend für all die anderen, die Ihre Solidarität mit Israel zum Ausdruck bringen und sich dem Hass entgegen stellen. Toda raba!

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Andreas:

„Als ich gestern las, dass Ihr ca. 20 Hassbriefe jede Woche bekommt, da dachte ich mir, da sollte zur Abwechslung auch mal was anderes im Postfach landen!

Ich möchte hiermit ausdrücklich erklären, dass meine Familie, Freunde und ich Israel mit allen Kräften unterstützen. Israel ist unser Favorit wenn es um die Urlaubsplanung geht, Israelische Produkte in Deutschland kaufen wir gern. Auch spenden nach Israel sind für uns selbstverständlich.“

Dirk:

„Natürlich ist es wichtig, dass Israel existiert, nicht nur als Zuflucht für Juden, sondern auch als Zeichen dafür, dass Terror nicht siegt. Als Zeichen für Freiheit inmitten des islamistischen Irrsinns und als Zeichen der Hoffnung, dass Menschen aller Herkunft zusammen leben können, ohne sich gegenseitig umzubringen.

Aber auch als lebendiges Land, das Fortschritt und Wohlstand denen bietet, die daran Teil haben. Es ist faszinierend, was man erfahren kann, wenn man sich damit befasst. […]

Möglicherweise werden irgendwann die Menschen über Länder und Grenzen hinweg zusammen arbeiten. Aber bis dahin hoffe ich, dass Israel immer stark genug sein wird und die Verbündeten zu ihrem Wort stehen.“

Bernd:

„Vor einigen Tagen habe ich gelesen und auch gesehen (Film von Herrn Hadas-Handelsmann), dass die Israelische Botschaft täglich Hassnachrichten von irgendwelchen Menschen erhält. Ich bin entsetzt darüber, wie Menschen solche widerlichen Dinge schreiben können.

Ich mag und schätze Israel und das jüdische Volk sehr und bin gerne dort (wenn das auch leider nicht oft möglich ist). Die Juden gehören zu Deutschland und es kann und darf nicht sein, dass sie hier (wieder) um ihre Sicherheit fürchten müssen!

Ich stehe zu Israel und wollte ihnen das einfach mal in dieser kurzen Mail mitteilen.“

Michael:

„Mit vielen Christen in Deutschland weiß ich: “Ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen” (B’Reshit 12:3). Deshalb bin ich froh, dass Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland leben.

Im Herbst diesen Jahres werde ich mit einem Kollegen nach Israel reisen, um einen Schüleraustausch zwischen den beruflichen Schulen in Israel und unserem Berufskolleg vorzubereiten. Die sicherste Art, der oftmals voreingenommenen Berichterstattung in den Medien Widerstand zu leisten, ist sicher die Begegnung mit Israelis in Israel. Ich selbst war bereits 8 Mal in Ihrem schönen Land und werde dies auch weiterhin tun. Ich kenne kein anderes Land, das unter dem Druck durch eine feindliche Nachbarschaft die Regeln der Demokratie und die Wahrung der Menschenrechte in so weitgehender Weise bewahrt.

Ihrem Land, den jüdischen Mitbürgern in Deutschland und Ihnen persönlich wünsche ich von Herzen Shalom!“

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Marc:

„Antisemitismus, Antiisraelismus und Antizionismus dürfen nicht salonfähig werden. Auch wenn es leider oft den Anschein hat, werde ich persönlich jedenfalls entschlossen dagegen vorgehen. Soviel kann ich zumindest versprechen. :) Also nicht unterkriegen lassen, ihr seid nicht allein.“

Simone:

„Ich bin zutiefst beschämt und aufgebracht über den Inhalt der “Hassbriefe”, die Herr Hadas-Handelsmann veröffentlicht hat.

Bitte seien Sie meiner Solidarität und Sympathie zum Staat Israel und seinen Menschen versichert.

Wir alle sind gefordert, diesen unsäglich verabscheuungswürdigen Menschen mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten!“

Sabine:

„Mit meinen Zeilen möchte ich Ihnen gegenüber zum Ausdruck bringen, dass es auch andere Menschen und Stimmen gibt, die für Israel und für die Juden sind und sprechen, und wo auch immer sie sich bewegen zu Israel stehen!“

Henny:

„Ich versuche täglich, gegen alle damit verbundenen Widrigkeiten, immer wieder über Israel, über die jüdische Kultur (ich selbst bin Christin) und über die Bedeutung des Judentums für Europa und insbesondere auch für Deutschland aufzuklären und Schieflagen aus der Welt zu räumen, die durch teilweise unkluge mediale Berichterstattungen noch forciert werden.“

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„Mehr als meine ungebrochene und dauerhafte Unterstützung für den demokratischen und jüdischen Staat Israel in diesen kurzen Zeilen zum Ausdruck zu bringen, kann ich aktuell nicht tun. Nicht jeder Deutscher denkt so verachtend und rassistisch über Ihr Land wie die Schmierfinke, die Ihnen ansonsten Nachrichten zukommen lassen.

Maria und Andreas:

“Die Tatsache, dass bei der israelischen Botschaft so viele Hassbriefe eingehen, macht uns sehr traurig. Mit diesem Brief möchten wir unsere Solidarität und Unterstützung gegenüber dem Staat Israel ausdrücken und uns bei Ihnen und Ihrem Team für die großartige Arbeit im Botschaftsdienst herzlich bedanken! Gleichzeitig wünschen wir Ihnen und Ihren Familien ein schönes Purim-Fest!“

(Fotos: Botschaft des Staates Israel)

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Liebe ‘made in Israel & Germany’

12. Februar 2015 · Allgemein, deutsch-israelische Beziehungen, In eigener Sache, Vermischtes

Beim Thema ‘deutsch-israelische Beziehungen’ denken die meisten zunächst an Politik. Aber auch privat haben viele Israelis und Deutsche zueinander gefunden und einander lieben gelernt. Anlässlich des Jubiläumsjahres hatten wir deutsch-israelische Paare gebeten, uns ihre persönlichen Liebesgeschichten zu schicken. Zum Valentinstag veröffentlichen wir nun drei von ihnen. Viel Spaß beim Lesen!

Geschichte von Rebecca und Roee Sarel

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Alles fing im Sommer 2009 an. Niemals hätte ich gedacht, dass sich mein Leben von einem auf den anderen Tag so sehr verändern würde. Hätte ich es nicht selbst erlebt und wäre es nicht meine eigene Geschichte, würde ich sie für ein Märchen halten. Aber es ist wahr und es ist die schönste Liebesgeschichte der Welt.

Mit 18 Jahren beschloss ich für zwei Monate in den Schulferien in einem deutschen Gästehaus in Jerusalem zu arbeiten. Bereits mit 15 Jahren war ich das erste Mal in Israel, damals mit einem Schüleraustausch. Das Land hat mich so sehr fasziniert und in seinen Bann gezogen, dass ich unbedingt wieder hin wollte und es mir keine Ruhe ließ. Das Gästehaus war wunderschön, direkt neben der Jerusalemer Altstadt, und es gab viele andere deutsche Volontäre, mit denen es nie langweilig wurde. In der zweiten Woche meines Volontariats nahm mich eine der Volontärinnen mit auf eine Hausparty von einem israelischen Freund. Die Stimmung war super, es gab viel zu essen, alle haben zur Musik getanzt – und auf einmal stand er vor mir. Roee. Mein zukünftiger Mann und die Liebe meines Lebens. Zwei Wochen waren wir fast jeden Tag zusammen, zwei Wochen, in denen ich bereits seine ganze Familie kennen gelernt habe, wir zusammen ans Meer gefahren sind und nachts romantische Ausflüge zu Wasserbrunnen im Wald unternommen haben. Zwei Wochen haben ausgereicht, um uns zu versprechen, dass wir für immer zusammen bleiben werden.

Ein Jahr lang hatten wir eine Fernbeziehung. Er war in Israel und studierte Jura und BWL, ich musste zurück nach Deutschland, um mein Abitur zu machen. Wir haben uns alle zwei Monate gesehen, mal kam er zu mir, dann wieder ich zu ihm. Um Geld für die ganzen Flüge zu haben, habe ich jedes Wochenende, samstags und sonntags, acht Stunden in einer Fabrik gearbeitet und anstatt für meine Abiturprüfung zu lernen, habe ich angefangen, mir selber Lesen und Schreiben auf Hebräisch beizubringen. Für uns war von Anfang an klar, dass ich nach dem Abitur zu ihm nach Israel komme. Jeder hat mich für verrückt gehalten und keiner hat an uns geglaubt. Ich habe ihn furchtbar vermisst und musste unsere Liebe gleichzeitig immer und ständig rechtfertigen und verteidigen.

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Nach einem Jahr Fernbeziehung sind wir zusammen für einen Monat in Indien herumgereist, danach ging es für mich für zehn Tage wieder nach Deutschland, allerdings nur um meine Sachen zu packen, um dann nach Israel zu gehen. Drei ganze Jahre lang haben wir zusammen in Jerusalem gelebt. Drei ganze lange Jahre, in denen so viel passiert ist, dass es ein ganzes Leben füllen könnte: Ein Volontariat in einem Heim für schwer behinderte Kinder, drei Hebräischkurse, ein Heiratsantrag in der Wüste von Jordanien, eine standesamtliche Hochzeit auf Zypern, eine Hochzeit mit der ganzen Familie und allen Freunden in Israel, eine erfüllende und langersehnte Konversion zum Judentum, nach der Konversion eine Hochzeit in der Synagoge, unendliche und ermüdende Kämpfe mit dem Ministerium um ein Visa, tausendfaches Hin- und Herschicken von Dokumenten, Namensänderung, Roees Bestehen seines Staatsexamens, Zuwachs mit unserer Hündin Libi als neuem Familienmitglied, Treffen und Kennenlernen vieler neuer Freunde und wunderbarer Menschen, Bombenanschläge, Checkpoints, Raketenangriffe, Reservedienste in der Armee, Kurzurlaube im Norden des Landes, in der Schlange Anstehen für Gasmasken, Purim, Yom Kippur, Sukkot, Schavuot, Pessach… Das Leben in Israel ist so vielseitig, bunt, laut, fröhlich, glücklich, begeisternd, beängstigend, terrorisierend, schockierend, dunkel, nervend, ohne Pause, pulsierend…

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Nach drei wirklich erfüllenden, aber schweren Jahren, konnten wir der wirtschaftlichen Lage und der fehlenden Sicherheit im Land, und ich dem Heimweh, nicht mehr Stand halten und sind nach Deutschland gezogen. Heute wohnen wir zusammen mit unserer Hündin in der Nähe von Frankfurt am Main. Ich studiere Soziale Arbeit und mein Mann macht nun nach einem langen Jahr der Arbeitslosigkeit seine Doktorarbeit in Wirtschaft und Finanzen. Ich könnte mir keinen besseren Ehemann auf der Welt vorstellen. Im Juni erwarten wir – bereits jetzt voller Vorfreude – die Ankunft unseres ersten gemeinsamen Kindes. Das Leben in Deutschland ist anders. Es ist viel einfacher hier, ruhiger und stabiler. Wir lieben die Natur, die Felder und die Wälder, die ganzen Seen und die Weite. Und natürlich die viel günstigeren Supermärkte. Aber wir vermissen Israel auch sehr. Wir vermissen das bunte Leben, unsere Freunde, die Selbstverständlichkeit vom jüdischen Leben, die Feiertage… besonders jedoch unsere Familie. Für die nächsten drei Jahre werden wir auf jeden Fall hier bleiben. Doch was danach kommt, wissen wir noch nicht, aber wir sind für alles offen. Elohim gadol – Gott ist groß.

Geschichte von Jenni Haug-Yeffet und ihrem Partner

Auf einer Insel der Fidschi-Inseln lernten wir uns 2002 kennen. Ich, damals 26-jährige Deutsche, hatte ein halbes Jahr Auszeit genommen. Ich lebte und arbeitete in Sydney, Australien, und machte einen Kurzurlaub auf den Fidschi-Inseln.

Mein Mann hatte nach intensiven Aufgaben in der israelischen Armee ebenfalls ein Jahr Auszeit genommen und reiste mit einem Freund für ein paar Monate durch Neuseeland und Australien. Auf den Fidschi-Inseln gönnten sie sich eine kleine Auszeit.

Er war der erste Israeli, den ich in meinem Leben kennenlernte. Mein erster Gedanke war: Was denkt er jetzt von mir, da ich Deutsche bin?

Während einer einmonatigen gemeinsamen Reise durch Thailand überzeugte er mich, ihn in Israel zu besuchen. Wie gesagt, es war 2002, Oktober. Die Intifada war an ihrem Höhepunkt angelangt. Der Irakkrieg war schon vorauszusehen. Trotzdem musste ich ihn wiedersehen. Am Abend von Yom Kippur saß ich im El Al-Flieger. Außer mir waren dort wohl nur zehn weitere Passagiere. Die ganze Zeit in Thailand sagte er mir, dass ich keine Angst haben muss. Solange man nicht mit öffentlichen Bussen fährt, kann nichts Schlimmes passieren. Vom Flughafen fuhren wir mit dem Bus zu seiner Wohnung nach Jerusalem…

Nach einem einmonatigen Besuch in Israel war klar, dass wir zusammenbleiben wollen. Einen Monat später landete ich wieder in Israel. Diesmal um zu bleiben.

Die erste Zeit hier: Neues Land, neue Sprache, andere Kultur, Selbstmordattentate, mit der Gasmaske auf dem Fahrrad zum Ulpan…

Hebräisch zu lernen war mir sehr wichtig und schon nach ein paar Monaten begann ich in einem Rechtsanwaltsbüro für Renten und Entschädigungszahlungen zu arbeiten. Der tägliche Kontakt zu Holocaust-Überlebenden war anfangs komisch. Aber mit der Zeit kam ich mit meiner Vergangenheit als Deutsche zurecht – heute arbeite ich bei Beit Theresienstadt, einem Holocaust-Museum und -Bildungszentrum.

Die Familie meines Mannes ist jemenitisch und religiös. Mein Nichtjüdisch-Sein war daher natürlich ein Thema. Nach langem Hin und Her entschlossen wir uns zu einer Konversion. Dieser Weg verlangt einem jungen Paar Entscheidungen ab, über die andere erst viel später nachdenken – oder über die Paare aus gleichen Kulturen überhaupt nicht entscheiden müssen.

Heute erziehen wir unsere drei Kinder nicht religiös, feiern jedoch sowohl jüdische als auch christliche Feiertage.

Und wenn das alles noch nicht genug ist: Mein Mann ist Berufssoldat. “Krawi” – in einer Kampfeinheit. Etwas,  das keiner in Deutschland verstehen kann und ich auch erst lernen musste. Jahrelang alleine mit den Kindern. Kriege/Mivzaim (Operationen) mit Warten auf den nächsten Telefonanruf.

Aber – ich würde nichts anders machen. Meinen Mann für niemanden eintauschen. Und auch Israel ist mir nach 12 Jahren sehr ans Herz gewachsen. Wenn mich jemand fragt – ich bezeichne mich noch immer als Deutsche. Aber so insgeheim fühle ich mich auch etwas als Israelin. :)

Geschichte von Katrin Levi und ihrem Partner 

Ich war schon als Kind von der Idee begeistert nach Israel zu reisen, als meine Mama mir aus der Kinderbibel vorlas, und mit 16 habe ich mir den Traum erfüllt und kam auf einem Schüleraustausch ins Heilige Land. Im Zuge des Austausches lernten wir viel über die jüdische Religion und israelische Kultur und ich merkte, dass ich mich zu allem sehr hingezogen fühlte, ohne es erklären zu können.

Mein erster und für lange Zeit auch einziger Urlaub in Israel hat mich unheimlich berührt und lustigerweise immer, wenn es um das Thema ‚Leben im Ausland‘ ging, habe ich Leuten erzählt, dass Israel ein Land wäre, in dem ich mir vorstellen könnte, zu leben. Dass dies tatsächlich mal so kommen würde, hätte ich mir nie ernsthaft vorgestellt.

Aber es ist doch passiert und zwar so: Mitte 2009 registrierte ich mich bei Facebook und fand einige Israelis aus dem Austausch von vor über 10 Jahren wieder.

unsere kleine Familie

Ein Mädel vom Austausch hatte auch ein Profil für ihr Haustier, ein kleines Häschen, angelegt und so kam es, dass ich nach kurzer Zeit sämtliche verloren geglaubte Schulkameraden, eine Handvoll Israelis und ein Häschen in meiner Freundesliste hatte.

Etwa eine Woche später bekam ich unerwartet eine E-Mail: ” Do we know each other?” schrieb das kleine weiße Häschen. Ich war verdutzt und dachte mir, dass sie mich eigentlich kennen sollte, und fing an, mit dem Häschen zu schreiben, was sich als recht amüsant herausstellte. Irgendwann kam dann der Satz: “Okay, I will clear things up. My name is Yehuda Levi and Nullie is my rabbit.” Es stellte sich heraus, dass es nicht ihr Häschen war, sondern das ihres Exfreundes. :)

Nun ja, blöd gelaufen, aber irgendwie schrieben wir uns weiter und stellten fest, dass wir ziemlich viele Gemeinsamkeiten haben, und nach ein paar Wochen merkten wir beide, dass es Klick gemacht hatte.

Von da an wurden unsere Gespräche via E-Mail viel vertrauter und liebevoller und irgendwann nahm ich meinen Kalender in die Hand und guckte, wann der nächste Urlaub ginge, und hab den nächsten Flieger gebucht, um mir diesen Yehuda mal genauer anzugucken.

Einmal hatte er mir verraten, dass sein Lieblingsparfüm „Zegna“ heißt und ich habe die nächste Douglasfiliale gestürmt und mir alle Zegnadüfte auf Teststäbchen gesprüht und daran abends am Nachttisch geschnuppert.

Im Freundes- und Bekanntenkreis haben sie mich für verrückt erklärt, dass ich einfach so zu einem wildfremden Mann ins außereuropäische Ausland reise, aber ich habe allen gesagt, dass ich eine erwachsene Frau bin und wenn mir jemand doof kommt, dann buche ich eben ein Hotelzimmer und mache mir eine nette Woche alleine.

Wir haben aus mir unerklärlichen Gründen nie geskypt, sondern immer nur geschrieben. Zwei Tage vor meinem Flug schrieb er mir: “I love you, even if I never saw you before.” Und mein Herz schmolz dahin, da ich genau das Gleiche fühlte.

Am Flughafen war es dann anfangs total unwirklich. Obwohl wir uns schon unsere Liebe gestanden hatten, haben wir uns nur in den Arm genommen und herzlich gedrückt, aber er brachte mir Mekupelet-Schokolade mit und nach fünf Minuten war das Eis gebrochen und wir quatschten die ganze Nacht durch und der Rest war einfach nur wunderschön und einmalig.

Am ersten Morgen wurde ich wach und fühlte mich total leer und mir war klar, dass so eine Situation nicht normal ist und dass es Zeit braucht, bis die Synapsen wieder normal sind und so war es auch. Am dritten Tag fuhren wir nach Jerusalem und das war der Tag, an dem wir uns auch physisch in Fleisch und Blut ineinander verliebt haben.

Er zeigte mir viel von Israel und wir fuhren zusammen nach Eilat ohne ein Hotelzimmer zu haben.

Unterwegs stoppten wir in der Wüste am Toten Meer zum Sternegucken. Das war sehr beeindruckend, denn so etwas hatte ich noch nie gesehen. Man guckt so in den Himmel und denkt sich, dass es bewölkt ist, und auf einmal merkt man, dass das keine Wolken sind, auf die man da schaut, sondern Millionen und Abermillionen von Sternen. Wenn nicht gerade Vollmond ist, dann kann man in der Wüste den Nachbararm der Milchstraße ganz klar erkennen.

Das war so ziemlich das Romantischste, was ich je gemacht habe. Schade, dass die meisten Leute immer schnurstracks durch die Wüste hetzen, ohne mal anzuhalten und für ein paar Minuten nach oben zu schauen.

Unterwegs riefen wir bei Isrotel, einer Hotelkette,  an und bekamen spontan ein Zimmer im Isrotel Agamim. Das Hotel war super und ist heute noch unser kleines Liebeshotel, wenn wir nach Eilat fahren.

Ab da fing natürlich ein reger Flugverkehr zwischen Israel und Deutschland an. Er lernte meine Familie kennen und ich seine, wir gingen von da an regelmäßig Sterne in der Wüste anschauen –manchmal fuhren wir nur deswegen dorthin – und ich zeigte ihm Sylt, was wohl den meisten Israelis verborgen bleibt. Uns war relativ schnell klar, dass wir nur eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft haben, wenn wir zusammenziehen.

Wir haben das ganz rational entschieden, wer hat welchen Job, wer hat Eigentum wo, und so weiter und so fort, und ich habe Nägel mit Köpfen gemacht und habe meinen Job, meine Wohnung und meine Versicherungen gekündigt und bin Ende 2010 zu ihm gezogen.

2012 haben wir im kleinen Kreis sehr romantisch auf Zypern geheiratet und im Oktober 2013 hat unsere Tochter Luisa Lea Levi das Licht der Welt erblickt und wir sind immer noch schwer verliebt und glücklich und erwarten im Juli 2015 wieder Nachwuchs, auf den wir uns schon sehr freuen.

Wir haben nun auch alle Unterlagen eingereicht, da ich zum Judentum konvertieren möchte.

Ich hatte bereits vor unserer Begegnung mit diesem Gedanken gespielt und meine Eltern sehen das mit der Religion sehr gelassen. Es ist für sie zwar schwer, so weit weg zu sein und das Enkelkind nicht so häufig zu sehen, aber meine Familie war jetzt schon öfter bei uns und sie sind inzwischen richtige kleine Israel-, Judentum- und Nahostexperten. Für meine Schwiegereltern ist es natürlich von essentieller Bedeutung, dass die Schwiegertochter und die Enkelkinder Juden sind, weswegen es schon mal kurz vor unserer Hochzeit auf Zypern einige Spannungen gab.

Die Kommunikation zwischen meinen Eltern und Schwiegereltern irakischen Ursprungs klappt am besten nach einer Flasche Sekt, da beide Seiten kein Englisch sprechen, aber alle denken im Großen und Ganzen: Hauptsache, die Kinder sind glücklich zusammen.

Manchmal nervt es mich, dass die immer denken, das Haus ist ein Haus der offenen Tür, wo man zu jeder Tages- und Nachtzeit reinmarschieren kann und dann auch noch Tee und Kekse serviert bekommt (so geschehen zwei Tage nach der Entbindung) und dass sie immer viel zu viel Essen kochen und hinterher so viel davon wegschmeißen. Oder wenn meine Schwiegermutter auf der nächsten Party das nervigste Lied aller Zeiten in mein Ohr trällert oder nach Pessach irgendwelche Geldstücke über deinem Kopf kreisen und man mit einem Bund Petersilie verhauen wird.

Das bin ich mit meinen deutschen Wurzeln nun mal überhaupt nicht gewöhnt und das werde ich auch nie so leben, aber alles in allem finde ich meine arabische Familie ganz cool, wobei Yehuda und ich uns eher an europäischen Maßstäben orientieren.

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Präsident Rivlin: “Brücken bauen zwischen Juden und Arabern”

10. Februar 2015 · Allgemein, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft

Bereits am vergangenen Donnerstag (05.02.) traf sich Staatspräsident Reuven Rivlin mit arabischen Kommunalräten, um unter anderem über die wirtschaftliche Situation arabisch-israelischer Staatsbürger zu beraten. Bei einem daran anknüpfenden Treffen mit Geschäftsführern verschiedener Unternehmen in Israel am Sonntag (08.02.) wurde ein Projekt auf den Weg gebracht, mit dessen Hilfe der Arbeitsmarkt in den arabischen Gemeinden Israels gestärkt werden sollte.

Zunächst wurde bei dem Treffen eine umfassende Studie zum Thema vorgestellt, für die Geschäftsführer, führende Manager und Personalleiter aus etwa 50 großen israelischen Firmen befragt worden waren, darunter The Strauss Group, Amdocs, Fattal, Check Point, Herzog Fox Neeman, Shikun & Binui, Teva, HP, Migdal, Matrix und andere.

Die beteiligten Firmen werden ein vierteljährlich tagendes Managerforum einrichten, das den Integrationsprozess der arabischen Bevölkerung in verschiedene Positionen bei den Firmen begleiten soll.

Staatspräsident Rivlin und verschiedene Unternehmer während der Sitzung (Foto: Präsidialamt)

Staatspräsident Rivlin und verschiedene Unternehmer während der Sitzung (Foto: Präsidialamt)

Staatspräsident Rivlin sagte: „Die arabische Gemeinschaft ist im Staat Israel schon länger keine Minderheit mehr. Sie macht heute – in all ihrer Vielfalt – mehr als 20 Prozent der Bevölkerung aus, und mehr als ein Viertel der Kinder in der ersten Schulklasse. Manchen gefällt das, manche fürchten es,

aber es ist eine Tatsache, die man nicht ignorieren kann. Wir sprechen von einer Gemeinschaft, die einen wesentlichen Bestandteil dieses Landes ausmacht und für die Israel ihr Heimatland ist; eine Gemeinschaft mit einer kulturellen, religiösen, ethnischen und nationalen Identität. Leider sind zu wenige jüdische Israelis mit der arabischen Gesellschaft vertraut, jenseits von Vermutungen und Vorurteilen. Darum existiert eine signifikante und wachsende Lücke zwischen beiden Seite an Seite lebenden Bevölkerungsgruppen, die doch oft blind füreinander sind.

Über diese Trennung, diese Lücke hinweg müssen wir Brücken bauen, Stück für Stück. Der Auftrag dieses Brückenbaus ist für mich ein humanistischer, jüdischer, zionistischer und nationaler Auftrag von höchster Priorität. […]

Der Weg, den wir heute einschlagen, wird, so hoffe und denke ich, maßgeblich zur Stärkung des Vertrauens zwischen beiden Seiten beitragen und ihnen zugleich Hoffnung geben – Hoffnung auf eine Zukunft, in der der israelische Markt den jungen Mann aus Rahat und die junge Frau aus Um Al-Fahm am „Israeli Dream“ teilhaben lassen.

Sie sind heute hier, weil sie wissen, dass die Integration der arabischen Bevölkerung in den Arbeitsmarkt sich nicht auf die Integration von Arbeitern in den Fabriken beschränkt. Stattdessen brauchen wir echte Integration, die auf angemessene Beschäftigung im akademischen Bereich, in der Führungsspitze, in der Entwicklung und im Management abzielt. Darum ist Ihre Teilnahme als Direktoren der größten Unternehmen an dieser Initiative eine äußerst wichtige Aussage. Der Arbeitsmarkt ist eines der besten Mittel, um die Fähigkeit zum Zusammenleben zu messen und eine Brücke der Hoffnung für Israel und den ganzen Mittleren Osten zu bauen. Sie sind dafür der Motor. Ihre Anerkennung des Themas wird die Sicherheit des Markes und unserer Gesellschaft gewährleisten.“

Der Vorsitzende des „Youth Teams“ und zugleich Mitglied des Steuerungskomitees, Dr. Samir Qasem, sagte: „Unser heutiges Treffen soll eine echte Verbesserung der Lage bewirken und die Vision von einer gerechten Gesellschaft wahr werden lassen, die jedem Mitglied der Gesellschaft einen Platz garantiert. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Vision verwirklichen können.“

(Präsidialamt, 08.02.15)

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„Diese Frauen und Männer sind wie Leuchtfeuer in der tiefsten Finsternis“

22. Januar 2015 · deutsch-israelische Beziehungen, Holocaust, In eigener Sache

Die beiden Berliner Frieda Szturmann und Max Naujocks wurden in einer Feierstunde in der Residenz des Botschafters posthum von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Botschafter Yakov Hadas-Handelsman überreichte den Angehörigen der Ausgezeichneten die Yad Vashem-Urkunden und Medaillen. Frieda Szturmann und Max Naujocks versteckten in der Zeit der deutschen Naziherrschaft verfolgte Juden und retteten ihnen so das Leben.

Dieter Szturmann, Enkel der „Gerechten unter den Völkern“ Frieda Szturmann.

Dieter Szturmann, Enkel der „Gerechten unter den Völkern“ Frieda Szturmann.

Der Botschafter begrüßte zunächst herzlich die Familien der Ausgezeichneten und der Geretteten und sagte:

„Die Tage, an denen wir die „Gerechten unter den Völkern“ ehren, sind besondere Tage. Und die Menschen, die wir ehren, sind besondere Menschen.

Für den Staat Israel und für das jüdische Volk sind die „Gerechten unter den Völkern“, diese mutigen Frauen und Männer, wie Leuchtfeuer in der tiefsten Finsternis.

An Tagen wie heute erinnern wir daran, dass es in den dunkelsten Stunden des jüdischen Volkes Menschen gab, die alles riskierten – ihren Besitz und sogar ihr Leben – um andere Menschen zu retten.“

Von links: Gisela Kleina und Irmhild Schulzki, Töchter des „Gerechten unter den Völkern“ Max Naujocks, mit Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Von links: Gisela Kleina und Irmhild Schulzki, Töchter des „Gerechten unter den Völkern“ Max Naujocks, mit Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Die Historikerin Dr. Beate Kosmala von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand schilderte eindrücklich die Situation der Jüdinnen und Juden in Berlin in den letzten Kriegsjahren. Etwa seit dem Sommer 1942 sei die Ermordung der Juden „im Osten“ ein „offenes Geheimnis“ gewesen, was immer mehr jener Verfolgten, die dazu überhaupt gesundheitlich und finanziell in der Lage gewesen seien, zu der dramatischen und angstbesetzten Entscheidung brachte, in den Untergrund zu gehen. Gerade für Mütter und Väter mit ihren Kindern sei dieses oft jahrelange Verstecken sehr kompliziert gewesen.

Die Helfer der Verfolgten und ihre Motive seien vielfältig und schwer zu bestimmen, so Dr. Kosmala. Sie verbinde jedoch das erhebliche Risiko, das sie durch ihren mutigen Einsatz eingingen: „Wer daher einen Juden versteckte oder ihm auf andere Art half zu überleben, zielte gegen die nationalsozialistische Ideologie im Kern. Unter dieser Voraussetzung ist die Hilfe für verfolgte Juden als eminent wichtige Widerstandshandlung anzusehen. […] Die „Gerechten“ und ihre Geschichten zeigen, dass auch ein ganz anders Handeln möglich war, dass Menschen eine Wahl hatten und haben – auch unter der Bedingung von Diktatur und Besatzung.“

Max Naujocks; Foto: Archiv Yad Vashem

Max Naujocks; Foto: Archiv Yad Vashem

Die Rettungsgeschichten

Als Ende Februar 1943 die letzten noch in Berlin verbliebenen Juden verhaftet und deportiert wurden, traf die Familie Weiß, Moritz und Regina mit ihrer 9-jährigen Tochter Ellen, die Entscheidung, in den Untergrund zu gehen. Das befreundete Ehepaar Max und Hertha Naujocks, einer konvertierten Jüdin, lebte mit den eigenen Kindern in einer Laube in Berlin-Malchow, wo sie die Familie Weiß versteckten und versorgten, auch nachdem die Laube bei einem Bombenangriff im Januar 1944 schwer beschädigt wurde und der Sohn Fritz Naujocks tödlich verletzt wurde. Im Juni 1944 wurde Moritz Weiß verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Im Gegensatz zu seiner Frau und seiner Tochter überlebte er die Shoah nicht.

Botschafter Yakov Hadas-Handelsman übergab den beiden Töchtern des geehrten Retters Max Naujocks, Gisela Kleina und Irmhild Schulzki, stellvertretend für ihren verstorbenen Vater Medaille und Urkunde von Yad Vashem.

Frieda Szturmann; Foto: Archiv Yad Vashem

Frieda Szturmann; Foto: Archiv Yad Vashem

Die zweite Geehrte, Frieda Szturmann, versteckte in den letzten Kriegsjahren die beiden Jüdinnen Anna Boros und ihre Großmutter Cecile Rudnik. Vermittelt wurde dieses Versteck durch einen weiteren „Gerechten“, den Ägypter Dr. Mohamed Helmy, der als Medizinstudent nach Deutschland gekommen war und sich dort niedergelassen hatte. Er ist der erste arabische Retter, der diesen Ehrentitel verliehen bekam. Dr. Helmys organisierte das Versteck bei seiner Freundin Frieda Szturmann, die sich mit gelegentlicher Heimarbeit über Wasser hielt. Ihr Enkel Dieter, der die Urkunde für seine Mutter entgegennahm, erinnert sich, dass seine Großmutter in einem kleinen Haus in Staaken in Berlin-Spandau lebte. Trotz der beengten Verhältnisse, trotz des Risikos, entdeckt zu werden und trotz der Lebensmittelknappheit zögerte sie nicht, Cecile und ihre Enkelin aufzunehmen.

Die Tochter von Anna Boros, Carla Greenspan, war extra für die Feierstunde aus den USA angereist. In ihrer Rede sagte sie: „Ich bin Carla Greenspan, eine Jüdin, die mit ihrer Familie und mit Freunden in den USA lebt, in einem Land, das für seinen Charakter als Schmelztiegel bekannt ist, und wo es zum Glück Freiheit und Akzeptanz aller Ethnien, Religionen und Nationalitäten gibt.
Meine Mutter Anna, meine Großmutter Julia, mein Stief-Großvater George und meine Urgroßmutter Cecelia hatten nicht so viel Glück wie ich. Sie lebten in Berlin während der dunklen Terror-Zeit des Aufstiegs der Nazis. […]

Auch wenn viele Jahre vergangen sind, bin ich glücklich, dass Frieda Szturmann endlich als eine Frau anerkannt wird, die sich in den dunkelsten Zeiten gegen das Böse gestellt hat, um meiner Familie zu helfen. Sie wollte nicht entsprechend der hasserfüllten Überzeugungen anderer leben. Stattdessen folgte sie ihrem Herzen und riskierte ihr eigenes Leben, um andere zu retten. Wenn es Frieda Szturmann nicht gegeben hätte, wäre wahrscheinlich die Linie meiner Familie gekappt worden, und ich würde nicht am Leben sein und hier heute zu Ihnen sprechen können.“

Von links: Gisela Kleina und Irmhild Schulzki, Töchter des „Gerechten unter den Völkern“ Max Naujocks, Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, Dieter Szturmann, Enkel der „Gerechten unter den Völkern“ Frieda Szturmann, Carla Greenspan, Tochter der Geretteten Anna Boros-Gutman, Barry Greenspan, ihr Ehemann.

Von links: Gisela Kleina und Irmhild Schulzki, Töchter des „Gerechten unter den Völkern“ Max Naujocks, Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, Dieter Szturmann, Enkel der „Gerechten unter den Völkern“ Frieda Szturmann, Carla Greenspan, Tochter der Geretteten Anna Boros-Gutman, Barry Greenspan, ihr Ehemann.

(Botschaft des Staates Israel, 22.01.15)

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Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast beim Botschafter

19. Dezember 2014 · Allgemein, deutsch-israelische Beziehungen, In eigener Sache, Politik, Religion

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Botschafter Yakov Hadas-Handelsman lud am 17. Dezember zu einem Chanukka-Empfang in seine Residenz in Berlin Schmargendorf ein. Ehrengäste waren Bundespräsident Joachim Gauck und Frau Daniela Schadt. Bundespräsident Gauck zündete die ersten zwei Channukka-Kerzen an, nachdem der Botschafter den traditionellen Segen sprach. Der Empfang war zugleich der offizielle Auftakt für das große Jubiläumsjahr 2015, in dem Israel und Deutschland 50 Jahre diplomatische Beziehungen begehen.

In diesem Zusammenhang sagte der Bundespräsident in seiner Rede: „Wir werden im Jubiläumsjahr, zu dem der israelische Präsident Rivlin im Mai auch nach Deutschland zum Staatsbesuch kommen wird, ganz gewiss Rückschau halten. Aber viel wichtiger noch: Wir werden nach vorne schauen, wir werden gemeinsam dafür arbeiten, dass unsere besonderen, freundschaftlichen Beziehungen vertieft werden. Deutschland wird immer an der Seite Israels stehen. Freundschaft bewährt sich im Übrigen gerade in schweren Zeiten.“

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Botschafter Hadas-Handelsman betonte auch die tiefe und enge Freundschaft zwischen beiden Staaten. Mit Blick auf die anstehenden Feierlichkeiten im Jahr 2015 und die zahlreichen Veranstaltungen sagte er:  „Im kommenden Jahr wollen wir zurückblicken auf unsere Erfolge, aber gleichzeitig auch Perspektiven für die Zukunft entwickeln. Denn auf uns warten noch genügend Herausforderungen – und unzählige Möglichkeiten. Wir behalten immer im Blick, die Einzigartigkeit unserer Beziehungen auch in Zukunft zu bewahren. Darauf kommt es an – für Israel und für Deutschland.“

Die Veranstaltung wurde musikalisch durch Kinder des Chores der Heinz-Galinski-Schule begleitet.

Es waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur, Medien und der jüdischen Gemeinde anwesend.

Hier können Sie die Rede des Bundespräsidenten nachlesen. Wer nicht live dabei war, kann sich das Video und Fotos von der Veranstaltung anschauen.

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Der Taubenzüchter von Bagdad: Ein Abend anlässlich des ersten Gedenktages für die jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern

3. Dezember 2014 · Allgemein, Geschichte, In eigener Sache

Am 23. Juni 2014 hat das israelische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das den 30. November als jährlichen landesweiten Gedenktag der Vertreibung von 850.000 Juden aus den arabischen Länder und dem Iran im 20. Jahrhundert festlegt.

Juden lebten schon seit Jahrtausenden in den arabischen Ländern und viele der Gemeinden reichten in die vorislamische Zeit zurück. Mit dem Aufstieg des arabischen Nationalismus und dem Konflikt um das historische Palästina begannen die neuen arabischen Regime eine Kampagne gegen die jüdischen Bürger ihrer Länder, wobei deren Menschenrechte massiv verletzt wurden. Die einheimischen Juden wurden enteignet, es wurde ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen, sie wurden vertrieben, eingesperrt, gefoltert und viele auch ermordet.

Die Berichte der Juden aus den arabischen Ländern unterscheiden sich je nach Land und nach Familienschicksal im Detail, doch im Kern gleichen sie sich.

Am gestrigen Abend (2.12.2014) haben die Konrad Adenauer Stiftung, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin/Potsdam und die Botschaft des Staates Israel zu einem Abend anlässlich des ersten offiziellen Gedenktages für die jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Staaten und Iran eingeladen.

(Fotos: Botschaft des Staates Israel)

(Fotos: Botschaft des Staates Israel)

Nach der Vorführung des Films „The dove flyer“ („Der Taubenzüchter von Bagdad“) fand ein Gespräch mit dem aus dem Irak stammenden Schriftsteller Najem Wali, dessen Roman „Engel des Südens“ sich mit diesem Thema befasst, der Politikwissenschaftlerin und Journalistin Dr. Sylke Tempel (Chefredakteurin der Zeitschrift „Internationale Politik“ der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik DGAP) sowie Jörg Rensmann (Scholars for Peace in the Middle East) statt. Moderiert wurde das Gespräch von Dr. Magdalena Kirchner (DGAP). Zur Begrüßung sprach der Botschafter des Staates Israel, Yakov Hadas-Handelsman und führte aus:

„Wir haben uns entschieden, mit Hilfe des Films „The Dove Flyer“ auf das Thema aufmerksam zu machen. Der Film basiert auf dem Roman des bekannten israelischen Schriftstellers Eli Amir. Der deutsche Titel ist “Der Taubenzüchter von Bagdad.” Das Buch ist so etwas wie Eli Amirs Autobiographie. Der Autor wurde 1937 in Bagdad geboren. Seine Familie musste 1950 aus der irakischen Hauptstadt fliehen, weil sie als Juden verfolgt wurden. Sie kamen in den neu gegründeten Staat Israel. Und da sind wir auch schon mitten in der Geschichte. Einer wahren Geschichte. Der Geschichte einer Vertreibung und Flucht.

Der Film nimmt uns mit in die Welt der irakischen Juden am Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ihr Schicksal steht heute Abend stellvertretend für das Schicksal von 850.000 Juden, die aus ihren Heimatländern vertrieben und so zu Flüchtlingen wurden.

Zum Hintergrund muss man wissen, dass bis zur Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 rund eine Million Juden in arabischen Ländern lebten. Die meisten von ihnen in ur-alten Gemeinden. Sie leisteten in ihren Ländern einen umfangreichen Beitrag in allen Bereichen des Lebens, in der Literatur und der Musik, in Wirtschaft und Handel, in Bildung und Medizin. Und sie lebten dort schon lange vor der islamischen Eroberung und der Arabisierung der Region.

Die jüdische Gemeinde im Irak existierte zum Beispiel seit über 2500 Jahren. Sie war ein kulturelles Zentrum des Judentums und die Wiege des Babylonischen Talmuds. (…)

Zwischen den Jahren 1949 und 2009 gab es 163 Resolutionen in der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die sich mit den palästinensischen Flüchtlingen beschäftigten.

In derselben Zeit gab es keine einzige Resolution, die sich mit den jüdischen Flüchtlingen beschäftigte.

Auch der UN-Menschenrechtsrat hat seit 1968 insgesamt 132 Resolutionen zum Thema palästinensische Flüchtlinge verabschiedet. Sie ahnen es bereits: Es gab bis heute keine einzige Resolution zum Thema der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern.

Ich vermute, dass die Geschichte der Vertreibung hunderttausender Juden aus den arabischen Ländern im Allgemeinen nicht sehr bekannt ist.

Auch wenn das UNHCR (das Flüchtlingshilfswerk der UN) bei zwei Gelegenheiten – im Februar 1957 und im Juli 1967 – verlauten ließ, dass die Juden, die aus arabischen Ländern geflohen waren, nach internationalem Recht als Flüchtlinge angesehen werden.

Verstehen Sie mich nicht falsch – wir ins Israel warten nicht auf irgendwelche internationalen Resolutionen in dieser Sache. Wir haben schließlich alle jüdischen Flüchtlinge aufgenommen und sie in unsere Gemeinschaft integriert. Die arabischen Staaten haben dasselbe allerdings nicht mit den palästinensischen Flüchtlingen getan. Ganz im Gegenteil.“

Andreas Kleine-Kraneburg

Andreas Kleine-Kraneburg

Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Im Anschluss an den Film haben sich die Podiumsteilnehmer, der Botschafter und das Publikum rege ausgetauscht über die Bedeutung und Notwendigkeit dieses Gedenktages als Würdigung einer anderen Facette der jüdischen Migrationsgeschichte neben der der europäischen Juden, sowie über die Anerkennung der immensen Integrationsleistung des jungen Staates Israel.

Inwiefern die in Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur seit langem geführte Debatte Eingang in das israelische Bildungssystem haben wird, wie von Präsident Rivlin in seiner Rede gefordert, wurde angesprochen, ebenso der Wunsch nach einer zukünftigen Debatte über das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge in den arabischen Ländern selbst.

(Botschaft des Staates Israel, 3.12.2014)

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„Worte töten“ – Staatsführung baut man nicht auf Hetze auf

18. November 2014 · Allgemein

semelBlog

meirAmitsemel

Seit Ende des Krieges mit Beginn der vorläufigen Waffenstillstandsvereinbarung am 26. August ist die Situation zwischen Israel und den Palästinensern angespannt.

Insbesondere in den letzten Wochen ist eine Zunahme der terroristischen Aggressionen seitens der Palästinenser zu verzeichnen. Das Muster der Aufhetzung zur Gewalt, Terroranschlägen und der Preisung der Attentate, gefolgt von weiterer Aufhetzung, die in immer weiteren Anschlägen münden, ist deutlich erkennbar.

Im Verlauf des Novembers gab es einen signifikanten Anstieg an Terroranschlägen von palästinensischer Seite, die auch mehr Todesopfer forderten. Die Anschläge wurden von einzelnen Terroristen durchgeführt. Einige von ihnen identifizierten sich mit Terrororganisationen (Hamas, Palästinensischer Islamischer Dschihad – PIJ) oder gehörten ihnen direkt an. Die Anschläge wurden stets von den Terrororganisationen gelobt, die Attentäter gepriesen, und in den sozialen Medien gefeiert, was zu weiterer Zunahme von Angriffen führte.

Eine neue Qualität erhält der Terror durch das Massaker am 18. November in Jerusalem. [Ganzer Artikel →]

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Erst gemobbt, dann gelobt

30. Oktober 2014 · Allgemein

Präsident Rivlin und George (Foto: Präsidialamt)

Es gibt Themen, die sind zu allen Zeiten und überall aktuell; Mobbing in der Schule ist sicherlich eines von ihnen. Der elfjährige George Amira aus Jaffa hat lange gelitten – und sich dann entschieden, sich auf kreative Art gegen die verbalen Angriffe seiner Mitschüler zu wehren. In einem youtube-Video, das er gemeinsam mit seinem älteren Bruder gedreht hat, hält er Zettel in die Kamera, auf denen er schildert, was ihm Tag für Tag in der Schule geschieht: „Schwuchtel“, werde er genannt, „Mädchen“ oder für seine „Mädchen-Stimme“ ausgelacht. „Verurteilt mich nicht dafür, was ich bin“, steht auf dem nächsten Zettel. „Schaut mich an… und dann Euch selbst. Wir sind genau gleich.“ [Ganzer Artikel →]

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50 Jahre Israel-Deutschland: Die offizielle gemeinsame Website ist online

27. Oktober 2014 · Allgemein

50websiteDie offizielle bilaterale Website der Außenministerien Israels und Deutschlands, die das Jubiläumsjahr anlässlich des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 2015 begleiten wird, ist nun online geschaltet.

Die Website findet sich unter www.israel50deutschland.org und ist in drei Sprachen (Deutsch – Hebräisch – Englisch) aufrufbar. Die Besucher finden dort viele Hintergrundinformationen zu den israelisch-deutschen Beziehungen und zum Jubiläumsjahr, einen bebilderten Zeitstrahl und einem interaktiven Eventkalender für 2015. Die Website wird laufend aktualisiert und soll so die zahlreichen Veranstaltungen in Deutschland und in Israel begleiten. [Ganzer Artikel →]

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