Botschaft des Staates Israel in Berlin

Offizieller Blog

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Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast beim Botschafter

19. Dezember 2014 · Allgemein, deutsch-israelische Beziehungen, In eigener Sache, Politik, Religion

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Botschafter Yakov Hadas-Handelsman lud am 17. Dezember zu einem Chanukka-Empfang in seine Residenz in Berlin Schmargendorf ein. Ehrengäste waren Bundespräsident Joachim Gauck und Frau Daniela Schadt. Bundespräsident Gauck zündete die ersten zwei Channukka-Kerzen an, nachdem der Botschafter den traditionellen Segen sprach. Der Empfang war zugleich der offizielle Auftakt für das große Jubiläumsjahr 2015, in dem Israel und Deutschland 50 Jahre diplomatische Beziehungen begehen.

In diesem Zusammenhang sagte der Bundespräsident in seiner Rede: „Wir werden im Jubiläumsjahr, zu dem der israelische Präsident Rivlin im Mai auch nach Deutschland zum Staatsbesuch kommen wird, ganz gewiss Rückschau halten. Aber viel wichtiger noch: Wir werden nach vorne schauen, wir werden gemeinsam dafür arbeiten, dass unsere besonderen, freundschaftlichen Beziehungen vertieft werden. Deutschland wird immer an der Seite Israels stehen. Freundschaft bewährt sich im Übrigen gerade in schweren Zeiten.“

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Botschafter Hadas-Handelsman betonte auch die tiefe und enge Freundschaft zwischen beiden Staaten. Mit Blick auf die anstehenden Feierlichkeiten im Jahr 2015 und die zahlreichen Veranstaltungen sagte er:  „Im kommenden Jahr wollen wir zurückblicken auf unsere Erfolge, aber gleichzeitig auch Perspektiven für die Zukunft entwickeln. Denn auf uns warten noch genügend Herausforderungen – und unzählige Möglichkeiten. Wir behalten immer im Blick, die Einzigartigkeit unserer Beziehungen auch in Zukunft zu bewahren. Darauf kommt es an – für Israel und für Deutschland.“

Die Veranstaltung wurde musikalisch durch Kinder des Chores der Heinz-Galinski-Schule begleitet.

Es waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur, Medien und der jüdischen Gemeinde anwesend.

Hier können Sie die Rede des Bundespräsidenten nachlesen. Wer nicht live dabei war, kann sich das Video und Fotos von der Veranstaltung anschauen.

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Der Taubenzüchter von Bagdad: Ein Abend anlässlich des ersten Gedenktages für die jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern

3. Dezember 2014 · Allgemein, Geschichte, In eigener Sache

Am 23. Juni 2014 hat das israelische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das den 30. November als jährlichen landesweiten Gedenktag der Vertreibung von 850.000 Juden aus den arabischen Länder und dem Iran im 20. Jahrhundert festlegt.

Juden lebten schon seit Jahrtausenden in den arabischen Ländern und viele der Gemeinden reichten in die vorislamische Zeit zurück. Mit dem Aufstieg des arabischen Nationalismus und dem Konflikt um das historische Palästina begannen die neuen arabischen Regime eine Kampagne gegen die jüdischen Bürger ihrer Länder, wobei deren Menschenrechte massiv verletzt wurden. Die einheimischen Juden wurden enteignet, es wurde ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen, sie wurden vertrieben, eingesperrt, gefoltert und viele auch ermordet.

Die Berichte der Juden aus den arabischen Ländern unterscheiden sich je nach Land und nach Familienschicksal im Detail, doch im Kern gleichen sie sich.

Am gestrigen Abend (2.12.2014) haben die Konrad Adenauer Stiftung, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin/Potsdam und die Botschaft des Staates Israel zu einem Abend anlässlich des ersten offiziellen Gedenktages für die jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Staaten und Iran eingeladen.

(Fotos: Botschaft des Staates Israel)

(Fotos: Botschaft des Staates Israel)

Nach der Vorführung des Films „The dove flyer“ („Der Taubenzüchter von Bagdad“) fand ein Gespräch mit dem aus dem Irak stammenden Schriftsteller Najem Wali, dessen Roman „Engel des Südens“ sich mit diesem Thema befasst, der Politikwissenschaftlerin und Journalistin Dr. Sylke Tempel (Chefredakteurin der Zeitschrift „Internationale Politik“ der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik DGAP) sowie Jörg Rensmann (Scholars for Peace in the Middle East) statt. Moderiert wurde das Gespräch von Dr. Magdalena Kirchner (DGAP). Zur Begrüßung sprach der Botschafter des Staates Israel, Yakov Hadas-Handelsman und führte aus:

„Wir haben uns entschieden, mit Hilfe des Films „The Dove Flyer“ auf das Thema aufmerksam zu machen. Der Film basiert auf dem Roman des bekannten israelischen Schriftstellers Eli Amir. Der deutsche Titel ist “Der Taubenzüchter von Bagdad.” Das Buch ist so etwas wie Eli Amirs Autobiographie. Der Autor wurde 1937 in Bagdad geboren. Seine Familie musste 1950 aus der irakischen Hauptstadt fliehen, weil sie als Juden verfolgt wurden. Sie kamen in den neu gegründeten Staat Israel. Und da sind wir auch schon mitten in der Geschichte. Einer wahren Geschichte. Der Geschichte einer Vertreibung und Flucht.

Der Film nimmt uns mit in die Welt der irakischen Juden am Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ihr Schicksal steht heute Abend stellvertretend für das Schicksal von 850.000 Juden, die aus ihren Heimatländern vertrieben und so zu Flüchtlingen wurden.

Zum Hintergrund muss man wissen, dass bis zur Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 rund eine Million Juden in arabischen Ländern lebten. Die meisten von ihnen in ur-alten Gemeinden. Sie leisteten in ihren Ländern einen umfangreichen Beitrag in allen Bereichen des Lebens, in der Literatur und der Musik, in Wirtschaft und Handel, in Bildung und Medizin. Und sie lebten dort schon lange vor der islamischen Eroberung und der Arabisierung der Region.

Die jüdische Gemeinde im Irak existierte zum Beispiel seit über 2500 Jahren. Sie war ein kulturelles Zentrum des Judentums und die Wiege des Babylonischen Talmuds. (…)

Zwischen den Jahren 1949 und 2009 gab es 163 Resolutionen in der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die sich mit den palästinensischen Flüchtlingen beschäftigten.

In derselben Zeit gab es keine einzige Resolution, die sich mit den jüdischen Flüchtlingen beschäftigte.

Auch der UN-Menschenrechtsrat hat seit 1968 insgesamt 132 Resolutionen zum Thema palästinensische Flüchtlinge verabschiedet. Sie ahnen es bereits: Es gab bis heute keine einzige Resolution zum Thema der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern.

Ich vermute, dass die Geschichte der Vertreibung hunderttausender Juden aus den arabischen Ländern im Allgemeinen nicht sehr bekannt ist.

Auch wenn das UNHCR (das Flüchtlingshilfswerk der UN) bei zwei Gelegenheiten – im Februar 1957 und im Juli 1967 – verlauten ließ, dass die Juden, die aus arabischen Ländern geflohen waren, nach internationalem Recht als Flüchtlinge angesehen werden.

Verstehen Sie mich nicht falsch – wir ins Israel warten nicht auf irgendwelche internationalen Resolutionen in dieser Sache. Wir haben schließlich alle jüdischen Flüchtlinge aufgenommen und sie in unsere Gemeinschaft integriert. Die arabischen Staaten haben dasselbe allerdings nicht mit den palästinensischen Flüchtlingen getan. Ganz im Gegenteil.“

Andreas Kleine-Kraneburg

Andreas Kleine-Kraneburg

Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Im Anschluss an den Film haben sich die Podiumsteilnehmer, der Botschafter und das Publikum rege ausgetauscht über die Bedeutung und Notwendigkeit dieses Gedenktages als Würdigung einer anderen Facette der jüdischen Migrationsgeschichte neben der der europäischen Juden, sowie über die Anerkennung der immensen Integrationsleistung des jungen Staates Israel.

Inwiefern die in Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur seit langem geführte Debatte Eingang in das israelische Bildungssystem haben wird, wie von Präsident Rivlin in seiner Rede gefordert, wurde angesprochen, ebenso der Wunsch nach einer zukünftigen Debatte über das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge in den arabischen Ländern selbst.

(Botschaft des Staates Israel, 3.12.2014)

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„Worte töten“ – Staatsführung baut man nicht auf Hetze auf

18. November 2014 · Allgemein

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meirAmitsemel

Seit Ende des Krieges mit Beginn der vorläufigen Waffenstillstandsvereinbarung am 26. August ist die Situation zwischen Israel und den Palästinensern angespannt.

Insbesondere in den letzten Wochen ist eine Zunahme der terroristischen Aggressionen seitens der Palästinenser zu verzeichnen. Das Muster der Aufhetzung zur Gewalt, Terroranschlägen und der Preisung der Attentate, gefolgt von weiterer Aufhetzung, die in immer weiteren Anschlägen münden, ist deutlich erkennbar.

Im Verlauf des Novembers gab es einen signifikanten Anstieg an Terroranschlägen von palästinensischer Seite, die auch mehr Todesopfer forderten. Die Anschläge wurden von einzelnen Terroristen durchgeführt. Einige von ihnen identifizierten sich mit Terrororganisationen (Hamas, Palästinensischer Islamischer Dschihad – PIJ) oder gehörten ihnen direkt an. Die Anschläge wurden stets von den Terrororganisationen gelobt, die Attentäter gepriesen, und in den sozialen Medien gefeiert, was zu weiterer Zunahme von Angriffen führte.

Eine neue Qualität erhält der Terror durch das Massaker am 18. November in Jerusalem. [Ganzer Artikel →]

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Erst gemobbt, dann gelobt

30. Oktober 2014 · Allgemein

Präsident Rivlin und George (Foto: Präsidialamt)

Es gibt Themen, die sind zu allen Zeiten und überall aktuell; Mobbing in der Schule ist sicherlich eines von ihnen. Der elfjährige George Amira aus Jaffa hat lange gelitten – und sich dann entschieden, sich auf kreative Art gegen die verbalen Angriffe seiner Mitschüler zu wehren. In einem youtube-Video, das er gemeinsam mit seinem älteren Bruder gedreht hat, hält er Zettel in die Kamera, auf denen er schildert, was ihm Tag für Tag in der Schule geschieht: „Schwuchtel“, werde er genannt, „Mädchen“ oder für seine „Mädchen-Stimme“ ausgelacht. „Verurteilt mich nicht dafür, was ich bin“, steht auf dem nächsten Zettel. „Schaut mich an… und dann Euch selbst. Wir sind genau gleich.“ [Ganzer Artikel →]

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50 Jahre Israel-Deutschland: Die offizielle gemeinsame Website ist online

27. Oktober 2014 · Allgemein

50websiteDie offizielle bilaterale Website der Außenministerien Israels und Deutschlands, die das Jubiläumsjahr anlässlich des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 2015 begleiten wird, ist nun online geschaltet.

Die Website findet sich unter www.israel50deutschland.org und ist in drei Sprachen (Deutsch – Hebräisch – Englisch) aufrufbar. Die Besucher finden dort viele Hintergrundinformationen zu den israelisch-deutschen Beziehungen und zum Jubiläumsjahr, einen bebilderten Zeitstrahl und einem interaktiven Eventkalender für 2015. Die Website wird laufend aktualisiert und soll so die zahlreichen Veranstaltungen in Deutschland und in Israel begleiten. [Ganzer Artikel →]

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Startup „feelthebeat“ bei Start Tel Aviv 2014

22. September 2014 · Wirtschaft

Gruppenfoto (Foto: Florian Simmendinger)Tel Aviv ist ein Mekka für aufstrebende Startups und Investoren. Im Rahmen des internationalen Wettbewerbs „Start Tel Aviv 2014“ reisten Vertreter von Startups aus 18 Ländern für eine Woche nach Tel Aviv, um die Startup-Nation hautnah kennenzulernen, sich auszutauschen und Experten und Investoren zu treffen – unter anderem nahmen sie am DLD Innovation Festival Tel Aviv und hatten die Möglichkeit, beim Microsoft Ventures Accelerator Marketplace ihr Startup in direkten Gesprächen mit Investoren zu pitchen. [Ganzer Artikel →]

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Israel erkennt aramäische Minderheit als eigenständige Nationalität an

18. September 2014 · Christen, Gesellschaft

Aramäische Keramik in Jerusalem (Foto: VisitIsrael)Israels Innenminister Gideon Sa’ar unterzeichnete am Dienstag eine Anordnung, wonach Aramäer als eigenständige nationale Bevölkerungsgruppe im Bevölkerungsregister Israels geführt werden können.

Die Entscheidung wird ungefähr 200 christlichen Familien, die sich selbst dieser antiken Nationalität zugehörig fühlen, die Möglichkeit geben, sich als Aramäer registrieren zu lassen. Bislang wurden sie als Araber geführt. [Ganzer Artikel →]

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In eigenener Sache: Stellenausschreibung als Social-Media-Redakteur/in

9. September 2014 · In eigener Sache

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Die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft des Staates Israel

sucht zum 01. November befristet für ein Jahr eine/n

SOCIAL-MEDIA-REDAKTEUR/IN als Elternzeitvertretung [Ganzer Artikel →]

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Brief an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon von den Eltern des getöteten Daniel (4)

5. September 2014 · Hamas, Operation Schutzlinie, Sicherheit

Daniel TregermanAm 22. August wurde der vierjährige Daniel Tregerman aus dem Kibbuz Nahal Oz  durch eine Mörsergranate getötet, die Terroristen aus dem Gazastreifen vom Gelände einer UNO-Schule auf den Kibbuz abgefeuert hatten. Daniel hinterlässt seine Eltern, Gila und Doron, und zwei kleinere Geschwister, Yoval und Uri.

Daniels Eltern haben sich in einem Brief an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon gewandt, der Ministerpräsident Benjamin Netanyahu darüber informiert hat, dass eine internationale Kommission “Israels Verbrechen” bei den jüngsten Kämpfen untersuchen wird.  In dem bewegenden Brief schildert Daniels Mutter Gila, wie der Terrorismus der Hamas ihr Familienleben prägte und prägt. [Ganzer Artikel →]

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Hamas-Handbuch erklärt Vorzüge von menschlichen Schutzschilden

12. August 2014 · Gaza, Hamas, Operation Schutzlinie, Sicherheit

Hamas-Terrorist (Foto: Screenshot YouTube) Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) haben ein Hamas-Handbuch zum Häuserkampf entdeckt, das zur Shujaiya-Brigade der Al-Kassam-Brigaden, dem militärischen Arm der Hamas, gehörte. Im Handbuch wird beschrieben, wie die Zivilbevölkerung gegen Soldaten der ZAHAL eingesetzt werden kann. Außerdem enthüllt es, dass der Hamas bewusst ist, dass die ZAHAL alles tun, um Schaden von der palästinensischen Zivilbevölkerung möglichst abzuhalten. [Ganzer Artikel →]

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