Botschaft des Staates Israel in Berlin

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Der Brandstifter wird in die Feuerwehr eingeladen

14. Juli 2015 · Allgemein, Hamas, Iran, Politik, Sicherheit, Syrien, Terror

Dr. Dore Gold ist Generaldirektor im Außenministerium des Staates Israel. In folgendem Essay, der am 10. Juli im Guardian veröffentlicht wurde, äußert er sich zum Atomabkommen mit dem Iran, das heute (14. Juli) beschlossen wurde.
„Der iranische Außenminister Javad Zarif hat einen Artikel in der Financial Times veröffentlicht, der eine genaue Abfolge vorlegt, nach der angeblich die einschüchternden sicherheitspolitischen Herausforderungen des Nahen Ostens zu bewältigen seien.

Zunächst solle die P5+1-Gruppe – die Gruppe der einflussreichen Staaten, die mit dem Iran verhandeln – ein Abkommen zum iranischen Atomprogramm erreichen. In der Folge wird Teheran, so der Autor, “neue Horizonte erschließen” und sich “dem internationalen Kampf” gegen “den zunehmend brutalen Extremismus, der den Nahen Osten verschlingt” anschließen.

Dore Gold, der Generaldirektor des Außenministeriums

Dore Gold, der Generaldirektor des Außenministeriums

Die Idee, dass der Iran ein Partner im Kampf gegen den Terrorismus ist, ist nicht nur unaufrichtig, sondern auch absurd. Zarif bemüht sich um einen Vertrauensvorschuss von seinen westlichen Lesern, die glauben sollen, dass ein Land, das wiederholt als weltweit größter staatlicher Unterstützer des Terrorismus identifiziert wurde, sich nun plötzlich durch eine Vereinbarung über sein Atomprogramm in einen Verbündeten gegen den Terrorismus verwandelt. Er bittet die Welt, dem Iran einfach zu vertrauen, dass diese Veränderung stattfinden wird.

Es gibt keinen Beweis, dass das Vertrauen, nach dem Zarif strebt, in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist. Der Iran operiert weltweit mithilfe von Gruppierungen, die von der Quds-Einheit der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) kontrolliert werden und oftmals von Vertretern der Hisbollah Unterstützung erfahren. Während der Atomverhandlungen wurde dieses Netzwerk nicht verkleinert; es operiert in 30 Ländern und auf fünf Kontinenten. Durch den Iran unterstützte Angriffe haben an so unterschiedlichen Orten wie Argentinien, Frankreich, Österreich, Bulgarien, Libanon, Saudi-Arabien, Irak, Indien, Thailand und sogar den Vereinigten Staaten stattgefunden.

Tatsächlich hat die USA im Oktober 2011 einen Plan eines IRGC-Funktionärs aufgedeckt, der Angehörige eines mexikanischen Drogenkartells rekrutieren wollte, um in Washington DC einen Anschlag mit vielen Toten zu verüben, dessen Ziel der saudische Botschafter in den USA war. Seitdem hat sich die Aktivität der Revolutionsgarden nur intensiviert. Erst letzten Monat wurde eine weitere iranische Terrorzelle in Zypern entdeckt.

Einige im Westen hoffen, dass der Iran im Kampf gegen den sunnitischen Extremismus, wie etwa gegen den Islamischen Staat (IS), eingespannt werden kann, da er von einer schiitischen Regierung geführt wird. Diese Analyse übersieht meist, dass Iran bewiesen hat, dass er willens ist, die Unterscheidung zwischen Sunniten und Schiiten zu überbrücken, um den sunnitischen Dschihadismus zu unterstützen. Kurz nach dem 11. September 2001 flohen sunnitische Extremisten, auch von Al-Qaida, aus Afghanistan und baten im Iran um Asyl. Unter ihnen war auch Abu Musab al-Zarqawi, der spätere Kommandant von Al-Qaida im Irak – einer Gruppierung, die später zum Islamischen Staat wurde. Die iranische Unterstützung von sunnitischen Dschihadisten, mit Waffen und Ausbildung, wurde auch auf die Hamas und den Islamischen Dschihad sowie die Taliban in Afghanistan ausgeweitet.

Ein Atomabkommen wird wahrscheinlich die iranische Unterstützung des internationalen Terrorismus aus zwei Gründen verstärken. Zum einen wird die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran in einem Geldsegen für den iranischen Fiskus resultieren, der die Höhe von 150 Milliarden Dollar im ersten Jahr erreichen könnte. Wenn sich der Iran entscheidet, welchen Aufstand im Nahen Osten er mit seinen Revolutionsgarden unterstützen will, muss er oft Prioritäten setzen, da er unter deutlichen ökonomischen Einschränkungen steht. Diese Beschränkungen werden aufgehoben, wenn der Iran die Geldmittel erhält, um seine weltweiten terroristischen Aktivitäten voll zu finanzieren und auszuweiten.

Zum anderen mussten Staaten, die den Terrorismus unterstützen, in den letzten Jahrzehnten Vergeltungsschläge des Westens befürchten, wie den Angriff der USA auf Libyen im Jahre 1986. Es konnte eine Abschreckung erreicht werden. Wenn der Iran jedoch, als Ergebnis des bevorstehenden Abkommens mit der P5+1-Gruppe, ein atomares Schwellenland wird, wie wahrscheinlich ist es dann, dass eine solche Abschreckung noch weiter standhalten kann? Der Iran wird sich bemühen, ungestraft zu agieren, da der von dem Staat geförderte Terrorismus einen schützenden atomaren Schirm benötigt.

Zarif ist der letzte iranische Offizielle, der von der Ablehnung des Terrorismus sprechen sollte. Im vergangenen Januar stattete er dem Libanon einen öffentlichkeitswirksamen Besuch ab und legte dort einen Kranz am Grab von Imad Mughniyeh ab, dem führenden Kopf des Hisbollah-Terrorismus, der verantwortlich war für die Angriffe auf die amerikanischen und französischen Streitkräfte in Beirut in 1980er Jahren sowie für die Entführung ziviler Flugzeuge und für Geiselnahmen von internationalen Personen.

Winston Churchill wurde die Aussage zugeschrieben, dass er es ablehne, zwischen der Feuerwehr und dem Feuer unparteiisch zu bleiben. Wenn man diese Äußerung einen Schritt weiter denkt, dann gilt: Verlässt man sich darauf, dass der Iran den Terrorismus bekämpft, dann ist das so, als ob man einen Brandstifter in die Feuerwehr aufnehmen würde. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dies funktionieren könne. Der Iran muss seine Unterstützung des internationalen Terrorismus unmissverständlich aufgeben, wenn er je wieder Teil der Weltgemeinschaft werden will.“

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Israelisch-arabische Kooperation gewinnt renommierten „Global-Fellowship Preis“

2. Juli 2015 · Araber, Bildung, Gesellschaft, Startup

Eine junge, sozial verankerte israelisch-arabische Firma namens Durus hat diese Woche den hoch angesehenen Global-Fellowship Preis gewonnen. Die bahnbrechende Arbeit des Unternehmens hat grundlegenden Anteil an der starken Verbesserung der Ergebnisse der Hochschulzugangsprüfung von arabischen Gymnasiasten.

In einem Interview mit der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ verriet der beduinische Gründer Fadi Elobra, dass er bereits 2008 in der Negev-Stadt Rahat begonnen hätte, daran zu arbeiten, die Aufnahmetest-Ergebnisse zu verbessern.

Seitdem ist Durus expandiert und unterhält nun fünf akademische Einrichtungen in Haifa, Rahat, Nazareth, Sakhnin und auf den Golanhöhen.

Laut Elobra ist der nächste Schritt die Expansion in die arabisch-geprägte Region östlich von Kfar Saba und die Weiterentwicklung der Materialien und Kurse. Da die Aufnahmetests auf Hebräisch sind und sich mit kulturell spezifischen Themen auseinandersetzen, mit denen arabischen Schüler oftmals nicht vertraut sind, zielen die viermonatigen Intensivkurse von Durus darauf ab, diese Lücken zu füllen.

Arabische Schüler (Foto: Durus)

Arabische Schüler (Foto: Durus)

Echoing Green – ein globale Nichtregierungsorganisation (NGO), die junge Unternehmen finanziert, welche soziale Probleme lösen – hat vor Kurzem angekündigt, dass Durus eins von 52 Projekten sei, welches über die nächsten zwei Jahre $90.000 USD erhalten würde. Zudem solle Durus durch Mentoring unterstützt werden.

Das Unternehmen stellt ausschließlich Lehrer ein, die aus der jeweiligen Region kommen, und fördert somit die regionale Wirtschaft. Elobra erklärt, dass ein festgelegter Anteil des Gewinns innerhalb der Gemeinden reinvestiert werden würde, insbesondere dadurch, dass finanziell schwächeren Studenten Stipendien vermittelt würden.

Eines der Hauptprobleme des arabischen Sektors ist, dass viele der arabischen Studenten, die in Jordanien oder Europa studieren, Schwierigkeiten haben, eine Anstellung zu finden, wenn sie zurückkehren. Durch das Projekt von Elobra jedoch vergrößern sich ihre Chancen darauf, in Israel bleiben zu können und dort auch zu studieren.

„Jedes Jahr nehmen bis zu 24.000 Arabern an den Aufnahmetests teil. Durch die von Durus angebotenen Kurse können sie im ersten Anlauf bestehen, anstatt mehrere Versuche zu unternehmen“, erzählt Elobra.

Auf die Frage, wie sein Unternehmen finanziert würde, erklärt er, dass es ein privates Unternehmen sei, welches jedoch substantielle finanzielle Unterstützung und Hilfe zur Geschäftsentwicklung von dem Israel Venture Network erhalten würde, der sozialen Initiativen hilft, zu wachsen.

Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Muhammad Zidani, verriet der Jerusalem Post, dass das Unternehmen bis auf Weiteres privat bleibe, jedoch in der Zukunft für Kooperationen mit der Regierung sowie anderen NGOs offen sei.

Zum jetzigen Zeitpunkt jedoch befürchtet er, dass eine Involvierung der Regierung eher mit vermehrtem bürokratischem Aufwand verbunden sein könne und zu Verzögerungen führen könne. […]

„Es ist sehr rar, dass ein beduinisches Unternehmen außerhalb des Negev seine Segel hisst“, erzählt die Geschäftsführerin der Inter-Agency Task Force on Israeli Arab Issues (zu Deutsch: Ressortübergreifender Arbeitsstab für israelisch-arabische Belange) Michal Steinman. Der Arbeitsstab ist eine Koalition nordamerikanisch-jüdischer Organisationen, Stiftungen, privater Philanthropen und internationaler Partner.

[…]

Die Lernmethoden und Materialien von Durus zielen primär darauf ab, Studenten zu motivieren und Lernanreize für sie zu schaffen.

Gelernt wird in kleinen Gruppen, um so den Lernerfolg zu vergrößern und zu verhindern, dass Schüler dem Pensum nicht folgen können.

Durchschnittlich haben Teilnehmer an den Durus- Kursen ein psychometrisches Testergebnis von 550 Punkten erzielt. Der Durchschnittswert der allgemeinen arabischen Bevölkerung liegt bei 456 Punkten, während die jüdische Bevölkerung im Schnitt 564 Punkte erzielt.

(Jerusalem Post, 25.06.2015)

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Journalistenkonferenz zwischen Regenbogenfahnen und heiligen Stätten

30. Juni 2015 · deutsch-israelische Beziehungen, Geschichte, Gesellschaft, Holocaust, Journalismus

70 internationale Journalisten, viele von ihnen von einflussreichen deutschen Medien, fanden sich vom 13. – 16. Juni zu einer Journalistenkonferenz in Tel Aviv ein. Dazu eingeladen hatten sie das Internationale Journalisten-Programm e.V. und die Herbert Quandt-Stiftung in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt. Zu den Teilnehmern aus Deutschland gehörte auch Elise aus Lübeck, die zum ersten Mal nach Israel gereist ist. Für unseren Blog hat sie ihre Eindrücke zusammengefasst.

„Es gibt noch unzählig viele Geschichten zu berichten aus diesem Land.“ So lautete das gemeinsame Fazit der Auslandskorrespondenten, die an  einer Podiumsdiskussion der Journalistenkonferenz teilnahmen. Auch über folgende Punkte waren sie sich einig: Israel ist ein Land der Vielfalt, der Abwechslung, der Gegensätze. Ein Land, das erstaunt und verwirrt. Kein Wunder also, dass es ein Paradies für Berichterstatter ist. 500 ausländische Korrespondenten leben und arbeiten zurzeit in Israel, nur in Washington DC sind es mehr. Es überrascht nicht, eine Konferenz für internationale Medienmacher hier stattfinden zu lassen; in einem Acht-Millionen-Einwohner Land, das eine unvergleichbare mediale Aufmerksamkeit erhält.

Die Journalistenkonferenz in Tel Aviv

Die Journalistenkonferenz in Tel Aviv

Das Thema der Konferenz ist in diesem Jahr natürlich das 50-jährige Jubiläum der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen. Ein „Wunder“ nennen es die Organisatoren. Der Holocaustüberlebende und Podiumsgast Noah Klieger nennt es jedoch „etwas, das es nicht hätte geben dürfen“. Der Vertrag zur diplomatischen Annäherung sei verfrüht gekommen, die politische Elite in Deutschland hätte im Jahr 1965 noch Blut an ihren Händen gehabt, so Klieger. Seine Äußerung zeigt: Die Sichtweise ist umstritten und längst sind nicht alle Wunden aus der Vergangenheit geheilt. Israel ist eben auch ein Land, in dem Meinungsfreiheit großgeschrieben wird, in dem diskutiert werden kann, in dem man sich kritisch mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinandersetzt.

Und genau das passiert während der Konferenz: Gil Yaron, Israel-Korrespondent der Zeitung „Die Welt“, erklärt, warum Deutschland und Israel auf unterschiedlichen Planeten beheimatet sind: dass „Never Again“ für Deutsche nämlich hieße, nie wieder Täter sein zu wollen; für Israelis bedeute es jedoch, nie wieder zu Opfern zu werden. Es seien konträre politische Konsequenzen, die sich daraus ableiten würden. In Deutschland schrecke man vor militärischen Einsätzen zurück und stehe der eigenen Armee kritisch gegenüber. In Israel gelte es, die Heimat,  das kleine Stückchen Land, zu verteidigen, und man sei stolz, das mit der eigenen Armee tun zu können. Die Rahmenbedingungen beider Länder könnten anders nicht sein: Deutschland sei von Freunden umgeben und habe im eigenen Land seit dem 2. Weltkrieg keinen Krieg mehr erfahren. Das Gegenteil gelte für Israel. Umso schwieriger sei es, die israelische Realität aus einer deutschen Perspektive zu bewerten.

Regenbogen-Fahnen zur Gay Pride in Tel Aviv.

Regenbogen-Fahnen während der Gay Pride in Tel Aviv.

Doch gibt es sie überhaupt, die eine israelische Realität? Die Realität scheint vielmehr aus einer Vielzahl von Realitäten zu bestehen. Das wird zum Beispiel deutlich, als ein junger arabischer Medienmacher aus Israel von seiner ersten Reise nach Berlin erzählt. Er wurde gefragt, wie es für ihn sei, im Land der Täter zu sein. Darauf konnte er nicht antworten, weil seine Familiengeschichte eben einer anderen israelischen Realität entstammt.

Die Kontraste dieses Staates werden nicht nur in Vorträgen deutlich. In Tel Aviv wehen während der Konferenz in der gesamten Stadt Regenbogenfahnen. Der Gay Pride wird gerade gefeiert. Nicht einen Tag, sondern eine Woche lang. Mitten im Nahen Osten fühlt man sich an Berlin erinnert. Durchtrainierte Körper werden in knapper Bademode zur Schau gestellt, nachts verwandelt sich die gesamte Stadt in eine Partymeile mit hippen Bars und noch hipperen Barbesuchern. Am letzten Tag der Konferenz geht es etwas weiter westlich, nach Jerusalem. Hier tummeln sich Strenggläubige zum Beten und Meditieren. Man kann nur staunen, wie orthodoxe Juden, fromme Ordensschwestern und gläubige Muslime tief bewegt an heiligen Stätten Inspiration schöpfen. Völlig in sich gekehrt, zum Teil mit Tränen in den Augen, knien sie in Kirchen, flüstern ihre innigsten Wünsche in eine Mauer, beten andächtig an den Orten, wo sich ihre heiligen Geschichten abgespielt haben sollen.

Dieses Land mit seinen vielen Welten fasziniert – durch seine reiche Geschichte, religiöse Vielfalt, unglaubliche Gegensätze. Im Flieger Richtung Deutschland schmieden sicher einige Konferenzteilnehmer schon Zukunftspläne, von sich als Auslandskorrespondenten. Dann können sie einige der unzähligen Geschichten eines Tages selbst berichten.“

 

 

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Botschafter Roet über Kinder und bewaffneten Konflikt

25. Juni 2015 · Gaza, Gesellschaft, Hamas, Palästinenser, Politik, Syrien, UN

Am 5. Juni hat der UN-Generalsekretär seinen jährlichen Bericht zu „Kindern in bewaffneten Konflikten“ vorgestellt. Der stellvertretende israelische UN-Botschafter Roet sagte in seiner Rede vor dem UN-Sicherheitsrat, dass es angesichts der Regime und Organisationen, die vorsätzlich und strategisch Kinder in aller Welt gefährden, absurd sei, dass sich der Bericht ausgerechnet auf Israel fokussiert.

Im Folgenden finden Sie Botschafter Roets vollständige Rede:

„Herr Präsident,

die Mädchen und Jungen von heute verkörpern die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wenn ein Kind Opfer eines Krieges wird, dann haben seine Welt, seine Familie und seine Gemeinde ihren wertvollsten Besitz verloren: ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Der Verlust eines Kindes ist eine unvergleichliche Tragödie. Es ist ein unmenschliches Verbrechen, einem Kind bewusst Schaden zuzufügen. Es ist unsere größte Verpflichtung, diese Kinder zu schützen.

Nach der jüdischen Tradition gilt: Rettet jemand ein Leben, so ist es, als ob er die ganze Welt gerettet hat. 70 Jahre nach der Gründung dieser Institution gibt es viel zu viele Leben, die wir versäumen, zu retten. Die schmerzhafte Tatsache ist, dass Kinder auf der ganzen Welt unter beispielloser Gewalt und Unmenschlichkeit leiden.

 

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Leutnant Shachar: Der erste IDF-Offizier, der sich als Transgender geoutet hat

9. Juni 2015 · Armee, Gesellschaft, LGBT, Vermischtes

Vom 7. – 12. Juni findet in Tel Aviv das jährliche „Pride“-Festival statt. Im Fokus stehen in diesem Jahr die Rechte von Transgendern.

Im letzten Jahr hat die Transgender-Gemeinschaft in Israel maßgebliche Erfolge errungen: im rechtlichen Bereich, im Parlament, in der Öffentlichkeit und innerhalb der LGTB-Gemeinschaft. Ein Beispiel für die Unterstützung, die Transgenders in Israel erfahren, ist die Geschichte von Leutnant Shacha. Er trat den israelischen Streitkräften (IDF) als Frau bei, bekannte sich aber im Laufe seiner Ausbildung zu seiner männlichen Identität. Nun durchläuft er mit finanzieller Hilfe der Armee den Prozess der Geschlechtsumwandlung.

Bild eines IDF-Offiziers (Foto: IDF)

Bild eines IDF-Offiziers (Foto: IDF)

Als Shachar der Armee beitrat, wusste er, dass er sich wie ein Mann fühlte und als Transgender identifizierte. Aber nicht jeder in seinem Leben wusste dies ebenfalls. Bei seiner Rekrutierung war er noch nicht bereit, sich jedem als Mann vorzustellen. „Als ich zwei Jahre alt war, wusste ich, dass ich männlich war. Im Alter von 16 lernte ich, diese Gefühle zu definieren. Seitdem wussten alle wichtigen Menschen in meinem Leben Bescheid. Vor der Rekrutierung war mir klar, dass ich dieses Thema ansprechen müsste.“

Innerhalb von 24 Stunden nach seiner Ankunft im Trainingsstützpunkt wandte sich Shachar an seine Kommandantin, um mit ihr über seine Bedürfnisse zu sprechen. „Ich war nicht bereit, jedem um mich herum Bescheid zu sagen, aber ich habe mich entschieden, mit meinen Kommandanten zu sprechen. Ich verstand, dass ich offen zu ihnen sein müsste, wenn ich wollte, dass sie Verständnis zeigen würden.“ Seine Kommandantin verstand die Situation und gab Shachar Zeit, alleine zu duschen. Außerdem erteilte sie ihm die spezielle Erlaubnis, nur seine Felduniform zu tragen, die für Männer und Frauen gleich ist. So konnte an der Ausbildung teilnehmen, ohne in Situationen zu geraten, in denen er sich unwohl gefühlt hätte.

Während des Offizierskurses realisierte Shachar, dass er sich zu seiner Geschlechtsorientierung bekennen müsste. Wenn er ein erfolgreicher Offizier werden und gute Beziehungen zu seinen Soldaten haben wollte, dann müsse er ehrlich zu ihnen sein, so dachte er.

Gegen Ende des Ausbildungskurses ist eine Woche dazu bestimmt, zukünftige Offiziere darin zu unterrichten, wie sie mit den individuellen Bedürfnissen jedes Soldaten umgehen sollen. Dabei gibt es Aktivitäten, die die Unterschiede zwischen Soldaten und ihre speziellen Bedürfnisse betonen. Shachar outete sich vor seiner Kompanie während einer Aktivität, die sie in dieser Woche hatten. „Einer der Jungs fragte mich, wieso ich eine Uniform für Männer trug. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich dieses Thema vor einem großen Publikum ansprach. Ich sagte ihm, dass ich eine Männeruniform trug, weil ich mich danach fühle. Mein ganzes Leben lang wusste ich, dass ich ein Mann bin, obwohl ich als Frau geboren wurde. Ich denke, fühle und identifiziere mich als Mann.“

Shachar beendete seinen Kurs zur Offiziersausbildung als ein Mann. Seine Kommandantin kümmerte sich persönlich darum, dass sein Offiziersdiplom ihn als einen männlichen Kommandanten ausgab.

Das israelische Gesetz verpflichtet öffentliche Kliniken, Geschlechtsumwandlungsprozesse zu finanzieren, wenn die betreffende Person in der Lage dazu ist, eine körperliche Umwandlungsoperation durchzumachen.  […] Die israelischen Streitkräfte (IDF) finanzieren nach israelischem Gesetz sowohl hormonelle Behandlungen als auch Geschlechtsumwandlungsoperationen. Shachar nimmt zurzeit Geschlechtshormone. Wenn er sich für den nächsten Schritt, eine Umwandlungsoperation, entscheidet, wird die israelische Armee diese Behandlung ebenfalls finanzieren und unterstützen.

[…]

Brigadegeneral Rachel Tevet-Weisel, zuständig für Frauen- und LGTB-Themen bei den IDF, sagte: „Ich glaube nicht, dass die Armee frei von Homophobie ist. Es gibt sicher Fälle, in denen sich Soldaten nicht korrekt verhalten, aber das ist gegen die Linie der IDF. Es ist Teil der IDF-Ausbildung heutzutage, dass man tolerant sein muss. Es gibt ein spezielles Programm im Offiziersausbildungskurs, das von Toleranz handelt, und LGTB-Themen kommen dort auch vor. Man muss jeden so akzeptieren, wie er ist. Man kann sich die Soldaten nicht aussuchen. Dies sind deine Soldaten und dies sind die Menschen, mit denen du zusammen kämpfen wirst.“

(IDF Blog, 27.05.2015)

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Festakt zum 50-jährigen Jubiläum: Präsident Rivlins Rede

12. Mai 2015 · 50 Jahre Israel - Deutschland, Allgemein, deutsch-israelische Beziehungen, Politik

Am 12.05. 2015 fand ein Staatsakt anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland und des 67. Unabhängigkeitstag Israels in der Berliner Philharmonie statt. Israels Präsident Reuven Rivlin hielt folgende Rede:

 

„Herr Bundespräsident,

sehr verehrte Frau Schadt,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

liebe Freunde der deutsch-israelischen Freundschaft!

 

Mir scheint, dass es keine bessere Möglichkeit gibt, den Unabhängigkeitstag des Staates Israel und den 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel zu begehen, als mit der Symphonie Nr. 4 in A-Dur, der „Italienischen Symphonie“, von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Ein Fremder, der sich hierher verirrt, würde sicher mit Erstaunen fragen, warum Deutsche und Israelis gemeinsam einer Symphonie lauschen, die die Italienische genannt wird. Möglicherweise würde es ihm schwerfallen zu verstehen, wer der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy überhaupt ist. Warum wird er von einigen als jüdischer Komponist bezeichnet? Warum bezeichnen ihn andere als Christen? Und warum gab es solche, die darauf bestanden, in ihm einen Deutschen zu sehen, und die seine Lieder sogar boykottierten?

Um dies besser zu verstehen, möchte ich zusammen mit Ihnen zu einem prägenden Ereignis in der jüdisch-deutschen Geschichte zurückkehren.

Im Jahre 1734 kam ein vierzehnjähriger jüdischer Junge mit einem Buckel nach Berlin. Er hieß Moses Mendelssohn. Der Junge betrat die Stadt durch das Rosenthaler Tor, „das einzige Tor in der Stadtmauer, durch das Juden (und Vieh) hindurchschreiten durften“, wie festgelegt wurde.

Später wurde dieser Junge „der jüdische Sokrates“ genannt. Sein Denken und seine Weltanschauung sollten Deutschland, das jüdische Volk und ganz Europa verändern. Hier in Berlin studierte Moses Mendelssohn Thora nebst Französisch und Englisch, Lateinisch und Griechisch, Mathematik und Philosophie.

 

Hier in Berlin veröffentlichte er sein Buch „Jerusalem“, in dem er die These aufstellte, dass Judentum und Moderne vereinbar seien; er rief zur Trennung zwischen Staat und Religion auf und definierte die Bedingungen für Toleranz und Gleichberechtigung zwischen den Religionen in einer zivilen Gesellschaft.

Ich weiß nicht, ob Mendelssohn dachte, „Berlin“ sei „Jerusalem“. Doch als im Jahr 1809 sein Enkel Felix Mendelssohn geboren wurde, kamen meine Vorfahren aus einem anderen geistigen „Jerusalem“, dem litauischen Vilna und Kovno, in das reale Jerusalem in Eretz Israel. Sie dachten mit Sicherheit nicht, dass Berlin Jerusalem sei. Für sie gab es nur ein einziges Jerusalem.

Felix Mendelssohn – der Enkel von Moses, einem stolzen Juden – wurde als Jude geboren, doch später getauft. Als Jude blieb ihm der Zugang zur Welt des schöpferischen Handelns und zur europäischen Kultur versperrt. Als Christ, Komponist und musikalischem Genie wurden ihm die Türen zur Kultur geöffnet. Überall, von den Konzertsälen bis in die entferntesten Winkel, ertönten seine Melodien.

Was blieb Felix Mendelssohn von seinem Großvater Moses Mendelssohn? Ich weiß es nicht. Aber Wagner behauptete, es zu wissen. In seinem bekannten Aufsatz „Das Judentum in der Musik“ behauptete Wagner, dass die Werke Mendelssohns ein großes Talent zum Ausdruck brächten, sie jedoch wegen seines Judentums nicht in der Lage seien, in die Tiefe der Seele vorzudringen.

Über die Juden sagte er, dass sie nicht in der Lage wären, wirkliche Kunst zu schaffen. Später verbot das Dritte Reich im Namen desselben kulturellen und rassischen Antisemitismus, die „jüdischen“ Werke Mendelssohns aufzuführen. Mendelssohn wurde aus den Konzertsälen verbannt und die Nazis beauftragten sogar eine Gruppe von „rassenreinen“ Komponisten unter der Leitung von Carl Orff, Shakespeares Sommernachtstraum, ein Meisterwerk Mendelssohns, neu zu komponieren. So strebte der ideologische Antisemitismus der Nazis danach, unter anderem auch den Namen und die Erinnerung an Moses Mendelssohn auszulöschen.

Genau in jenen Tagen gelangte das Werk Felix Mendelssohns nach Eretz Israel. Im realen Jerusalem spielte man den ‚Sommernachtstraum‘ ohne Furcht. In Eretz Israel wurde er nicht als Jude, der auf seine Identität verzichtet hatte, boykottiert.

Seine Werke wurden durch die besten zionistischen Dichter, wie Tschernichowsky, der hebräischen Sprache angepasst. Und die Kinder aus dem warmen Land im Nahen Osten sangen „Oh wie ist es kalt geworden“, den „Wintergesang“ und die „Lilie des Sharon“ von Hoffmann von Fallersleben, sowie die „Wasserfahrt“ und den „Friedenssegen“ von Heinrich Heine. Und alle wurden in der wohlbekannten Mendelssohnschen Melodiösität gesungen.

Meine Damen und Herren,

heute, so scheint mir, fügen wir dem symphonischen Werk Mendelssohns noch eine Ebene hinzu, wenn wir hier in der Berliner Philharmonie seine Komposition aus Anlass der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel und des israelischen Unabhängigkeitstages zur Aufführung bringen.

Mir und allen Bürgern Israels ist die echte Freundschaft zwischen Ihrem und meinem Land sehr wertvoll. Sie ist Ausdruck unserer Fähigkeit, aus der Last der schrecklichen historischen Vergangenheit herauszutreten, ohne diese, Gott behüte, auch nur für einen einzigen Augenblick zu vergessen. Sie ist Ausdruck unserer Fähigkeit, der Vergangenheit zu gedenken, die sich in unsere Körper und unsere Seele eingeprägt hat, und den Blick auf die Zukunft zu richten, ohne auf die Gegenwart zu verzichten.

In diesen Tagen, in denen eine Welle von Terror, Gewalt, Intoleranz und religiöser Verfolgung den Nahen Osten überrollt, in diesen Tagen, in denen Antisemitismus, Faschismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf den Straßen Europas in Form von stärker werdenden extremen nationalistischen Parteien und Bewegungen wieder ihr hässliches Gesicht zeigen, müssen wir in Israel und in Deutschland zusammenstehen.

Es ist unsere Pflicht, in Berlin und in Jerusalem, uns weiterhin den bösen Kräften entschlossen entgegenzustellen, die unsere gemeinsamen Werte, allen voran die Würde des Menschen, zerstören wollen. Gemeinsam stehen wir weiterhin mit Entschlossenheit zu unserer gemeinsamen Verpflichtung, universelle Werte auch in einer komplexen politischen Realität aufrecht zu erhalten. Gemeinsam werden wir die Interessen der freien Nationen vor den zu erwartenden Gefahren verteidigen.

Gemeinsam versprechen wir, dass sowohl der jüdische als auch der christliche Mendelssohn, sowie Mohammed Abdel-Wahab, der muslimische Sänger und Komponist, nie mehr in das Ghetto zurückkehren werden.

Sie müssen weiterhin zusammen spielen.

 

Herzlichen Dank an Sie alle.

Seien Sie gesegnet.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Konzert.“

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Präsident Rivlins Rede beim Staatsbankett in Schloss Bellevue

11. Mai 2015 · 50 Jahre Israel - Deutschland, deutsch-israelische Beziehungen, Geschichte, Holocaust, Politik

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hielt folgende Rede beim Staatsbankett anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 11. Mai 2015 im Schloss Bellevue Berlin.

Über 60 Jahre sind seit der Unterzeichnung des „Wiedergutmachungsabkommens“ zwischen dem Staat Israel, den Vertretern der Claims Conference und der Bundesrepublik Deutschland, damals Westdeutschland, vergangen.

Die Unterzeichnungszeremonie, die in einem Festsaal des Rathauses von Luxemburg stattfand, dauerte weniger als zwölf Minuten.

Die Stimmung, so bezeugten es die Anwesenden, blieb eisig.

Die Distanz war deutlich und minutiös geplant.

Es wurden keine Reden gehalten und keinerlei Herzlichkeit war zu spüren.

Die Parteien saßen beidseits eines massiven Tisches und unterzeichneten schweigend die Dokumente.

In Israel sprach man von einem „Zahlungsabkommen“, was Rückgabe von geraubtem Vermögen und Entschädigung der Opfer der Schoa und ihren lebenden Vertretern heißen sollte.

In Deutschland erhielt dieses historische Ereignis den Namen „Wiedergutmachung“, was ein positiv besetzter Begriff der Versöhnung und der Wiederherstellung des Guten war.

Versöhnung war das damals nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren.

Der junge und kleine Staat Israel meiner Jugend kämpfte damals auf zahlreichen unterschiedlichen Gebieten um seine Existenz, sei es im Bereich der Sicherheit, der Wirtschaft, der Gesellschaft oder der Kultur.

Auf allen genannten Gebieten waren die Narben der Schoah der europäischen Juden deutlich zu spüren und traten in aller Frische hervor.

Das geteilte Deutschland jener Jahre war nicht das verfluchte Dritte Reich, jedoch war es nicht möglich, zwischen den beiden eine vollständige Unterscheidung zu treffen.

Es vergingen weitere Jahre, bevor sich eine Versöhnung abzuzeichnen begann.

Ich kann mich gut an die Ankunft von Rolf Pauls, dem ersten deutschen Botschafter in Israel, erinnern.

Auch damals, dreizehn Jahre, nachdem Adenauer und Moshe Sharett das Entschädigungsabkommen unterzeichnet hatten, war für mich persönlich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Deutschland schwierig, obwohl ich, wie die übrigen Bürger Israels, deren Wert verstand.

Der junge Staat Israel benötigte in jenen Jahren deutsche Hilfe zur wirtschaftlichen Stabilisierung, zur Verringerung der Staatsschuld, zur Integration der Einwanderer und zur Stärkung auf dem Gebiet des Militärs und der Sicherheit.

Und so wurde der Beginn der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, deren 50jähriges Jubiläum wir heute begehen, von politischer Vernunft geleitet, die dem Pragmatismus gegenüber Empfindungen und Gefühlen den Vorzug gab.

Meine Damen und Herren,

die Beziehungen zwischen uns entstanden aufgrund politischer Vernunft, indessen wuchsen, reiften und entwickelten sie sich im Laufe der Jahre zu einer echten Partnerschaft und Freundschaft.

Im Laufe der Jahre entstanden feste und stabile Verbindungen zwischen unseren beiden Staaten.

Diese Verbindungen sind nicht nur von der historischen Schuld der Nachkommen der Mörder und Schergen gegenüber den Nachkommen der Opfer geprägt.

Es sind Brücken, die sich auf das Fundament einer mutigen, sich Rechenschaft ablegenden Nation stützen.

Deutschland gehört immer noch zu den wenigen Staaten, die sich offizell als Nation zu ihrer Verantwortung für die Verbrechen gegenüber unserem Volk bekannt hat.

Es ist bedauerlich und besorgniserregend, dass es auch heute Nationen gibt, die sich nicht nur vor ihrer Verantwortung für die Verbrechen der Schoa drücken, sondern sich sogar in aller Öffentlichkeit von dieser Verantwortung lossagen.

Auf diesem mutigen und schmerzhaften Fundament haben sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel entwickelt, woraus eine echte Freundschaft entstanden ist.

Rechenschaft ablegen, die Bitte um Vergebung und die komplexe Auseinandersetzung mit der Vergangenheit haben zu einer Freundschaft geführt, die sich nicht in Erklärungen und Reden erschöpft.

Heute äußern sich die Beziehungen zwischen uns auf dem Gebiet der Wissenschaft und der Kultur und suchen hinsichtlich ihres Umfangs und der gegenseitigen Bereicherung Ihresgleichen; sie drücken sich in intensiven Handelsbeziehungen zwischen den Staaten selbst sowie zwischen Israel und den Staaten der Europäischen Union aus und kommen in einer engen nachrichtendienstlichen Zusammenarbeit zum Ausdruck.

Unsere Freundschaft findet ihre konkrete Verwirklichung in der Verpflichtung zur Sicherheit Israels, zur Zukunft des jüdischen Volkes, zum Kampf gegen Rassismus und gegen Fremdenhass.

Im Laufe der ersten fünfzig Jahre unserer diplomatischen Beziehungen teilen Deutschland und Israel eine gemeinsame Verpflichtung gewaltigen Ausmaßes.

Es ist die Verpflichtung, die Werte und Interessen der freien Welt gegen die globalen Gefahren, der sie ausgesetzt ist, zu verteidigen.

Die Last unserer gemeinsamen Geschichte einerseits und unsere tiefe Freundschaft in der Gegenwart andererseits sind der Antrieb dafür, diese Verpflichtung gemeinsam zu verwirklichen.

Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir, diese Rede mit einem Gedicht von Jehuda Amichai, einem Dichter aus Jerusalem, der als Ludwig Pfeuffer in Würzburg im Süden Deutschlands geboren wurde, abzuschließen.

Ein Mensch in seinem Leben

Ein Mensch hat in seinem Leben keine Zeit
Er hat nicht genügend Jahreszeiten
Um Jahrszeiten für jeden Zweck zu haben.
Der Prediger hatte Unrecht, als er das sagte.
Ein Mensch muss gleichzeitig hassen und lieben
Mit denselben Augen weinen
Und mit denselben Augen lachen
Mit denselben Händen Steine werfen
Und sie mit denselben Händen aufheben.
Im Krieg Liebe machen
Und Krieg in der Liebe
Und hassen und verzeihen, erinnern und vergessen
Und ordnen und verwirren, essen und verdauen,
Wofür die Geschichte viele Jahre braucht.

Dies ist sein Gedicht.

Ich wünsche uns noch viele Jahre gemeinsamen Schaffens.

Ihnen vielen Dank.

Seien sie gesegnet.

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Gedenkzeremonie an „Gleis 17“ : Rede von Staatspräsident Rivlin

11. Mai 2015 · 50 Jahre Israel - Deutschland, deutsch-israelische Beziehungen, Geschichte, Holocaust, Politik

Am Nachmittag des 11. Mai 2015 besuchte Staatspräsident Reuven Rivlin im Rahmen seines Staatsbesuchs in Deutschland die Gedenkstätte „Gleis 17“ in Berlin Grunewald. Von dort aus fuhren in den Jahren 1941 bis 1945 Deportationszüge mit Berliner Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager ab. Präsident Rivlin legte an dem Gedenkort einen Kranz nieder.

Anwesend war neben der Delegation des Präsidenten auch David Gill, der Chef des Bundespräsidialamtes, als Repräsentant der deutschen Seite. Zu den Gästen gehörten unter anderem Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland von jüdischen Gemeinden und Organisationen.

Die Zeremonie umfasste neben Gebeten und Psalmen eine Schweigeminute, bevor Präsident Rivlin eine Rede hielt.

Er sagte:

„Liebe Brüder und Schwestern, Kinder des jüdischen Volkes, sehr geehrte Gäste,

am 28. Februar 1943 stand ein kleines Mädchen mit dem Namen Ruth Mendel genau hier an Gleis 17. Es schneite. Die kleine Ruth wurde auf den Transport Nummer 30 von Berlin nach Auschwitz geschickt. Sie kaufte sich keine Fahrkarte, sie wollte noch nicht einmal wegfahren. Die kleine Ruth wurde auf eine Fahrt ohne Rückkehr geschickt. Ruth wurde in den Gaskammern von Auschwitz ermordet. Sie war erst sieben Jahre alt.

Ruth war nicht allein. 50.000 Juden wurden von Oktober 1941 bis zum Frühjahr 1945 von Gleis 17 in ihren Tod geschickt. Dieses Gleis war das Gleis des Todes.

Anwohner des nahen Grunewalds sagten später, dass sie “das Grauen nicht bemerkt haben”. Aber “die Steine sprachen”, wie Nelly Sachs schrieb. Und die Steine sagten: “Wer wird im Namen derer sprechen, die nicht mehr in der Lage sind, zu sprechen, wenn nicht wir?”

Liebe Freunde,

das deutsche Volk ist nicht eines Tages mit den Hakenkreuzen des Dritten Reiches aufgewacht. Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Hoffnungslosigkeit wuchsen viele Jahre lang wie ein unentdecktes Krebsgeschwür. Dies war der vergiftete Nährboden, auf dem das Nazi-Monster ungehindert gedeihen konnte.
70 Jahre sind vergangen seitdem der letzte Transport Gleis 17 verlassen hat; nichtsdestotrotz werden faschistische und neonazistische Bewegungen auf europäischem Boden wieder stärker und stärker.

Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit und Verleugnung sind keine Antwort. In einer Welt, die mit barbarischem Terror und Hass überflutet wird, in einer Welt, in der die Spannungen zwischen Kulturen und Ideologien stärker werden, fordert der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Fundamentalismus von uns, wachsam und entschieden zu sein.

Wir müssen uns daran erinnern: Die Demokratie allein macht uns nicht immun gegen Nationalismus und Faschismus. Keine Nation ist immun gegen Antisemitismus. Keine Nation ist immun gegen Fremdenfeindlichkeit. Keine Nation ist immun gegen Extremismus und Fundamentalismus.

Hier an Gleis 17 müssen wir uns verpflichten, dem Hass in die Augen zu sehen.

Nur durch die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gemeinden und verschiedenen Ländern können wir uns jedweden Angriffen auf die Menschenwürde entgegen stellen. Dies ist unsere Verpflichtung. Dies ist unsere Aufgabe.

Mögen die Seelen unserer Schwestern und Brüder im Bund des Lebens verbunden sein. Und möge ihr Andenken für immer in unseren Herzen sein.“

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Israelische Traum-Doktoren bringen Nepalesen zum Lächeln

6. Mai 2015 · Armee, Humanitäre Hilfe, Medizin

2002 wurde in Israel das „Dream Doctors medical clowns project“ ins Leben gerufen. Die Traum-Doktoren sind nun zum israelischen Ärzteteam in Nepal dazugestoßen und bringen Kinder und Erwachsene in Nepal, die sich von ihren Verletzungen erholen, zum Lächeln.

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Israel ist führend in der Professionalisierung des medizinischen Einsatzes von Clowns und hat wissenschaftliche Beweise für die Effektivität dieser Methode geliefert. In den letzten Jahren haben Clowns in Israel Operationssäle und Intensivstationen in Krankenhäusern mit Ballons und Tröten besucht, um gemeinsam mit Ärzten Lachtherapien zu entwickeln, die bei Schmerzen helfen sollen.

Die Traum-Doktoren Yaron Sancho Goshen, Smadar Harpak, Rotem Goldenberg, David DuSh BarasHi und Nimrod Eisenberg nutzen ihre Fähigkeiten, um die Auswirkung von Traumata zu reduzieren und Schmerzen und Angst der Patienten zu verringern.

Auf ihrem Blog und ihrer Facebook-Seite berichten die Traum-Doktoren von ihren bewegenden Erlebnissen in Nepal. Der folgende Auszug stammt vom 6. Mai 2015.

Traum-Doktor Yaron „Sancho“ Goshen erzählt:

„Am Eingang der Notaufnahme vom IDF-Feldlazarett sitzen viele Nepalesen und warten ruhig und geduldig. Nur rund 30% der Krankheitsfälle dort wurden direkt durch das Erdbeben ausgelöst, aber wie einer der Ärzte mir erklärt hat, ist es auch Teil der IDF-Mission, die lokalen Krankenhäuser zu entlasten.

Die Anwesenden, die sich auf langes Warten einstellen und geordnet auf Bänken sitzen, sind ein leichtes Ziel für einen medizinischen Clown.

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Ich tue, was ein Clown tun sollte, und deswegen vergeht die Zeit „mit einem Lächeln“. Vier Nepalesen kommen herein mit einer Trage von einem benachbarten Krankenhaus. Sie tragen einen älteren Herrn. Nach einer komplizierten Operation ist sein Bein vollständig bandagiert. Stäbchen und Schrauben ‚dekorieren‘ es vom Knie herab. Er wurde zum IDF-Feldlazarett gebracht, damit man hier die Behandlung fortsetzen könne. Es ist nicht einfach, ihn anzusehen.

Ich beuge mich nach vorn, berühre seine Hand und er antwortete mit einem Handdruck. Offensichtlich unter Schmerzen. Ich versuche, von ihm Details zu erfahren, aber er spricht kein Englisch. Ich rufe den nepalesischen Dolmetscher herüber, der auf einem Kibbutz in Israel gearbeitet hat, und ein emotionales Gespräch entwickelt sich.

Wieder einmal ist es wundervoll mitzuerleben, wie die Verwundeten das Vermögen besitzen, ihre Gabe, klar und freudig zu kommunizieren, wiederzuerlangen. Trotz seines Schmerzes ist er froh, mit mir sprechen zu können, und wir machen zusammen Scherze. Ich gebe ihm eine rote Clown-Nase, die er gerne aufsetzt. Ich bin mir dessen bewusst, dass das gesamte ‚Publikum‘ um uns herum unser Gespräch mit Neugierde verfolgt. (…)

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Ich lerne, wie man auf Nepalesisch „mein großer Bruder“ sagt – und von diesem Moment an sind wir Brüder.

Er wiederholt – mithilfe des Dolmetschers – wie dankbar er Israel für das, was der Staat tut, sei. (…)

Einige Minuten später bringt man ihm zum Zelt der orthopädischen Abteilung (ich glaube, der einzige Unterschied zwischen diesem und einem gewöhnlichen Krankenhaus ist, dass es in diesem keine Aufzüge gibt…) und deswegen verabschieden wir uns.

Diese Begegnungen haben mich fasziniert. Ich kann nicht verstehen, wie sie ihre Situation mit solch einer Ruhe akzeptieren können. Ich rufe mir auch ins Gedächtnis, dass jeder, der ins IDF-Feldlazarett eingeliefert wird, in einer viel besseren Lage ist als anderswo. Ich habe das Gefühl, dass sie sich dessen bewusst sind.“

(Zum Originaltext Sancho‘s story #2)
Fotos: MFA/Dream Doctors

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Der Krieg der UN gegen Israel – Ein Kommentar von Ron Prosor

1. April 2015 · Allgemein, Geschichte, Iran, Kommentar, Politik, UN

Die Vereinten Nationen feiern dieses Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum. Sie waren als Tempel des Friedens geplant, aber diese einst große globale Organisation wurde überrannt von repressiven Regimen, die Menschenrechte verletzen  und die internationale Sicherheit untergraben.

Im Jahr 1949, als die Vereinten Nationen Israel als Mitgliedsstaat aufnahmen, hatten sie 58 Mitgliedsländer. Die Hälfte davon hatte eine demokratische Orientierung. Heute hat sich die Landschaft der Organisation drastisch verändert. Von 51 Mitgliedstaaten bei ihrer Gründung im Jahr 1945 sind die UN auf 193 Mitglieder angewachsen – weniger als die Hälfte davon sind Demokratien.

Genau die Nationen, die ihren Bürgern demokratische Rechte verweigern, missbrauchen das demokratische Forum der Vereinten Nationen, um ihre eigenen Interessen zu fördern. Die größte Gruppe solcher Staaten besteht aus Mitgliedern des 120 Mitglieder starken Blocks, der als „Blockfreie Bewegung“ bekannt ist. Seit 2012 wird dieser Block von Iran angeführt, der seine Position nutzt, um seine Verbündeten zu stärken und Israel an den Rand zu drängen.

Im März beendeten die Vereinten Nationen ihre Jahrestagung der Kommission für die Rechtsstellung der Frau mit der Veröffentlichung eines Berichts, der effektiv nur ein Land verurteilt: Israel. Die Kommission hatte offenbar nichts zu sagen zu den sudanesischen Mädchen, die der weiblichen Genitalverstümmelung unterzogen werden. Sie hatte auch nichts zu sagen zu den iranischen Frauen, die für das Verbrechen des „Ehebruchs“ durch Steinigung bestraft worden sind. Dies kann etwas mit der Tatsache zu tun haben, dass sowohl der Iran als auch der Sudan in der 45-köpfigen Kommission sitzen.

Dann gibt es den Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen, das Gremium, das 2006 die Menschenrechtskommission ersetzte. Zu seinen Mitgliedern zählen Saudi-Arabien, Qatar und Venezuela – Nationen, in denen Sie Leben und Freiheit riskieren, wenn Sie abweichende Meinungen zum Ausdruck bringen. Doch diese Regierungen urteilen über den Rest von uns.

Im Jahr 2007 führte der Sudan den Vorsitz über einen Ausschuss für die Überwachung der Menschenrechte – und zwar während gegen Präsident Omar Hassan al-Baschir wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur ermittelt wurde. Für diese Verbrechen stellte der Internationale Strafgerichtshof später Haftbefehle gegen ihn aus. Saudi-Arabien – ein Regime, das berüchtigt ist für öffentliche Hinrichtungen und Auspeitschungen, wie erst kürzlich die vom Blogger Raif Badawi – sitzt im Menschenrechtsrat, obwohl das Land regelmäßig vom unabhängigen Beobachter Freedom House die schlechtesten Bewertungen in den Bereichen ‚Bürgerrechte‘ und ‚politischen Rechte‘ erhält.

Im Jahr 2013 wurde der Iran in den für Abrüstung zuständigen Ausschuss gewählt – obwohl er seinen Atomprogrammausbau fortsetzt, Terrorismus unterstützt und die Zerstörung Israels zum Ziel hat. Im vergangenen Jahr war ein Iraner stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses der Generalversammlung – eine unerklärliche Wahl angesichts der Tatsache, dass iranischen Bürgern faire Gerichtsverfahren verweigert werden.

In Kenntnis dieser Geschichte sollten wir nicht überrascht sein, dass die Generalversammlung allein in der Periode 2014/15 20 Resolutionen verabschiedete, die kritisch gegenüber Israel sind, während die Menschenrechtslage im Iran, in Syrien und in Nordkorea nur je eine Verurteilung erhielten. Tag für Tag schließen die Mitgliedstaaten die Augen vor den beklagenswerten Verbrechen.

Iran? Nur eine Resolution gegen einen Staat, der im Schnitt zwei Bürger pro Tag für „Verbrechen“ der Homosexualität, der Apostasie und des vagen Vergehens „Feind Gottes“ zu sein, hinrichtet.

Nordkorea? Nur eine Resolution, obwohl es mehr als 200.000 Bürger inhaftiert, Kinder in Zwangsarbeitslager wirft und seine Bevölkerung Nahrungsmittelknappheit und Hunger als Folge der Regierungspolitik erleiden lässt.

Syrien? Wieder nur eine Resolution gegen eine Regierung, die einen Krieg gegen das eigene Volk führt, der den Tod von mindestens 220.000 Männern, Frauen und Kindern verursacht hat – viele davon starben durch Folter, Hunger, chemische Waffen und Bomben auf Märkte und Schulen.

Christen sind die weltweit am meisten verfolgte religiöse Gruppen in islamischen Ländern, aber diese Menschenrechtskrise wird fast vollständig von den Vereinten Nationen ignoriert. Stattdessen scheint Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten und ein Land, in dem die christliche Bevölkerung in der Region als einzige wächst, oft der einzige Staat zu sein, um den sich die Vereinten Nationen kümmern.
Nirgendwo ist anti-israelische Voreingenommenheit offensichtlicher als in dem in Genf ansässigen Menschenrechtsrat. Der Rat befasst sich mit den Menschenrechtsverletzungen in allen Ländern der Welt im Rahmen eines Programms unter dem Tagesordnungspunkt 4. Das heißt, dass alle Länder unter diesem Punkt besprochen werden bis auf eines. Israel ist das einzige Land, das isoliert wird und im Rahmen eines speziellen Programms mit Tagesordnungspunkt 7 behandelt wird. Das Ergebnis ist, laut der Genfer NGO UN Watch, dass mehr als 50 Prozent aller verurteilenden Resolutionen gegen den jüdischen Staat gerichtet sind.

Im Anschluss an den Konflikt im vergangenen Sommer in Gaza hat der Menschenrechtsrat eine Untersuchungskommission gegründet und William Schabas, einen kanadischen Rechtsprofessor, als Vorsitzenden gewählt. Im Februar musste Schabas zurücktreten, nachdem Dokumente ans Licht brachten, dass er im Jahr 2012 Beratungsarbeit für die Palästinensische Befreiungsorganisation geleistet hatte. Erstaunlicherweise hatte Schabas diese Tatsache bei seinem Überprüfungsprozess vergessen.

Von Anfang an war offensichtlich, dass Schabas kein unparteiischer Schiedsrichter war. Schließlich hatte er in einer Reihe öffentlicher Erklärungen gefordert, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der ehemalige Präsident, Shimon Peres, vor den Internationalen Strafgerichtshof gestellt werden sollten. Israel protestierte, doch die Vereinten Nationen ignorierten dies.

Ich werde oft gefragt, wie ich die Hasswelle ertrage, die sich gegen Israel richtet. Unsere Antwort auf die Anschuldigungen der Vereinten Nationen ist, unermüdlich für die zu sprechen, denen im Nahen Osten ein Mitspracherecht verweigert wird – Frauen, Minderheiten, die LGBT-Gemeinschaft – und zu kämpfen gegen die täglichen Bemühungen totalitärer Regime, demokratische Gesellschaften zu untergraben. Aufgrund der Tatsache, dass Israel eine blühende Gesellschaft ist, glaube ich, dass wir gewinnen.

Noch in diesem Jahr wird der Vorsitz der Blockfreien Staaten an Venezuela übergehen, an einen Verbündeten des Iran. Auf absehbare Zeit können wir also nichts Neues erwarten.

Das Problem mit den Vereinten Nationen besteht darin, dass die Führer vieler Mitgliedsstaaten nicht mit der Zustimmung der Regierten agieren. Stattdessen nutzen sie die Organisation als ein Forum, um die Aufmerksamkeit von ihrer eigenen rücksichtslosen Herrschaft abzulenken. Dabei verwandeln sie eine Bühne für mutige Staatskunst in ein tragisches Theater des Absurden.

Ron Prosor ist Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen.

Das Original erschien am 31. März 2015 in der New York Times als Op-ed “The U.N.’s War on Israel”.

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